24. Juli 2019, 10:56
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Warnsignal für die Wohnungspolitik

Die Nullzinspolitik der EZB lässt bei vielen Menschen die Illusion aufkom-men, sich ihren Traum vom Eigenheim ohne Eigenkapital erfüllen zu können. Das ergibt sich aus der Sommerumfrage 2019 zum Sparverhalten der Bun-desbürger. Kantar befragte dazu im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen zum 66. Mal über 2.000 Bundesbürger im Alter von über 14 Jahren.

Haus-grundsteuer-steuer-eigentum-dollar-shutterstock 164719595-Kopie in Warnsignal für die Wohnungspolitik

„Mini-Bauzinsen einerseits und Mini-Sparzinsen andererseits verlocken viele Bau- und Kaufwillige offensichtlich zur Annahme, sich das Vorsparen sparen und alles auf die Karte Verschuldung setzen zu können. Für die Politik sollte das ein Alarmsignal sein“. So kommentierte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Privaten Bausparkassen, Bernd Hertweck, den Rückgang beim Sparmotiv Wohneigentum auf 29 Prozent gegenüber 35 Prozent in der Frühjahrsumfrage und damit auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren.

Mehr als jeder Zweite träumt vom Eigentum

Der Wunsch nach Wohneigentum sei jedenfalls ungebrochen stark. Mehr als jeder zweite Mieter träume davon.

Dass die Mini-Bauzinsen Eigenkapital voraussetzten und die höhere Verschuldung eine höhere Tilgungsleistung erfordere, um spätestens zum Renteneintritt schuldenfrei zu sein, werde oft ausgeblendet.

Je mehr Eigenkapital, desto besser, hätten die Kreditexperten der Stiftung Warentest kürzlich zu Recht festgestellt.

Unbenannt-1 in Warnsignal für die Wohnungspolitik

Dass sich Sparen nicht mehr lohne, weil es dafür keine Zinsen mehr gebe, sei ein Irrtum. Hertweck: „Sparen lohnt sich trotzdem. Denn Geld, das nicht zur Seite gelegt wird, ist sonst nicht da, wenn man es braucht.“

Das Bewusstsein für den hohen Wert einer Sparkultur müsse wieder gestärkt werden. Auch vor diesem Hintergrund sei eine rasche Umsetzung der von der Politik beschlossenen verbesserten Ansparhilfe in Form der Wohnungsbauprämie notwendig.

Wenig Neues zeigt die Sommerumfrage bei den anderen Sparmotiven

Mit erneut 53 Prozent rangiert das Sparmotiv „Altersvorsorge“ unverändert auf Rang 1. „Konsum/Langfristige Anschaffungen“ folgt mit 51 Prozent – nach 53 Prozent zuvor.

Das Sparmotiv „Kapitalanlage“ steht mit 28 Prozent nach einem Plus von 2 Prozentpunkten immer noch auf Rang 4.

Das Sparmotiv „Notgroschen“ erreicht 4 Prozent – nach 5 Prozent in der letzten Umfrage. Erst danach folgt wiederum „Ausbildung der Kinder“ mit 3 nach zuvor 4 Prozent.

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Haftpflichtkasse muss Gasthaus für Corona-Schließung entschädigen

In der Klagewelle um die Kosten für Gaststätten, die wegen der Corona-Pandemie schließen mussten, hat ein weiterer Wirt gegen seine Versicherung gewonnen.

mehr ...

Immobilien

USA: Baubeginne und Genehmigungen legen wieder zu

Der US-Immobilienmarkt hat sich nach einem leichten Dämpfer wieder besser entwickelt. Nach einem Rückgang im August erhöhten sich im September sowohl die Baubeginne als auch die Baugenehmigungen wieder. 

mehr ...

Investmentfonds

Brexit und Corona: Märkte in USA, Europa und UK mit unterschiedlichen Vorzeichen

Chris Iggo, CIO Core Investments, richtet seinen Blick auf die Märkte und sieht unterschiedliche Vorzeichen für Amerika, Europa und Großbritannien

mehr ...

Berater

Performance-Marketing als Treiber des Online-Recruiting

Recruiter, die heute noch junge Nachwuchstalente für sich gewinnen wollen, müssen neue Wege gehe. Werbung auf sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram bietet dabei unglaubliche Chancen und kann gleichzeitig zur Kostenreduktion führen. Gastbeitrag von Dawid Przybylski

mehr ...

Sachwertanlagen

Finexity bringt dritten digitalen “Club-Deal”

Das Fintech Finexity AG erweitert sein “Club-Deal”-Angebot um ein Neubauprojekt in Hamburg. Das Projekt ist mit einem Volumen von über acht Millionen Euro das bisher größte im Portfolio des Hamburger Unternehmens und steht Investoren mit Anlagesummen ab 100.000 Euro offen.

mehr ...

Recht

Klage gegen EY auf 195 Millionen Euro Schadensersatz

Der Insolvenzverwalter der Maple Bank hat die Wirtschaftsprüfer von EY wegen angeblich falscher Beratung bei den umstrittenen “Cum-Ex”-Geschäften zu Lasten der Staatskasse auf 195 Millionen Euro Schadensersatz verklagt.

mehr ...