Aktivität der Projektentwickler kühlt ab

Schon vor Corona ist der Markt für Immobilien-Projektentwicklungen in Deutschland deutlich abgekühlt. Vor allem Wohnungsbauprojekte gehen zurück. Das ergab die „Projektentwicklerstudie 2020“ des Marktforschungsunternehmens bulwiengesa.

Der Wohnungsneubau geht zurück.

Die Projektentwicklungen von Wohnungen in den sieben A-Städten gehen demnach um 2,9 Prozent zurück – und das, obwohl Bestandshalter wie städtische Wohnungsunternehmen kräftig weiterbauen. Zugleich ist auch das Flächenwachstum bei Wirtschaftsimmobilien deutlich zurückgegangen. „Damit deuteten bereits vor der Corona-Krise alle Zeichen auf eine Stagnation hin“, heißt es in einer Mitteilung von bulwiengesa.

Andreas Schulten, Generalbevollmächtigter bei bulwiengesa: „Binnen zehn Jahren, zwischen 2010 und 2020, haben allein die klassischen Projektentwickler ihre Flächen in den sieben deutschen A-Städten um rund 30 Prozent gesteigert. Und dennoch reichte das Volumen nicht aus, die Nachfrage nach Wohnungen und Büros zu decken. Und nun stehen wir vor einer Rezession, die voraussichtlich eine tiefe Zäsur für den Projektentwicklungsmarkt sein wird.“

Schwaches Wachstum in den sieben A-Städten

Im aktuellen Studienjahr 2020 wächst die Projektfläche mit 1,1 Prozent (ca. plus 500.000 qm) nur noch schwach. Zum Vergleich: Im vorletzten Studienjahr wuchs der Markt für
Projektentwicklungen in den sieben A-Städten um 4,2 Prozent, im letzten Jahr wurde für das betrachtete Jahr 2018 ein Zuwachs von satten 7,2 Prozent festgestellt.

Studienleiterin Ellen Heinrich: „Die Detailbetrachtung zeigt: Der Projektentwicklermarkt driftet deutlich auseinander. Zwar wachsen die Entwicklungen für den Eigenbedarf, die sogenannten Investor Developments, noch um 5,4 Prozent. Dagegen ist der klassische Projektentwicklermarkt (Trading Developments) zum ersten Mal seit Beginn der Studienreihe vor 14 Jahren zurückgegangen. Für den Weiterverkauf wurden gegenüber dem Vorjahr 1,9 Prozent weniger Flächen entwickelt. Die Trader Developer ziehen sich zurück.“

Seite 2: Weniger Wohnen

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