Lebensmittel-Einzelhandel trotzt dem Online-Trend

Der deutsche Einzelhandel befand sich schon vor Corona in einem tiefgreifenden Umbruch. Nahversorgungsimmobilien profitieren dabei, ergab eine Untersuchung des Asset Managers Habona zusammen mit Statista und Jones Lang LaSalle. Habona gibt zudem einen weiteren Einzelhandelsimmobilien-Fonds in den Vertrieb.

Manuel Jahn, Habona: „Im Einzelhandel trennt sich endgültig die Spreu vom Weizen.“

„Der deutsche Einzelhandel befindet sich nicht erst seit COVID-19, sondern schon seit Jahren im tiefgreifenden Umbruch. Mit wachsenden Ansprüchen an Schnelligkeit, Bequemlichkeit und Authentizität haben sich die Kunden zunehmend vor allem von wenig inspirierenden Nonfood-Läden in Shoppingcentern und Fußgängerzonen abgewendet“, heißt es in einer Mitteilung zu dem „Habona Report 2020“.

Dies habe den Nonfood-Handel in den vergangenen zehn Jahren bereits über 100 Milliarden Euro gekostet. Die Hälfte davon ging ans Internet verloren, die andere Hälfte an den Nahversorgungssektor. Experten seien sich weitgehend einig, dass die Coronakrise den Niedergang angeschlagener Handelsunternehmen beschleunigt, während Profiteure des strukturellen Wandels aus der Krise gestärkt hervorgehen werden.

Manuel Jahn, Mitglied des Management Boards von Habona: „Der Lebensmitteleinzelhandel wird die Erträge aus der aktuellen Sonderkonjunktur weitgehend in die weitere Aufwertung seiner Formate und Filialen stecken. Im Einzelhandel trennt sich endgültig die Spreu vom Weizen.“

Analyse von Mobilitätsmustern

Der „Habona-Report“ analysiert, wie sich Veränderungen der Mobilitätsmuster auf die Wahl von Einkaufsstätten auswirken. In einer exklusiven Verbraucherbefragung wurden bevorzugte Einkaufsstätten und Einkaufszeiten sowie dabei genutzte Verkehrsmittel untersucht: Während in Großstädten das Auto demnach ein Auslaufmodell darstellt, gewinnt es auf dem Land noch an Bedeutung hinzu. Einkaufstätten müssten zunehmend in der Nähe oder auf dem Weg liegen.

„Wieder sind es die Nahversorgungsbranchen, die es derzeit und wohl auf Dauer am besten schaffen, sich mit ortsangepassten Konzepten zu behaupten“, so die Mitteilung. Verbraucher wollten schon vor Corona für das Einkaufen immer weniger Zeit aufwenden, sowohl in Form kürzerer Einkaufswege als auch durch weniger Einkaufsvorgänge.

Während zurückgelegte Personenkilometer seit 2002 insgesamt um fast 20 Prozent stiegen, gingen sie beim Einkauf um rund 20 Prozent zurück, so die Untersuchung. Dieser Trend werde mittelfristig noch an Dynamik zulegen, da Konsumenten aktuell Online-Angebote ausprobieren, an denen sie auch nach Überwindung der Coronakrise weiter Gefallen finden werden.

Seite 2: Einschneidende Folgen

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