Anzeige
Anzeige
14. April 2010, 10:40
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Anlegerstudie: Auf Beratung kommt es an

Bei der Geldanlage erwarten Kunden eine verständliche Beratung – den Ausweis der Gebühren und eine neutrale Produktauswahl inklusive. So das Ergebnis einer europaweiten Studie der Fondsgesellschaft Fidelity International, durchgeführt von TNS Sofres. Demnach verlassen sich auch Deutsche weiterhin auf Anlageberater, aber sie sind dabei kritischer und anspruchsvoller geworden.

Berater-127x150 in Anlegerstudie: Auf Beratung kommt es anSchuld ist nach Einschätzung des Unternehmens die Finanzkrise, weil diese Kunden verunsichert und Probleme in der Beratung offen gelegt habe.

“Die Anleger Europas hadern nicht so sehr mit der Komplexität der Produkte, sondern mit dem Finanzjargon und der Informationsfülle. Berater müssen ihre gestiegenen Erwartungen besser erfüllen: Produkte einfach und verständlich erklären, für Transparenz sorgen – auch bei Gebühren – und neutral und auf Augenhöhe informieren”, erklärt Ana Albizu, Direktorin Customer Relations bei TNS Sofres.

Für Christian Wrede, Sprecher der Geschäftsleitung von Fidelity International in Deutschland, ein Chance: “Die Finanzbranche hat derzeit die einmalige Gelegenheit, die Anlageberatung und damit den Dreh- und Angelpunkt der Kundenbeziehung neu zu definieren. Gerade angesichts der bestehenden Lücken bei der Altersvorsorge, ist eine vertrauensvolle Berater-Kunden-Beziehung essentiell.“

Zu den Ergebnisse im Detail: Für die Mehrheit der Deutschen führt bei der Finanz- und Vorsorgeplanung nach wie vor kein Weg an einem qualifizierten Berater vorbei. Rund die Hälfte der Befragten gibt an, dass beim letzten Kauf eines Finanz­produkts der Berater für die Entscheidung ausschlaggebend war. Nur in Italien, Dänemark und Frankreich hat Beratung einen noch höheren Stellenwert als hierzulande.

Die meisten Bundesbürger halten ihre Kenntnisse in Sachen Geldanlage für begrenzt (56 Prozent), lediglich in Finnland und Spanien ist dieser Prozentsatz noch höher.

Produkte klar, Information nicht

Das liegt auch an den nicht verständlichen Informationen, die sie erhalten, etwa in Prospekten und im Kleingedruckten. Ein Drittel der Bundesbürger bewertet die Erklärungen, die er vor seiner letzten Investmentscheidung erhalten hat, als unzureichend. Die Komplexität der Produkte irritiert dagegen kaum, nur jeder Siebte hat deswegen das Gefühl, nicht gut informiert zu sein.

Thema Gebühren: Aus Kundensicht ist deren Offenlegung entscheidend für mehr Transparenz und Vertrauen. Rund 90 Prozent der Deutschen finden vollständige Gebührenangaben wichtig. Erstaunlich: Zehn Prozent glauben, dass sie gar keine Gebühren bezahlen.

Für Fidelity-Chef Wrede kann die Konsequenz hieraus nur darin bestehen, dass Berater ihren Kunden alle Gebühren transparent und vergleichbar machen. Das setze voraus, dass Produkt- und Vertriebskosten getrennt ausgewiesen werden, so Wrede. Dabei ist die Tatsache, dass Beratung etwas kostet, kein Problem, sondern eher ein Zeichen für Qualität. 51 Prozent sind laut Umfrage bereit, unabhängig vom Produktkauf eine reine Beratungsgebühr zu bezahlen. 46 Prozent sind überzeugt, auf diese Weise eine individuellere und qualifiziertere Beratung zu erhalten.

“Der Zugang zu einer möglichst breiten Produktpalette ist wichtig für die Kunden, weil er für die Neutralität des Angebots steht. Mindestens genauso wichtig ist es dann, eine kundenspezifische Vorauswahl zu treffen”, sagt Wrede. “Wer eigene Interessen über die seines Kunden stellt, riskiert das Vertrauen seiner Kunden.”

Ampeln ersetzen keine Erklärungen

Ampellösungen hält Wrede für sinnlos: “Wir – also Produktanbieter und Berater – müssen uns bemühen, Finanzprodukte mit einfachen und verständlichen Worten zu beschreiben – nicht mit Farben. Die bloße farbliche Kennzeichnung von Finanzprodukten nach Rentabilität und Risiko kann Anleger außerdem dazu verleiten, überwiegend sicherheitsorientierte Sparprodukte zu nutzen, die langfristig zu wenig Rendite für eine sinnvolle Vorsorge oder ein attraktives Investment erwirtschaften.“

Gut ausgebildete Berater sind für Werde dagegen der Schlüssel zum Erfolg: “Berater müssen in der Ausbildung nicht nur lernen, Produkte selbst zu verstehen, sondern sie auch ihren Kunden zu erklären.”

Aufgrund der Studienergebnisse will die Fondsgesellschaft ihre Produktinformationen und Beratermaterialien auf Verbraucherfreundlichkeit prüfen. „Zudem wollen wir im Rahmen von Corporate Volunteering Projekte an Schulen starten und damit einen Beitrag zur Verbesserung der Finanzbildung leisten”, sagt Wrede. Zugleich unterstütze Fidelity die aktuelle Initiative des europäischen Fondsverbands Efama zur Verbesserung des langfristigen Vermögensaufbau und der Altersvorsorge. Als Kernpunkt nennt die Gesellschaft acht Empfehlungen, die sich anders als bisherige Vorschläge nicht auf die Ausgestaltung von Produkten, sondern auf die Qualität des Vertriebs konzentrieren. Ziel sind europaweit einheitliche Mindestanforderungen für Finanzberater. (mr)

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Honorarannahmeverbot (auch) für BGH-Richter

Es soll ein Honorarannahmeverbot für Versicherungsmakler eingeführt werden, da eine Vergütung die “Unabhängigkeit eines Versicherungsmaklers suggerieren” könnte. Kann nicht auch das Gegenteil eintreten und eine sehr großzügige Honorarvergütung die Unabhängigkeit gefährden?

mehr ...

Immobilien

Bauboom geht weiter – doch Wohnungsmangel bleibt

Der Boom im deutschen Wohnungsbau hält angesichts der starken Nachfrage an. Im vergangenen Jahr wurden 277.700 Wohnungen fertig gestellt, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Allerdings liegt dies Zahl noch deutlich unter dem Bedarf.

mehr ...

Investmentfonds

Meag setzt auf Liquid Alternatives

Liquid Alternatives sind derzeit speziell im Segment Multi Asset stark nachgefragte Vermögenswerte. Die Meag hat nun einen Publikumsfonds zum Thema aufgelegt.

mehr ...

Berater

Bankenfusion: Frankfurter Volksbank und Volksbank Maingau schließen Kooperationsvertrag

Die Frankfurter Volksbank und die Vereinigte Volksbank Maingau wollen fusionieren. Hierzu haben die beiden Institute einen Kooperationsvertrag geschlossen. Der Zusammenschlusses soll noch im laufenden Jahr erfolgen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Bürgerenergie-Projekte dominieren erste Windkraft-Ausschreibung

Die Konsequenzen der aktuellen Ergebnisse der ersten Ausschreibung für Onshore-Windparks sind mehr Wettbewerb, hohe Unsicherheit und weniger Investitionsobjekte. Kommentar von Thomas Seibel, Geschäftsführer der re:cap global investors ag

mehr ...

Recht

Möblierte Wohnungen: Checkliste für Vermieter

Möblierte Wohnungen auf Zeit mieten zu können ist für Mieter und Vermieter praktisch. Auch wenn Mieter und Vermieter in der Regel Privatpersonen sind, müssen sie einige wichtige Punkte beachten. Der Immobilienverband IVD hat eine Checkliste erstellt.

mehr ...