Deutschland trotz Finanzkrise auf Nachhaltigkeitskurs

Der Nachhaltigkeitsindikator der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zeigt, dass trotz Finanz- und Wirtschaftskrise Fortschritte in der nachhaltigen Entwicklung erzielt wurden. 2009 verbesserte sich der Indikator gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Zähler.

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Damit ist der Richtwert, der auf dem Durchschnittswert der vorangegangenen zehn Jahre beruht – nimmt man alle Aspekte zusammen-, leicht übererfüllt worden. Die Entwicklung in den drei Nachhaltigkeitsdimensionen verlief allerdings unterschiedlich.

Krisenbedingt trübte sich die Nachhaltigkeitssituation bei Wohlstand, Staatsverschuldung und Innovationen deutlich ein. Das Ergebnis der gebündelten Einzelindikatoren der Nachhaltigkeitsdimension Wirtschaft verlor 2009 gegenüber dem Vorjahr 0,5 Zähler und fiel auf null Scorepunkte zurück. Dass trotz der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise der Durchschnittswert der vorangegangen zehn Jahre nicht unterschritten wurde, zeugt von einer fundamental soliden wirtschaftlichen Verfassung Deutschlands.

„Die Nachhaltigkeitssituation im Bereich Umwelt hat dagegen kurzfristig von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise profitiert. Insbesondere durch den konjunkturbedingt starken Rückgang des Energieverbrauchs und die daraus resultierenden Minderungen der Treibhausgasemissionen konnte sich das Gesamtergebnis der Umweltindikatoren im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr deutlich um 1,1 Zähler auf 0,5 verbessern“, sagt Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW- Bankengruppe.

Mit diesem Ergebnis stellt sich die Nachhaltigkeitslage im Umweltbereich insgesamt erheblich besser dar als im Durchschnitt der vorangegangenen zehn Jahre. „Mit dem Anziehen der Konjunktur kann sich dieses Bild jedoch wieder umkehren,“ warnt Irsch. In jedem Fall ist positiv hervorzuheben sei, dass 2009 trotz des wirtschaftlich schwierigen Umfelds der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland weiter vorangetrieben werden konnte.

Das Ergebnis der Nachhaltigkeitsdimension Gesellschaftlicher Zusammenhalt fiel 2009 gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Zähler auf den Wert von -0,3 und lag damit unter dem Durchschnittsniveau der vorangegangenen zehn Jahre. Am stärksten negativ ins Gewicht fiel dabei der Rückgang beim Schlüsselthema Politische Teilhabe aufgrund unterdurchschnittlicher struktureller Wahlbeteiligungen im „Superwahljahr 2009“. Als krisenfest erwies sich indessen der Trend beim Schlüsselthema Bildung. Sowohl die Studienanfängerquote als auch der Anteil der Hoch- und Niedrigqualifizierten setzten sich positiv vom Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre ab. Eine Verbesserung habe es auch beim Teilaspekt Gleichberechtigung von Frauen und Männern gegeben.

„Leider hat sich die Nachhaltigkeitssituation im Bereich der Integration von Ausländern im Zuge der Wirtschaftskrise insgesamt verschlechtert: Im Krisenjahr 2009 nahm die Arbeitslosenquote der ausländischen Erwerbspersonen stärker zu als die aller Erwerbspersonen“, so Irsch.

Hintergrund: Um das abstrakte Konzept der Nachhaltigkeit zu konkretisieren und die verschiedenen Dimensionen von Nachhaltigkeit abzubilden, hat die KfW Anregungen aus der wissenschaftlichen Literatur und der Umsetzungspraxis aufgegriffen. Für die Bereiche Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaftlicher Zusammenhalt wurdenThemen identifiziert und mit passenden Basisindikatoren unterlegt, die die Entwicklung in den Themenbereichen quantifizieren. Insgesamt wurden 20 Schlüsselthemen mit 37 Basisindikatoren ausgewählt. Fortschritte der Nachhaltigkeitssituation werden anhand von Veränderungen dieser Basisindikatoren im Zeitablauf gemessen. (te)

Foto: Shutterstock

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