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30. Juni 2010, 14:59
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HSBC: Euro-Schwäche fördert deutschen Aufschwung

Die Deutschland-Experten des internationalen Finanzkonzerns HSBC zeichnen ein positives Bild für die hiesige Volkswirtschaft. Für das zweite Halbjahr 2010 erwarten sie, dass sich die konjunkturelle Belebung festigt. Der schwache Euro dürfte dabei helfen, die deutsche Exportwirtschaft anzukurbeln.

Stefan Schilbe-127x150 in HSBC: Euro-Schwäche fördert deutschen Aufschwung

Stefan Schilbe

Stefan Schilbe, Chefvolkswirt und Leiter Treasury Research der Privatbank HSBC Trinkaus, warnt allerdings auch vor den Risiken der einseitigen Ausrichtung des deutschen Wirtschaftsmodells: „Der Motor der Konjunkturbelebung in Deutschland läuft lediglich auf zwei Zylindern.“

Durch ihre Exportorientierung hängt die Produktion hierzulande einerseits an der weltwirtschaftlichen Erholung und andererseits am geschwächten Euro, der Ausfuhren im Ausland verbilligt und so die Nachfrage nach deutschen Produkten beflügelt.

Allerdings dürfte Deutschland auch davon profitieren, dass die Ausrüstungsinvestitionen nach dem scharfen Einbruch 2009 wieder leicht zulegen, so Schilbes Einschätzung. Für 2010 rechnet der Chefvolkswirt mit zwei Prozent Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt, gefolgt von 1,5 Prozent im Jahr 2011.

„Deutschland fungiert damit als Konjunkturstütze für die Eurozone“, prognostiziert der Ökonom. Bedingt durch den scharfen Konsolidierungskurs der Fiskalpolitik insbesondere in der Peripherie mit 1,2 Prozent in diesem und 1,3 Prozent im nächsten Jahr wird die Eurozone seiner Ansicht nach spürbar geringer wachsen.

„Die Erholung in den USA dürfte in der zweiten Jahreshälfte 2010 an Fahrt verlieren“, erwartet Schilbe. Ihm zufolge werden die hohe Arbeitslosenquote und die fragile Vermögenssituation das Wachstum des privaten Verbrauchs hemmen – vor allem mit Blick auf den rückschlagsgefährdeten Immobilienmarkt.

Die Anstrengungen der Haushalte zur Rückführung der gewaltigen privaten Verschuldung sollten hoch bleiben, fordert der HSBC-Trinkaus-Chefvolkswirt. Angesichts des ausgesprochen niedrigen Inflationsdrucks dürfte die Fed mit Zinserhöhungen mindestens bis zum dritten Quartal 2011 warten.

Für die EZB indessen ergibt sich Schilbe zufolge in einem Umfeld geringen Preisdrucks auf Sicht des nächsten Jahres keinerlei Notwendigkeit, die Zinsen zu verändern. Er erwartet, dass die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen per Ende 2010 unter drei Prozent verharren; auch im kommenden Jahr werden sie seiner Einschätzung nach nur leicht auf 3,1 Prozent steigen.

Für den Euro rechnet Schilbe mit Blick auf die fiskalisch deutlich schlechtere Ausgangslage der USA nach den herben Kursverlusten zum Jahresende mit einer Erholung auf 1,35 US-Dollar. (hb)

Foto: HSBC

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