14. Dezember 2010, 10:16
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Mit der Fed ist das ganze Jahr Weihnachten

Die Halver-Kolumne

Ja, ist denn heut schon Weihnachten? Mit Blick auf die US-Notenbank kann man diese Frage bejahen. Bereits jetzt gab es einen wertvollen Geschenkgutschein. So will Ben “Santa Claus” Bernanke auch weiterhin Liquiditätsspritzen verabreichen.

Robert-Halver- -B Rse-204 240-127x150 in Mit der Fed ist das ganze Jahr Weihnachten

Cash.-Kolumnist Robert Halver

Offen ist eigentlich nur, wie lange die Schenkungsaktion andauern wird. Bernanke geht davon aus, dass es fünf Jahre dauern wird, bevor die Arbeitslosigkeit wieder ein normales Niveau erreicht haben wird. Da kann man sich wohl an den fünf Fingern einer Hand ablesen, dass die Geldgeschenke auch 2011, 2012,… nicht eingestellt werden.

Und wie hoch fallen die Geldgeschenke aus? So hoch, dass niemand enttäuscht unter dem Weihnachtsbaum sitzen muss. Die Banken können ihre Probleme in Liquidität ersäufen, der Staat kommt zinsgünstig an Geld, hat keine Absatzprobleme von neuen Schuldscheinen und bekommt die Verschuldung – um die Freude vollkommen zu machen – auch noch weginflationiert. Und die Investoren erhalten eine neue schöne Anlagewelt mit ebenso schönen neuen Finanzblasen. Frohes Fest!

Europäische Notenbank packt die Rute wieder ein

Dieses barmherzige Verhalten der Fed scheint auch die EZB zu beeindrucken. Ihre Rolle als Knecht Rupprecht, der mit der Rute die Stabilität verteidigt, weicht zunehmend der frohen Botschaft der gebenden Hand. Sollen doch die nationalen Finanzminister die Rolle des Spielverderbers übernehmen.

Wer will da noch meckern? Und die spaßbremsenden Stabilitätsphilosophen, die mit ihrem notorischen Gerede von Betty-Ford-Entzugsklinik nur die lockere Punchlaune verderben, werden einfach nicht mehr zur Holy Liquidity Party eingeladen.

Ach ist es nicht herrlich, dass man trotz aller Unsicherheit an den Finanzmärkten unbeirrt auf dieses klares Glaubensbekenntnis der Notenbanken setzen kann. Auf die Leckereien aus der Weihnachtsbäckerei der Fed können wir uns zukünftig ganzjährig freuen.

Dabei fällt mir einer meiner Lieblingsfilme ein: Forrest Gump. Dort heißt es, das Leben sei wie eine Schachtel Pralinen, bei der man nie weiß, was man bekommt. Diese Unsicherheit gibt es bei der Geldpolitik nicht. Man bekommt immer die Pralinen mit viel Alkohol.

Robert Halver leitet die Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Mit Wertpapieranalyse und Anlagestrategien beschäftigt er sich seit Abschluss seines betriebswirtschaftlichen Studiums 1990. Halver verfügt über langjährige Erfahrung als Kapitalmarkt- und Börsenkommentator und ist durch regelmäßige Medienauftritte bei Fernseh- und Radiostationen, auf Fachveranstaltungen und Anlegermessen sowie durch Fachpublikationen präsent.


Weitere Kolumnen von Robert Halver:

Stabilitätspakt stand drauf, Transferunion wird drin sein

Das Pippi-Langstrumpf-Prinzip in der Finanz- und Geldpolitik

Die Aktie: Das Ende einer Ära?

Das Ende des klassischen Konjunkturzyklus

Wann wird’s mal wieder richtig stabil?

Blaue Pillen für die Inflation!

Politische Börsen oder denn sie wissen nicht, was sie tun!

Unser täglich Griechenland gib uns heute. Was kommt morgen?

Verunsicherte Anleger: Angst ist ein schlechter Ratgeber!

Sind Substanzaktien die stabileren Staatsanleihen?

Probleme in Griechenland? Es geht um ganz Euroland!

Exit-Strategie oder das Warten auf „Cashing Bull“

Der richtige Umgang mit Blasenproblemen

Staatsverschuldung – Nie war sie so wertvoll wie heute!

Foto: Baader Bank

1 Kommentar

  1. […] den Originalbeitrag weiterlesen: Mit der Fed ist das ganze Jahr Weihnachten – Cash.Online: News … AKPC_IDS += "34910,";Popularity: unranked [?]SHARETHIS.addEntry({ title: "Mit der Fed ist das ganze […]

    Pingback von Mit der Fed ist das ganze Jahr Weihnachten – Cash.Online: News … » my-tag.de — 14. Dezember 2010 @ 13:19

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Universa baut Fondspalette aus und bringt neue Kfz-Versicherung

Die Universa Versicherungen, Nürnberg, stockt die Fondspalette auf und bietet jetzt fünf iShare-ETFs von Blackrock Asset Management an. Neben einem weltweiten und deutschen Aktienindex werden somit nun auch ETFs angeboten, die einen Aktienindex in Europa und in Schwellenländern sowie einen Index aus Unternehmensanleihen in der Eurozone nachbilden.

mehr ...

Immobilien

Deutsche wollen smarter wohnen

Das Smart Home gilt seit einigen Jahren als der Standard von morgen. Eine Deloitte-Studie zeigt: Das Interesse an diesen Anwendungen ist groß, der Datenschutz bleibt jedoch ein wichtiges Thema. Immerhin 13 Prozent der Haushalte verfügen bereits über einen intelligenten Lautsprecher. Bei der Art der bevorzugten Smart-Home-Lösungen gibt es zudem Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

mehr ...

Investmentfonds

BaFin präzisiert Vorschriften der MiFID II

Die Finanzaufsicht BaFin hat die Neufassung ihres Rundschreibens “MaComp” veröffentlicht und präzisiert darin unter anderem die Grundsätze zur “Zielmarktbestimmung” und diverse weitere neue Vorschriften. Zwei Punkte allerdings fehlen noch.

mehr ...

Berater

Neue Kooperationspartner der BCA AG

Der Oberurseler Maklerpool BCA präsentiert mit der xbAV Beratungssoftware GmbH sowie Honorar Konzept GmbH zwei Unternehmen, die ihre Services den BCA-Partnern zur Verfügung stellen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...