Anzeige
Anzeige
14. Juli 2010, 14:49
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Reale Werte

„Sicher ist sicher“ denken viele Anleger in Zeiten wie diesen und setzen auf das gute alte Sparbuch. Meist kommt dann auch noch Gold ins Spiel – als Absicherung gegen die befürchtete Inflation. Aber liegen sie damit richtig?

Gastkommentar: Hans-Jörg Naumer, Allianz GI

Trans in Reale Werte

Naumer-127x150 in Reale Werte

Hans Jörg Naumer, Allianz GI

Was sie übersehen: Gerade das Sparbuch ist eine pure Spekulation darauf, dass die Preise zumindest stabil bleiben oder sogar sinken. Genau genommen gewinnen Bargeld und Anleihen nur bei Deflation, also sinkenden Preisen. Zu Zinsen bzw. Kupons können dann noch die negativen (!) Inflationsraten addiert werden. Beispiel: Die Anleihe rentiert mit drei Prozent, die Kaufkraft legt um zwei Prozent zu – ergibt eine Realrendite von fünf Prozent.

Aktien und Rohstoffe haben es in einem derartigen Umfeld schwer. Bei sinkenden Preisen laufen die Firmen Gefahr, gestern teurer eingekauft zu haben, was sie heute als Endprodukt verkaufen. Dazu kommt häufig das Umfeld einer Rezession, wenn nicht sogar Depression, was eine schwache Nachfrage bedeutet. Auch Immobilien sollten nicht unbeeindruckt davon bleiben. Da eine Deflation mit einer Konjunkturschwäche einhergeht, ist mit einem Druck auf die Immobilienpreise vor allem bei Gewerbeimmobilien zu rechnen.

Warum Aktien reale Werte sind
Bei einer Inflation dagegen verlieren Anleihen und Bargeld, denn die Inflation schmälert oder vernichtet die Rendite. Die reale Rendite, also die Rendite nach Inflation, liegt mit steigender Inflation zunehmend unter der nominalen. Drei Prozent für eine Anleihe werden bei einer Inflation gleicher Höhe zu real null Prozent, Steuern nicht berücksichtigt.

Zu den Gewinnern hingegen zählen die realen Werte: Immobilien, Rohstoffe und Aktien. Ihr Preis steigt, während die Kaufkraft sinkt. Geht mit der Inflation eine Konjunkturüberhitzung einher, können Rohstoffe und Aktien von der steigenden Nachfrage zusätzlich profitieren. Aktien sind übrigens deshalb reale Werte, weil es sich um Beteiligungen an Firmen handelt, die über Vermögensanlagen, Patente und Know-how verfügen.

Bei einer Hyperinflation ist es dagegen nicht eindeutig, ob auch Aktien zu den Gewinnern zählen. Zwar sollten sie sich wertbeständiger als Anleihen und Papiergeld erweisen, also relative Gewinner sein, aber da eine Hyperinflation mit wirtschaftlicher Depression und der Hortung von Waren einhergeht, sind Gewinne kaum zu erwirtschaften. Ergo: Wer sich vor Inflation fürchtet, sollte in reale Werte investieren, und das sind eben nicht nur Immobilien.

Hans-Jörg Naumer schreibt als Kolumnist im Cash.-Magazin über aktuelle Themen der Kapitalmärkte. Naumer ist seit 2000 Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Allianz Global Investors KAG (AGI), Frankfurt.

Foto: AGI

Anzeige

1 Kommentar

  1. Aber die Frage aller Fragen, werter Herr Nauber, haben Sie nicht beantwortet:
    Erwarten Sie Inflation oder Deflation ?

    Natürlich sind Sie damit in guter gesellschaft.

    Kommentar von Herr Mustermann — 16. Juli 2010 @ 11:31

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

Risikomanagement bei Immobilienprojekten: Verband fordert einheitliche Standards

Der Bau-Monitoring-Verband (BMeV) fordert einheitliche nationale Standards beim Risikomanagement in der Projektfinanzierung. Dies könne einem deutlichen Anstieg der Kosten für Immobilienprojekte entgegen wirken.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...