Basel III: Banken befürchten Ertragseinbußen

Deutsche Banken erwarten durch die neuen Liquiditätsvorschriften negative Auswirkungen auf die Zinsspanne.

Mit Basel III treten 2014 neue Liquiditätsregeln für Kreditinstitute in Kraft. Die daraus resultierenden Folgen sind nach Meinung von 86 Prozent der Banken hierzulande gravierend. Das ergab eine Umfrage von Allianz Global Investors unter 125 Banken und Sparkassen. Knapp die Hälfte der Institute erwarten danach eine Verringerung ihres Zinsüberschusses in Relation zur Bilanzsumme von 0,1 Prozentpunkten. Ein weiteres Drittel geht von einem Rückgang zwischen 0,1 und 0,3 Prozentpunkten aus, während sechs Prozent der Institute einen noch stärkeren Rückgang befürchten.

„Hinter diesen kleinen Zahlen verbergen sich materiell große Auswirkungen. Im Verlauf der letzten Jahre ist die Zinsspanne deutscher Banken kontinuierlich gesunken. 2009 lag sie im Schnitt bei 1,14 Prozent. Ein Rückgang von 0,1 Prozentpunkten bedeutet daher eine fühlbare Ertragsschmälerung“, erläutert Henning Schneider, Leiter Vertrieb Banken bei Allianz Global Investors. Für eine mittelgroße Kreditgenossenschaft beispielsweise mit einer durchschnittlichen Bilanzsumme von 620 Millionen Euro bedeute dies eine Ertragseinbuße von über 600.000 Euro pro Jahr.

Um sich frühzeitig auf dieses Szenario einzustellen, steuert laut der AGI-Studie die Mehrheit der befragten Institute bereits heute gegen. 58 der 125 befragten Geldhäuser gab an, auf der Suche nach neuen Ertragsquellen im Einlagengeschäft zu sein. Weitere Anpassungen sind der Umfrage zufolge eine aktive Veränderung der Bilanzstruktur sowie eine Ausweitung des Kreditgeschäfts. 17 Banken erklärten indes, Anlageentscheidungen im Rahmen des Einlagengeschäfts zunächst zurückzustellen.

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