Über ein unkalkulierbar großes Risiko

Was macht man mit einem Fußballspieler, der nicht die entsprechende Leistung erbringt? Er wird ausgewechselt, weil er ansonsten die Leistungsfähigkeit der Gesamtmannschaft schwächt. Im Übrigen würde dies den Angelsachsen die Munition nehmen, von ihren eigenen, größeren Problemen abzulenken und den Zeigefinger auf die Eurozone zu richten. Grundsätzlich wäre eine Pleite Griechenlands jetzt finanziell verkraftbar, Pleiten von Spanien und Italien später sind es nicht.

Bitte keine Alibis mehr

Die Politik darf diesen sicherlich steinigen Weg nicht scheuen, darf keine mittelmäßigen Zwischenlösungen mehr anbieten und muss zügig handeln. Schon gar nicht sollten sich Politiker des Alibis fehlender rechtlicher Grundlagen für einen Austritt bedienen. Es gab ja auch keine rechtlichen Grundlagen für die „alternativlose“ Aufgabe der Euro-Stabilitätskriterien der Eurozone. Getan hat man es trotzdem.

Wir brauchen alternativlos mutige Helden, die die Eurozone mit frischen Ideen wie der Rekapitalisierung von Banken retten, keine Anti-Helden, die sie nur mit alten Kamellen wie Rettungspaketen verwalten. Nur so kommt es auch beim Action-Film „Euro-Krise“ noch zu einem guten Ende. Die aktuelle Realsatire ist nicht mehr mit anzusehen.

Robert Halver leitet die Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Mit Wertpapieranalyse und Anlagestrategien beschäftigt er sich seit Abschluss seines betriebswirtschaftlichen Studiums 1990. Halver verfügt über langjährige Erfahrung als Kapitalmarkt- und Börsenkommentator und ist durch regelmäßige Medienauftritte bei Fernseh- und Radiostationen, auf Fachveranstaltungen und Anlegermessen sowie durch Fachpublikationen präsent.


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Foto: Baader Bank

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