3. September 2012, 17:20
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„Alpha-Papiere“: Top oder Flop?

„Ein gebranntes Kind scheut das Feuer“, diese Redensart dürfte am Zertifikatemarkt kaum auf einen anderen Produktansatz stärker zutreffen, als auf die sogenannten „Alpha-Papiere“, die noch zu Zeiten vor der Finanzkrise 2008 wie „warme Semmeln“ an die Anlegerschaft verkauft wurden.

Zertifikat in „Alpha-Papiere“: Top oder Flop?Mit Verkaufsargumenten wie „gewinnen bei steigenden und fallenden Märkten“ oder der Aussicht auf „marktneutrale“ Renditen wurden Investoren damals scharenweise „geködert“. Dabei erscheint das auch von vielen Hedgefonds praktizierte Prinzip auf den ersten Blick eigentlich ebenso einfach wie genial.

Identifiziere eine geeignete Strategie als Alphaquelle, kaufe sie und shorte gleichzeitig eine zugehörige Benchmark, die sich bislang signifikant schlechter entwickelt hat. Das einzige was zählt, ist hier die relative Outperformance zwischen den beiden Basiswerten, das Markt- bzw. Betarisiko wird dagegen fast gänzlich ausgeschaltet. Soviel zur Theorie.

In der Praxis sieht die Sache leider häufig ganz anders aus. Das Hauptproblem liegt nämlich darin, überhaupt einen geeigneten Alpha-Lieferanten zu finden, der auch längerfristig hält was er vielleicht kurzfristig aufgrund der Vergangenheitsentwicklung verspricht.

So werden z.B. oft simple Brancheneffekte oder hohe Betawerte in einer Übertreibungsphase fälschlicherweise für ein passendes Outperformance-Kriterium gehalten. Ein fataler Irrtum, der sich schnell rächt. Denn der ex definitione „ausgesperrte“ Markt kann dann auch nicht mehr helfen.

Auch in der Hochphase der Alpha-Zertifikate vor einigen Jahren ließ man ziemlich blauäugig bislang überzeugende europäische Dividenden-Indizes gegen den heimischen DAX reihenweise ins offene Messer laufen, wobei man auf der Long-Seite sogar meist auch noch die dividenden-bereinigte Kurs-Variante heranzog.

Das Fiasko nahm fast zwangsläufig seinen Lauf und brachte die ebenso interessante wie gefährliche marktneutrale Vorgehensweise derart in Verruf, dass heute leider bis auf wenige Ausnahmen kaum noch entsprechende Long-Short-Papiere existieren.

Dies ist aber auch ein weiteres Indiz dafür, dass es an den Anlagemärkten trotz der immer wieder neu kreierten Produkte kaum wirkliche Outperformance-Strategien gibt, die diesen Namen auch verdienen.

Seite zwei: RBS überzeugt mit ihrem Ansatz

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