14. Oktober 2013, 12:04
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“Es geht um Rendite auf Kosten des Kunden”

Professor Dr. Max Otte ist Wertpapierspezialist und Value Investor. Mit Cash. sprach er über den Fortgang der Eurokrise und seinen neuen Fonds.

Fonds

Max Otte, Finanzexperte: “Der Dax ist mittlerweile fair bewertet, aber die Anleger entdecken erst jetzt die Aktienanlage wieder.”

Cash.: Einer Ihrer Kollegen aus dem Wissenschaftsbetrieb hat unlängst moniert, dass viele Banken, die Eigenhandel betreiben, ihren Kunden oft Aktien ins Portfolio legen, die sie selbst für nicht mehr ertragreich halten. Überrascht Sie dieses Vorgehen?

Otte: Die Sitten in der Branche spotten jeder Beschreibung. Es gibt kaum noch Institute, die ehrlich und kundenorientiert arbeiten. Es geht wirklich um Rendite auf Kosten des Kunden. Deshalb überraschen mich die Ergebnisse der Studie nicht wirklich. Die derzeit stattfindende Regulierung bringt wenig, wenn sich die Einstellung der Banken nicht grundsätzlich ändert.

Das heißt, die jüngst auf EU-Ebene durchgewunkene Bankenaufsicht wird keine Trendumkehr einleiten?

Mit der Regulierung ist es ein bisschen wie im Sozialismus. Es werden komplexe Regeln aufgestellt und dennoch wird es immer jemanden geben, der diese Regeln unterläuft. Wir bräuchten stattdessen eine Aufsicht mit echter Machtbefugnis, eine Art Finanz-TÜV, der die Produkte genehmigen muss, bevor sie in den Markt gehen.

Wir brauchen eine echte Prüfung der Produkte nicht nur, wie derzeit, eine formale Begutachtung der Prospekte. Jeder Rasenmäher muss zum TÜV, Finanzderivate, die Massenvernichtungswaffen unter den Anlageprodukten, rutschen so durch.

Darüber hinaus sollte sich die Prüfung auch auf die Eigenkapitalbasis beziehen. Wenn diese Position ausreichend groß wäre, ließen sich auch viele Probleme vermeiden.

Sollten Anleger deshalb besser in Fonds investieren oder droht dort unter Umständen dasselbe Schicksal?

Es gibt durchaus gute Fonds, aber auch hier sieht man, dass die Regulierung auch falsche Blüten treibt. Schließlich gibt es auch dort mittlerweile zahlreiche Akteure, die sich gegenseitig kontrollieren sollen. Eine echte Wertschöpfung geschieht aber häufig nur an ein oder zwei Stellen.

Die Fondsanlage allerdings grundsätzlich der Vermögensverwaltung, bei der es durchaus auch seriös zugehen kann, vorzuziehen, wäre allerdings zu kurz gesprungen.

Sie selbst bieten zwei Fonds an. Jüngst haben Sie den Max Otte Vermögensbildungsfonds lanciert. Wo liegen die Unterschiede?

Der neue Fonds ist im Gegensatz zum PI Global Value ein deutscher Fonds, der aufgrund seiner geringen Größe noch beweglicher ist als der PI Global Value. Im Prinzip läuft der neue Fonds auch nach der bewährten Methode. Wir wollten außerdem ein Vehikel haben für den deutschen Sparplankunden.

Seite zwei: Was verbirgt sich hinter der Königsanalyse?

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