Sarasin: Tapering aufgeschoben

Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Federal Reserve, hat es geschafft die Finanz- und Kapitalmärkte zu überraschen, meinen die Analysten der Schweizer Bank Sarasin. Ein Ende der Hilfsmaßnahmen (Tapering) habe schon fast als ausgemachte Sache gegolten.

Die US-Notenbank hat folgende Gründe angeführt, vorerst auf das Tapering zu verzichten: „Erstens möchte die Fed noch weitere Anzeichen der Erholung sehen und zweitens macht sie sich Sorgen, dass der starke Zinsanstieg die Konjunktur beinträchtigen könnte. Die zehnjährigen US-Renditen sind seit dem Mai um gut 140 Basispunkte auf ein Niveau von zwischenzeitlich drei Prozent gestiegen“, erklärt Sarasin-Ökonom Alessandro Bee.

Wirtschaft von Zinsanstieg nicht beeindruckt

In den USA sind noch keine Auswirkungen der Zinserhöhungen auf das wirtschaftliche Umfeld auszumachen. Das sagt auch Bee:  „Nach nur knapp drei Monaten ist es auch zu früh um beurteilen zu können, inwiefern der Zinsanstieg die Realwirtschaft tangiert. Aber selbst Stimmungsindikatoren scheinen bisher noch keinen großen Schaden genommen zu haben. Die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe stieg in den letzten drei Monaten stark an. Auch auf dem Häusermarkt ist noch keine Eintrübung des Klimas festzustellen. Das Häusermarktvertrauen liegt bei 58 Punkten – dem höchsten Stand seit Ende 2005.“

Indikatoren zeigen bislang keine schlechteren Bedingungen auf den Finanzmärkten an. Nur im Konsumentenvertrauen zeichnet sich Bee zufolge bereits eine Abkühlung ab. (mr)

Foto: Shutterstock

 

 

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