Axa IM: Euro-Wirtschaft bremst ab

Die Analysten von Axa IM befürchten ein Stagnation im Euroraum und senken ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr von 1,4 auf 0,8 Prozent.

 

Schuld sind nach Einschätzung von Franz Wenzel, Leiter Anlagestrategie bei der französischen Fondsgesellschaft, die „Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine, die nicht enden wollende Rezession in Italien und der ausbleibende Anstieg der Unternehmensgewinne“.

Starker Abschwung in Deutschland

Vor allem der Abschwung in Deutschland falle offenbar stärker aus als erwartet, so Wenzel: „Die deutsche Wirtschaft ist sehr export- und industrielastig. Auch wenn der schwächere Euro eine Rezession verhindern dürfte, rechnen wir frühestens Mitte 2015 mit einem deutlichen Aufschwung.“

Also Lösung fordert Wenzel: „Die Europäische Zentralbank (EZB) muss sich endlich zum Quantitative Easing entschließen, und die Fiskalpolitik muss wachstumsfreundlicher werden.“

US-Prognosen nach oben korrigiert

Ganz anders sieht es auf der anderen Seite des Atlantiks aus. Aufgrund der guten Investitions- und Konsumaussichten haben die Volkswirte von Axa IM die Wachstumsprognose 2015 für die USA von 2,5 auf 2,7 Prozent angehoben.

Wenzel erklärt: „Die Knappheit am Arbeitsmarkt dürfte die Fed zu einer ersten Zinsanhebung Mitte 2015 bewegen. Allerdings könnten der stärkere Dollar und niedrigere Energiepreise den Zinsschritt hinauszögern.“

Aufgrund der schlechteren Lage ändern die Axa-Strategen ihre aktuelle Empfehlung: „Im Aktienbereich raten wir jetzt dazu, Japan überzugewichten. Japanische Aktien sind momentan attraktiv bewertet, das Kurs-Gewinn-Verhältnis und das Kurs-Buchwert-Verhältnis sind niedriger als in den USA und in Europa. Außerdem steigt die Lohninflation in Japan – eine wichtige Voraussetzung für eine höhere Binnennachfrage und ein Ende der Deflation.“

Die Emerging Markets außerhalb Asiens sollten Anleger jedoch untergewichten: „Wenn der erste Zinsschritt der Fed naht, werden Mittelabflüsse hier wahrscheinlicher.“

An ihrer Empfehlung, Renten unterzugewichten, halten sie dagegen fest. Bei Staatsanleihen bevorzugen sie weiterhin den Euroraum gegenüber den USA. Bei Unternehmensanleihen setzen sie auf Investmentgrade-Titel aus dem Euroraum und High-Yield-Bonds aus den USA.

Wenzel erläutert die Gründe: „Die anhaltenden Mittelabflüsse könnten Euro-denominierte Hochzinspapiere weiter unter Druck setzen, in den USA scheint das Gegenteil der Fall zu sein: Hier sprechen das höhere Wachstum und die allmählich steigenden Staatsanleiherenditen eher für High-Yield-Anleihen als für langlaufende Investmentgrade-Papiere.“ (mr)

Foto: Shutterstock

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