Aquila: EM-Anleihe-Investments erfordern Risikomanagement

Emerging-Markets-Anleihen sind nominal hochverzinslich, werden in ihrer Gesamtrendite aber von den Wechselkursen lokaler Währungen zu US-Dollar und Euro beeinflusst. Der schwache Jahresstart zeigt aus Sicht der Hamburger Fondsgesellschaft Aquila Capital, wie wichtig ein flexibles Risikomanagement ist.

Die Ankündigung des Einstiegs in den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik der Fed durch den ehemaligen US-Notenbankpräsidenten Ben Bernanke im Frühjahr 2013 hat die Kapitalströme weltweit umgelenkt. Insbesondere zogen Investoren Kapital aus den Emerging Markets ab: „Dazu kamen auch eine Reihe negativer Nachrichten aus einzelnen Schwellenländern wie Argentinien, Venezuela, Ukraine und der Türkei. Das heißt, dass Investitionen in Emerging-Markets-Anleihen im vergangenen Jahr oftmals negativ rentierten“, erklärt Torsten von Bartenwerffer.

EM-Debt: 2014 bislang ebenfalls durchwachsen

Im Januar 2014 schnitten in US-Dollar denominierte Anleihen von Schwellenländern mit minus 0,7 Prozent erneut schwach ab. Die lokalen Anleihenmärkte sahen mit minus 2,7 Prozent aufgrund der Währungskomponente ein noch größeres Minus.

Investoren haben es laut von Bartenwerffer mit einer offensichtlich erneut gestiegenen Volatilität auf den Schwellenmärkten zu tun: „Es darf mit einiger Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass Anleihen aus Schwellenländern langfristig weiter ein wichtiger Ertragsbaustein in den Portfolios institutioneller Investoren bleiben werden. Das Wachstumspotenzial ist schlicht höher als in den entwickelten Ländern, die relative Verschuldung niedriger. Aber die langfristig vorhandene Attraktivität wird oftmals von kurzfristigen Ereignissen beeinträchtigt. Hier aber das richtige Timing für einen Einstieg zu finden, ist für einen diskretionär agierenden Investor eine echte Herausforderung.“

Von Bartenwerffer empfiehlt Investoren den hauseigenen risikoparitätischen Ansatz, der etwa im ACQ Risk Parity Bond Fund von Aquila Capital umgesetzt wird. Dieser sieht vor, alle Anlageklassen im Portfolio nach ihrem Risiko gleich zu gewichten: „Das heißt, dass in Phasen, in denen der Risikobeitrag einer Sub-Asset-Klasse steigt, ihr Anteil am Portfolio reduziert wird“, so von Bartenwerffer.

Aquila Capital wurde 2001 gegründet und verwaltet eigenen Angaben zufolge ein Vermögen von  6,6 Milliarden Euro. (mr)

Foto: Aquila Capital

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