12. Juni 2014, 14:29
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“Markt für Hybridanleihen durchläuft Renaissance”

Dierk Brandenburg, Senior Kreditanalyst bei Fidelity Worldwide Investment, hält große Stücke auf den Markt der Hybridanleihen weltweit.

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Dierk Brandenburg, Fidelity, ist vom Potenzial von Hybridanleihen überzeugt.

Der Markt für Hybridanleihen durchläuft eine Renaissance. Seit Anfang 2013 hat sich der Markt weltweit von 40 auf 80 Milliarden US-Dollar verdoppelt. Ein vorteilhaftes Marktumfeld sowie die Suche der Investoren nach Rendite angesichts historisch niedriger Zinsen haben allein 2013 zu Emissionen in Höhe von 30 Milliarden Dollar geführt.

Aktuell bringen diese Papiere im Schnitt 200 Basispunkte mehr als traditionelle Unternehmensanleihen. Allerdings bergen Hybrid-Papiere auch höhere Risiken als normale Corporate Bonds. Investoren sollten deshalb ihre Funktionsweise genau verstehen.

Kreuzung aus Eigen- und Fremdkapital

Hybrid-Papiere sind eine Kreuzung aus Eigen- und Fremdkapital. Sie weisen, wie Anleihen, einen Nennwert auf und bieten eine laufende Verzinsung. Dazu kommt die aktienähnliche Komponente: Der Emittent kann die Zinszahlungen aufschieben oder ganz annullieren, die Rückzahlung verschieben – womit die Laufzeit theoretisch unbegrenzt sein kann – und Unternehmensverluste durch die Abschreibung auf den Nennwert oder die Umwandlung in Aktien absorbieren.

Zudem sind Hybrid-Bonds nachrangige Schuldverschreibungen. Im Konkursfall sind Investoren folglich schlechter gestellt als die Besitzer normaler Firmenbonds und nur wenig besser als die Aktionäre der Gesellschaft. Auch kann der Emittent diese Papiere jederzeit kündigen und zum aktuellen Kurs zurückgeben, wodurch herbe Verluste entstehen können.

Gründliche Einzeltitelanalyse ist entscheidend – insbesondere auch bei CoCos

Eine genaue Analyse der Emittenten, der Ausgestaltung der Bonds, die von Anleihe zu Anleihe variiert, sowie deren Bewertung sind deshalb eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Investment. Das gilt auch für die von Banken begebenen Contingent-Convertible-Anleihen, kurz CoCo-Bonds.

Sie gelten als regulatorisches Instrument, um den Finanzsektor zu stabilisieren. Seit Ende 2009 hat sich das ausstehende Volumen an CoCo-Bonds mehr als vervierfacht, auf nun rund 85 Milliarden Dollar. Attraktiv sind diese Papiere, weil sie gegenüber hybriden Unternehmensanleihen nochmals einen Aufschlag von 150 Basispunkten bieten. In manchen Regionen liegt die durchschnittliche Rendite bei rund sechs Prozent.

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