„Es ist ein Kommunikationsvakuum entstanden“

Thomas Lange, Chef der Hamburger Vermögensverwaltung Lange Assets & Consulting, sprach mit Cash. über die Fehlsteuerung bei Banken und über die Herausforderungen im Geschäft der Vermögensverwaltung.

„Die Banken in Deutschland haben es versäumt, ihre Kostenstrukturen den neuen Gegebenheiten anzupassen.“

Cash.: Was haben Privatbanken in der Vergangenheit falsch gemacht und wie sind sie aktuell aufgestellt?

Lange: Falsch ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck. Ich glaube einfach, sie haben den Zug verpasst. Die Banken in Deutschland haben es versäumt, ihre Kostenstrukturen den neuen Gegebenheiten, insbesondere dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld, anzupassen, wodurch die Profitabilität enorm gelitten hat.

Denn es wurde massiv unterschätzt, dass der Schock der Finanzkrise dazu führte, dass der Wunsch nach Aktien und höheren Renditen dem Wunsch nach mehr Sicherheit im Rentenbereich gewichen ist. Das ist äußerst problematisch, denn die Rentabilität eines Aktienkunden ist ungefähr dreimal so hoch wie die eines Rentenkunden.

Die Niedrigzinsphase sorgt dafür, dass Rentenkunden 1,5 bis 1,6 Steuern vor Steuern erzielen, diesen sind aber Gebühren von 0,8 bis 0,9 Steuern nur schwer zu vermitteln. Die Privatbanken versuchen, hier gegenzusteuern mit Abbau von Beratungskapazitäten, Reduzierung des Individualisierungsgrades in der Beratung und margenstarken Kollektivprodukten.

Welche Rolle spielt die Politik?

Auch die Reaktion der Politik auf die Folgen der Finanzkrise wurde in vielerlei Hinsicht unterschätzt. Eine anhaltend hohe Regulierung, die unter anderem eine höhere Transparenz bei der Kostenstruktur der Bankdienstleistungen forciert und auch hinsichtlich der Berichterstattung an die Kunden im Bereich von Performance und Wertermittlung inklusive Kosten fordert, macht es nahezu unmöglich, schlechte Performance und überhöhte Gebühren noch zu vertuschen.

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In diesem Umfeld und mit den alten Konzepten ist es aus meiner Sicht schwer, Private Banking rentabel zu betreiben. Dies sieht man auch an den jüngsten Entscheidungen der Berenberg Bank, der Credit Suisse und der UBS, ihr Deutschlandgeschäft erheblich zu reduzieren.

 

Seite zwei: „Der fortschreitende Regulierungswahn macht eine Beratung zunehmend ineffizient

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