2. November 2015, 08:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Fed-Zinspolitik: Schöne neue Welt

Seit etwa zwei Jahren bereitet die Fed-Chefin Janet Yellen die Welt auf eine vorsichtige Zinswende in den USA vor. Ein Minizinsschritt um 0,25 Prozentpunkte wird erwartet. Warum eigentlich? Wir leben doch sowohl in den USA als auch in Europa in unserer schönen neuen Welt ganz gut.

Gastbeitrag von Tim Bröning, Fonds Finanz Maklerservice

Fed-Zinspolitik: Schöne neue Welt

Tim Bröning: “Durch eine Zinsanhebung würde nicht nur die Zinslast, sondern auch der Reformdruck auf die Politik wieder steigen.”

Alle Häuslebauer und Unternehmen genießen niedrige Kreditzinsen, die Energiekosten sinken auf breiter Front für Verbraucher und Industrie, zeitgleich steigen die Vermögenswerte (Immobilien, Aktien), dem Arbeitsmarkt geht es nicht schlecht, wir erleben moderates Wirtschaftswachstum und haben keine nennenswerte Inflation.

Den amerikanischen Verbrauchern, die sich so gerne für Konsum verschulden, gefällt die derzeitige Nullzinspolitik auch ganz gut und die US-Politiker, die einen Schuldenberg von ca. 18 Billionen Dollar und damit verbundene jährliche Zinsausgaben von 430 Milliarden Dollar vor sich herschieben, wären sicherlich auch nicht begeistert über eine Zinsanhebung.

Zinsanhebung würde Reformdruck erhöhen

Dadurch würde nicht nur die Zinslast, sondern auch der Reformdruck auf die Politik wieder steigen. Außerdem hätten höhere US-Zinsen tendenziell einen stärkeren US-Dollar zur Folge, der eine Reihe negativer Auswirkungen hätte. Zum Beispiel würde damit vermutlich der Kapitalrückfluss aus den Schwellenländern zunehmen und eine weitere Abwertung ihrer eigenen Währungen bewirken.

Immer mehr in US-Dollar verschuldete Unternehmen könnten ihre Kredite nicht mehr bedienen. Da wären amerikanische Gläubiger sicherlich nicht begeistert. Gleichzeitig würde die Kaufkraft der Schwellenländer sinken und somit der Wachstumsmarkt für die dann teuren US-Exporte wegbrechen.

Damit einhergehend würden die Exporte aus den Schwellenländern sehr viel konkurrenzfähiger werden und Druck auf die amerikanische Handelsbilanz ausüben. Die Amerikaner müssten Bremsspuren in der amerikanischen Wirtschaft befürchten.

Seite zwei: Experten sprechen vom Währungskrieg

Weiter lesen: 1 2

1 Kommentar

  1. Die Schweizer haben ihre Mindeststimmenzahl für die Vollgeldinitiative zusammen. Das “Geldschöpfen aus dem Nichts” kann somit den privaten Banken zumindest in der Schweiz verboten werden. Andere Länder sollte diesem Beispiel folgen. In einer demokratischen Gesellschaft gehört die Kontrolle des öffentlichen Zahlungsmittels in
    die Hand einer demokratisch legitimierten öffentlichen Institution und nicht in die Hände privater Banken, die nur Gewinne auf Kosten von Mensch und Umwelt machen.

    Kommentar von H. Braun — 3. November 2015 @ 07:09

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Kleinlein: “Sehen in Frau von der Leyen eine Chance auf eine starke Kommissionspräsidentin”

Der Bund der Versicherten e. V. sieht die Wahl von Ursula von der Leyen zur EU-Kommissionspräsidentin mit vorsichtigem Optimismus in Sachen Altersvorsorge. So hat Frau von der Leyen als ehemalige Bundesministerin für Arbeit und Soziales Erfahrung im Bereich Altersvorsorge.

mehr ...

Immobilien

Anstieg um 95 Prozent oder Rückgang um 19 Prozent: Hauspreise in NRW klaffen weiter auseinander

Obwohl Lennestadt und Düsseldorf nur 90 Kilometer Luftlinie trennen – bei Angebotspreisen für Häuser liegen zwischen den beiden Städten Welten. Die Schere der Immobilienpreise in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat sich in den vergangenen 5 Jahren sogar noch weiter geöffnet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von immowelt.de, in der Hauspreise der Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern in Nordrhein-Westfalen untersucht wurden.

mehr ...

Investmentfonds

ÖKOWORLD bietet Eltern und Großeltern den passenden politischen Investmentfonds

Der Zusammenschluss „Parents for Future“ ist eine wirkungsvolle Initiative, die jungen Menschen der “Fridays für Future”-Bewegung in ihren Forderungen nach einer konsequenten Klima- und Umweltschutzpolitik unterstützt. Der ROCK ´N `ROLL FONDS von ÖKOWORLD ist als erster Elternfonds der Welt ist genau für diese Community gemacht.

mehr ...

Berater

Blockchain: Den Anschluss verloren

Während der Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr zeigte sich, dass Deutschland momentan im viel zitierten Lieblingssport nur noch zum unteren Durchschnitt gehört. Neue Ansätze sollen die entstandene Lücke zur Weltspitze wieder schließen. Ähnlich verhält es sich im Bereich Wirtschaft: Was beispielsweise das Thema Blockchain betrifft, gilt es für die Bundesrepublik noch einiges nachzuholen. Ein Kommentar von Matthias Strauch, Vorstand der Intervista AG.

mehr ...

Sachwertanlagen

Aberdeen Standard Investments nimmt schwedische Immobilien ins Portfolio

Aberdeen Standard Investments (ASI) hat seinen paneuropäischen Wohnimmobilienfonds Aberdeen Pan-European Residential Property Fund (ASPER) SICAV-RAIF mit dem Kauf eines Portfolios neuer Wohnimmobilien in Schweden erweitert. Mit dieser jüngsten Akquisition ist das Fondsportfolio nun über sechs Länder und 27 verschiedene Anlagen diversifiziert und hat ein Vertragsvolumen von über 750 Mio. Euro erreicht.

mehr ...

Recht

Testament: Warum es bei Patchwork-Familien ein Muss ist

Stief- und Patchwork-Familien sind längst keine Seltenheit mehr, sondern für viele Menschen ist es der Alltag. Warum für diese Familienkonstellationen ein Testament unabdingbar ist. Interview mit Cornelia Rump, Fachanwältin für Erbrecht, in einem Interview mit der Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“.

mehr ...