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9. Januar 2015, 09:09
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Renminbi-Bonds attraktive Anleihealternative

Die Internationalisierung der chinesischen Währung kommt dem Anleihemarkt zugute.

Marktkommentar: Carsten Roemheld, Fidelity Worldwide Investment

 

Fidelity

Carsten Roemheld, Fidelity Worldwide Investment

 

Anleihen in chinesischen Renminbi spielen eine immer wichtigere Rolle in den Portfolios der Investoren. Die Währung findet global zunehmend mehr Akzeptanz, und ausländische Anleger finden inzwischen einen guten Zugang zu der Assetklasse. Offshore-Renminbi-Anleihen – also festverzinsliche Wertpapiere, die außerhalb des chinesischen Festlandes in der chinesischen Währung begeben werden – bieten attraktive Renditen, zumal in diesem Segment Emittenten mit Investment-Grade-Rating dominieren.

Seit rund fünf Jahren treibt die chinesische Regierung die Internationalisierung der heimischen Währung voran – mit Erfolg. Verschiedene Initiativen und Programme haben den Renminbi populärer werden lassen. So gewinnt die Währung etwa bei Handelsfinanzierungen an Bedeutung. Laut einer Studie der Deutschen Bank nutzt aktuell jedes dritte deutsche Unternehmen Chinas Währung in den Handelsbeziehungen. Weitere 17 Prozent planen dies für die nähere Zukunft.

Stark wachsender Anleihemarkt

Das beeinflusst auch den Anleihemarkt: Im Umfeld zunehmender Internationalisierung der chinesischen Währung und der unterschiedlichen Geldpolitik der großen Zentralbanken bieten Offshore-Renminbi-Anleihen wohl eine der besten Gelegenheiten, die derzeit im Fixed-Income-Bereich zu finden sind. Ausgehend von einem recht unbedeutenden Level 2010, hat der Markt mittlerweile ein Volumen von mehr als 700 Milliarden Renminbi, umgerechnet rund 115 Milliarden US-Dollar, erreicht.

Mehr Effizienz und eine größere Diversifizierung sind die Folge. Trotz der zwischenzeitlichen Schwäche des Renminbi zum US-Dollar stieg auch die Zahl der Emissionen auf ein Rekordhoch. Unter den Emittenten sind nicht nur chinesische Unternehmen, sondern zunehmend auch multinationale Unternehmen hoher Qualität und sogar ausländische Regierungen.

So hat die britische Regierung im Oktober 2014 als erstes westliches Land Anleihen in der chinesischen Landeswährung zur Finanzierung der ausländischen Währungsreserven herausgegeben. Die Emission signalisiert eine neue Phase in der Entwicklung des noch recht jungen Offshore-Renminbi-Anleihemarktes. Die Laufzeit der Anleihe beträgt drei Jahre, verzinst wird sie mit 2,7 Prozent. Mehr als die Hälfte der Investoren, die diese Anleihe zeichneten, stammt aus Asien, ein Drittel aus Europa, dem Mittleren Osten sowie Afrika. Der Rest kommt aus den USA und aus Südamerika.

Wachsender Markt erhöht Liquidität und Diversifizierung 

Insgesamt umfasst das Universum der Offshore-Renminbi-Anleihen aktuell mehr als 250 Emittenten, von denen 85 Prozent Investment Grade oder gleichwertig geratet sind. Obwohl Emittenten aus China und Hongkong weiterhin den Großteil am Renminbi-Bondmarkt ausmachen, wächst die Zahl der Emittenten aus anderen Ländern, was zu einer größeren Diversifizierung beiträgt. Mit dem Wachstum verbessert sich auch die Liquidität des Marktes.

Die Renditen der Offshore-Renminbi-Anleihen dürften attraktiv bleiben. Laut den ,,Dim Sum”-Indizes der Bank of America Merrill Lynch liegen sie aktuell für Unternehmensanleihen bei rund 5 Prozent und für Staatsanleihen bei rund 3 Prozent. Das bietet einen Puffer für den Fall, dass die Währung schwächelt. Wir gehen aber davon aus, dass der Renminbi weiter stabil bleiben wird.

Die chinesische Regierung ist nämlich sehr daran interessiert, eine weltweit akzeptierte Reservewährung aufzubauen. Langfristig bietet der Renminbi aufgrund wirtschaftlicher und politischer Treiber sogar deutliches Wertsteigerungspotenzial. Schließlich legen die Zentralbanken einen wachsenden Anteil ihrer Reserven in der chinesischen Währung an. Auch das verdeutlicht, dass ein Renminbi-Investment eine zukunftsweisende Strategie ist.

 

Autor Carsten Roemheld ist Kapitalmarktstratege bei Fidelity Worldwide Investment, Kronberg im Taunus.

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