7. September 2015, 09:29
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Es wird nur kleine Zinsschritte geben”

Die DJE Kapital AG ist seit mehr als 40 Jahren am Markt. Cash. sprach mit dem Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzenden Dr. Jens Ehrhardt sowie mit seinem Sohn und Vorstandsmitglied Dr. Jan Ehrhardt über die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinswende und die Zukunft des Hauses DJE.

Zinsschritte

Die Vorstände der DJE Kapital AG, Dr. Jan Ehrhardt (links) und Dr. Jens Ehrhardt.

Wir hatten vor anderthalb Jahren darüber gesprochen, dass die Notenbanken die Kurse treiben. Ist das immer noch der entscheidende Treiber?

Jens Ehrhardt: Ich sage Ja. Ich glaube, das ist mit der entscheidende Treiber. Gut, es gab zwar im zweiten Quartal wieder rückläufige Kurse, obwohl so viel Geld gedruckt wurde. Aber am Beispiel der amerikanischen Geldpolitik war gut abzulesen, wie groß der Effekt tatsächlich ist. Für das zweite Halbjahr sind wir für Aktien durchaus positiv gestimmt, auch deshalb, weil die Politik der Notenbank so expansiv ist.

Jan Ehrhardt: In Europa ist die Geldmenge im letzten Monat 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Das ist ein recht ordentlicher Anstieg und unterstreicht auch, wie die Aktienmärkte mit entsprechendem Zeitverzug dadurch unterstützt werden.

Werfen wir mal eine Blick auf Amerika. Das ist ja so ein bisschen wie das Blümchenspiel. Sie kommt, sie kommt nicht, sie kommt, sie kommt nicht. Wann kommt sie denn nun, die Zinswende?

Jens Ehrhardt: Am Jahresanfang haben noch 85 Prozent gesagt, die Zinswende kommt dieses Jahr, jetzt sagen es noch 15 Prozent.

Jan Ehrhardt: Unabhängig davon, wann der genaue Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung ist, sie wird in jedem Fall gering sein. Und ein Viertelprozent Anstieg dürfte für die Börse, für den Aktienmarkt keine gravierenden Auswirkungen haben. Interessant ist eher die Frage, wie hoch können die Zinsen in dem gesamten Zinszyklus überhaupt steigen? Und das wird bei Weitem unter den Niveaus sein, die wir in der Vergangenheit gesehen haben. Der Grund dafür liegt in der aktuell deutlich höheren Verschuldung vieler Volkswirtschaften als noch in den letzten Jahrzehnten. Deshalb werden wir vermutlich nicht so schnell wieder Kurzfristzinsen von vier Prozent sehen. Es wird nur kleine Zinsschritte geben. Der gesamte Zyklus dürfte die Marke von zwei Prozent nicht überschreiten.

Seite zwei: “Mehr ein Aktienhaus denn ein Mischfondshaus”

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Krankenversicherung: Aktuare halten Beiträge bis zu 25 Prozent für möglich

Arbeitnehmer wie Arbeitgeber müssen künftig mit deutlich steigenden Sozialversicherungsbeiträgen rechnen. Davon ist neben der Rentenversicherung insbesondere die gesetzliche Kranken- (GKV) und soziale Pflegeversicherung (SPV) betroffen. Aber auch die private Kranken- und Pflegeversicherung steht vor großen Herausforderungen. Darauf weist der Past President der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV), Roland Weber, heute in Köln hin.

mehr ...

Immobilien

Wie die Online- und Offlinewelten in der Maklerbranche immer mehr zusammenwachsen

Digitalisierung und Disruption sind zwei der zentralen Themen in der Immobilienbranche. Was einst in Stein gemeißelt war, erfährt aktuell mitunter durch Proptechs einen sukzessiven Wandel. Während etablierte Maklerhäuser zunehmend digitale Prozesse in ihr Tagesgeschäft integrieren, müssen sich die Proptechs darüber Gedanken machen, was sie noch analog respektive menschlich bedienen müssen, um den Bedürfnissen gerecht zu werden.

mehr ...

Investmentfonds

Genug vom Brexit-Chaos: Brokerhaus GKFX zieht Retail-Geschäft aus London ab

Der Online-Broker GKFX, führender Anbieter von Online-Trading in den Bereichen Forex und CFDs, verlegt den Standort für sein Privatkundengeschäft. Grund dafür ist die unübersichtliche politische Lage in Großbritannien rund um den bevorstehenden Brexit. Sämtliche bisherige Finanzprodukte und sonstige Services wie die beliebten Webinar-Reihen bleiben bestehen und werden den Kunden künftig unter der Handelsmarke GKFX Europe angeboten. Kunden aus dem deutschsprachigen Raum werden nach wie vor vom Team der Niederlassung in Frankfurt betreut.

mehr ...

Berater

Ruhestandsplanung: Was bringen steuerliche Anreize?

Auf politischer Ebene werden zur Zeit verschiedene Ansätze diskutiert, wie die Deutschen zu einer besseren Ruhestandsplanung bewegt werden können. Cash. Online fragte die MLP-Expertinnen Miriam Michelsen und Ursula Blümer, was sie von den Vorschlägen halten.

mehr ...

Sachwertanlagen

„INP Deutsche Pflege Invest“: Offener Spezial-AIF erwirbt drei weitere Pflegeimmobilien

Das Immobilienportfolio des für institutionelle Investoren konzipierten offenen Spezial-AIF „INP Deutsche Pflege Invest“ ist um drei weitere Pflegeimmobilien ergänzt worden. Die INP-Gruppe, Asset Manager des Fonds, hat die Pflegeeinrichtung „Seniorensitz am Hegen“ in Hamburg-Rahlstedt, das „Haus St. Antonius“ in Kemnath (Bayern) und die „Altstadtresidenz Wernigerode“ in Wernigerode (Sachsen-Anhalt) für den Fonds erworben.

mehr ...

Recht

Vorsicht bei vorausfahrendem Fahrschulfahrzeug

Im Straßenverkehr müssen Autofahrer den Sicherheitsabstand stets so bemessen, dass sie auch bei plötzlichem Bremsen des Vorausfahrenden halten können. Besondere Vorsicht ist angesagt, wenn ein entsprechend gekennzeichnetes Fahrschulauto vorausfährt. Hier muss man auch damit rechnen, dass es ohne erkennbaren Grund abbremst. Die Württembergische Versicherung (W&W) weist auf ein Urteil des Landgerichts Saarbrücken (13 S 104/18) hin.

mehr ...