„Es wird nur kleine Zinsschritte geben“

Die DJE Kapital AG ist seit mehr als 40 Jahren am Markt. Cash. sprach mit dem Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzenden Dr. Jens Ehrhardt sowie mit seinem Sohn und Vorstandsmitglied Dr. Jan Ehrhardt über die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinswende und die Zukunft des Hauses DJE.

Die Vorstände der DJE Kapital AG, Dr. Jan Ehrhardt (links) und Dr. Jens Ehrhardt.

Wir hatten vor anderthalb Jahren darüber gesprochen, dass die Notenbanken die Kurse treiben. Ist das immer noch der entscheidende Treiber?

Jens Ehrhardt: Ich sage Ja. Ich glaube, das ist mit der entscheidende Treiber. Gut, es gab zwar im zweiten Quartal wieder rückläufige Kurse, obwohl so viel Geld gedruckt wurde. Aber am Beispiel der amerikanischen Geldpolitik war gut abzulesen, wie groß der Effekt tatsächlich ist. Für das zweite Halbjahr sind wir für Aktien durchaus positiv gestimmt, auch deshalb, weil die Politik der Notenbank so expansiv ist.

Jan Ehrhardt: In Europa ist die Geldmenge im letzten Monat 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Das ist ein recht ordentlicher Anstieg und unterstreicht auch, wie die Aktienmärkte mit entsprechendem Zeitverzug dadurch unterstützt werden.

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Werfen wir mal eine Blick auf Amerika. Das ist ja so ein bisschen wie das Blümchenspiel. Sie kommt, sie kommt nicht, sie kommt, sie kommt nicht. Wann kommt sie denn nun, die Zinswende?

Jens Ehrhardt: Am Jahresanfang haben noch 85 Prozent gesagt, die Zinswende kommt dieses Jahr, jetzt sagen es noch 15 Prozent.

Jan Ehrhardt: Unabhängig davon, wann der genaue Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung ist, sie wird in jedem Fall gering sein. Und ein Viertelprozent Anstieg dürfte für die Börse, für den Aktienmarkt keine gravierenden Auswirkungen haben. Interessant ist eher die Frage, wie hoch können die Zinsen in dem gesamten Zinszyklus überhaupt steigen? Und das wird bei Weitem unter den Niveaus sein, die wir in der Vergangenheit gesehen haben. Der Grund dafür liegt in der aktuell deutlich höheren Verschuldung vieler Volkswirtschaften als noch in den letzten Jahrzehnten. Deshalb werden wir vermutlich nicht so schnell wieder Kurzfristzinsen von vier Prozent sehen. Es wird nur kleine Zinsschritte geben. Der gesamte Zyklus dürfte die Marke von zwei Prozent nicht überschreiten.

Seite zwei: „Mehr ein Aktienhaus denn ein Mischfondshaus“

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