7. Oktober 2016, 14:09
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Bankenkrise wird das G20-Treffen dominieren

In den vergangenen Wochen stand die Bankenkrise im Mittelpunkt der Medienberichterstattung. Auch in der Politik gewinnt das Thema an Bedeutung. Gastkommentar von Ingo Mainert,  Allianz Global Investors

Mainert Ingo Hoch 21 in Bankenkrise wird das G20-Treffen dominieren

Ingo Mainert analysiert das anstehende G20-Treffen.

Beim Treffen der G20-Finanzminister und Notenbankchefs in Washington dürften zwei Themen eine besondere Aufmerksamkeit erfahren: Dies ist erstens die Stabilität der Bankensektors. Vor dem Hintergrund des neuesten Finanzstabilitätsberichts des Internationalen Währungsfonds und der Probleme einiger europäischer Banken dürften die Finanzinstitute aufgefordert werden, ihre Geschäftsmodelle zu adjustieren. Das heißt die strukturellen Trends der Digitalisierung und des Niedrigzinsumfelds stärker zu berücksichtigen. Spannend wird in diesem Zusammenhang sein, ob bzw. in wie weit Signale gesendet werden, dass das Instrument Negativzins – welches die Erträge des klassischen Bankgeschäfts belastet – allmählich ausgereizt ist. Dies wäre wünschenswert.

Re-Nationalisierung auch auf der Agenda

Zweitens dürfte die aktuell zu beobachtende Tendenz zur De-Globalisierung diskutiert werden. Das Brexit-Votum der britischen Bevölkerung und das Zurückrudern bei bedeutenden Handelsabkommen wie etwa TTIP sind hier Menetekel. Ein Mehr an Abschottung und Weniger an internationaler Kooperation hätte unweigerlich gravierende Auswirkungen. Weniger Welthandel bedeutet immer auch weniger Wirtschaftswachstum. Den Finanzministern und Notenbankchefs dürfte daran gelegen sein zu unterstreichen, dass die Globalisierung der letzten dreißig Jahre in toto eine Erfolgsgeschichte ist. Gleichwohl gilt es offen zu adressieren, wo Globalisierung versagt hat und wie ihre Früchte gerechter verteilt werden können.

Deutschland, das im Jahr 2017 den G20-Vorsitz übernimmt, dürfte sich erneut Druck ausgesetzt sehen, stärker als Konjunkturlokomotive zu agieren. Neben Kanada und Südkorea wird regelmäßig auch gegenüber Deutschland die Forderung erhoben, die fiskalischen Spielräume stärker zu nutzen. Finanzminister Wolfgang Schäuble dürfte dem entgegenhalten, dass das Land infolge des Flüchtlingszustroms bereits die Staatsausgaben erhöht hat, dass im Wahljahr 2017 Steuersenkungen geplant sind und dass die Investitionsquote hierzulande über dem europäischen Durchschnitt liegt. Ingo Mainert ist Chef-Anlagestratege Multi Asset Europa bei Allianz Global Investors, Frankfurt

Foto: Allianz Global Investors

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