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12. Oktober 2016, 08:30
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Beim Pfund könnte sich der Sinkflug fortsetzen

Das Britische Pfund erreichte in den vergangenen Tagen historische Tiefsstände erreicht. Allerdings fand eine Bodenbildung noch nicht statt. Gastkommentar von Ursina Kubli Bank J. Safra Sarasin AG

Kubli-Ursina-Sarasin-750 in Beim Pfund könnte sich der Sinkflug fortsetzen

Ursina Kubli analysiert die aktuelle Entwicklung des Britischen Pfunds.

Der Hauptgrund für die Vorbehalte sind Befürchtungen, dass Brexit sehr viel schneller kommen und härter werden könnte als bisher gedacht. Auch die Kritik von Theres May an der expansiven Geldpolitik der Bank of England (BoE) erodiert das Vertrauender Anleger, da die Erholung der Vorlaufindikatoren der britischen Wirtschaft wohl dem dezidierten Eingreifen der BoE nach dem Brexit-Votum zu verdanken ist. Politische Risiken werden weiterhin für heftigen Gegenwind sorgen.

Ungewöhnlich starke Volatilität

Die Kursschwankungen, welche das britische Pfund in der Nacht zum Freitag erfahren hatte, kennt man normalerweise nur bei Schwellenländerwährungen. Zwischenzeitlich ist das Pfund um mehr als sechs Prozent abgestürzt, erholte sich jedoch unmittelbar um fast drei Prozent und verharrte seither auf einem deutlich tieferen Niveau. Die Kursschwankungen beruhten vorwiegend auf dem geringen Handelsvolumen während der asiatischen Handelszeiten, ist jedoch auch Ausdruck für das weiterhin große Misstrauen der Anleger gegenüber dem britischen Pfund.

Hauptgrund für die Vorbehalte ist die Befürchtung, dass Brexit schneller kommen und härter werden könnte als bisher gedacht. Die britische Premierministerin Theresa May stellte an der Konferenz der Konservativen in Aussicht, dass der Artikel 50 spätestens im März 2017 ausgelöst werden sollte und die formelle Trennung von der EU damit eingeleitet wird. Sie stellte in der Rede klar, dass die Kontrolle der Einwanderung nicht abgegeben werden soll und die britische Regierung demnach bereit ist, den Zugang zum gemeinsamen Binnenmarkt der EU zu riskieren. Zudem übte Theresa May starke Kritik an der expansiven Geldpolitik der Bank of England (BoE) aus. Sie argumentierte, dass die quantitativen Lockerungsmaßnahmen der BoE und die Zinssenkungen die Ungleichgewichte in der Bevölkerung verschärft haben. Diese Kritik ist insofern erstaunlich, als dass die Erholung der Vorlaufindikatoren der britischen Wirtschaft wohl dem dezidierten Eingreifen der BoE kurz nach dem Brexit Referendum zu verdanken ist. Zudem bestünde bei der zukünftigen Fiskalpolitik ohne geldpolitische Unterstützung kaum noch Spielraum.

Rekordtief trotz steigender Zinsen

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