Dax vor entscheidenden Ereignissen

Am Wochenende stehen in Österreich und Italien gleich zwei wichtige Ereignisse an. Zudem wird die EZB in Frankfurt noch einmal zum Jahresende tagen.

Robert Greil erwartet trotz der wichtigen Ereignisse nicht die ganz großen Kursschwankungen.
Robert Greil erwartet trotz der wichtigen Ereignisse nicht die ganz großen Kursschwankungen.

Nach der ersten OPEC-Entscheidung zur Kürzung der Fördermenge von Erdöl seit acht Jahren steht mit Italiens Referendum zur Senatsreform bereits diesen Sonntag mindestens ein weiteres für die Finanzmärkte wichtiges Ereignis an. Ebenfalls am Sonntag versucht Österreich mittlerweile ein drittes Mal, einen neuen Präsidenten zu wählen. Obwohl hier der Ausgang ähnlich unsicher wie in Italien ist, haben die Wahlen in Eurolands drittgrößter und krisengeplagter Volkswirtschaft deutlich mehr Eruptionspotential für die Börsen als die nördlich des Brenners.

Spannung auf Draghi steigt

Vier Tage nach Italiens Referendum wird nächste Woche ein weiterer Italiener im Fadenkreuz der Märkte stehen: Mario Draghi. Seine Worte bei der Pressekonferenz nach dem EZB-Meeting am Donnerstag ab 14:30 Uhr sind der zweite wichtige Faktor, auf den Börsianer nächste Woche schauen werden.

Hinzu kommen am Montag ISM-Stimmungsdaten für den Dienstleistungssektor in den USA sowie Eurolands Einzelhandelsumsätze; am Dienstag folgen Auftragseingänge in den USA und Deutschland sowie das finale und detaillierte Bruttoinlandsprodukt des Euroraums im dritten Quartal und am Mittwoch Industrieproduktionszahlen für Deutschland und Großbritannien. Nach dem EZB-Donnerstag stehen am Freitag noch das US-Verbrauchervertrauen im Dezember, die deutsche Handelsbilanz für Oktober sowie Chinas Inflationszahlen für November auf der Agenda.

Dax bricht dennoch nicht aus Trend aus

Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers kommentiert: „Die bevorstehenden Ereignisse haben das Potential für wieder etwas größere Kursschwankungen an den Börsen. Ein kurzfristiger Ausbruch des Dax aus seinem Seitwärtstrend würde dennoch überraschen.“ Die EZB dürfte ihr Anleihekaufprogramm vorerst ohne eine Änderung des monatlichen Volumens verlängern. „Wir rechnen aber nur mit einer Verlängerung um sechs Monate bis September 2017. Damit könnte die Zentralbank gegen Jahresmitte flexibel auf die Entwicklungen bis dahin reagieren und möglicherweise eine Reduzierung ihrer expansiven Geldpolitik ab Herbst ankündigen.“ Wir halten weiterhin eine neutral ausgerichtete Anlagestrategie mit grundsätzlich breiter Portfoliodiversifizierung für angebracht.“ (tr)

Foto: Merck Finck

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