Anzeige
23. August 2016, 08:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Neue Unterstützung für Peripherie-Anleihen durch EZB wahrscheinlich

Die Hinweise, dass die EZB ab September verstärkt Peripherie-Anleihen kauft, verdichten sich. Gastkommentar von Lars Tranberg Rasmussen, Danske Invest

Danske Lars-Tranberg-Rasmussen-Kopie in Neue Unterstützung für Peripherie-Anleihen durch EZB wahrscheinlich

Lars Tranberg Rasmussen analysiert die Rentenmärkte in Eurpa

Eine Änderung des Anleihekaufprogramms kann vor allem eine Hilfe für Staatsanleihen aus den so genannten Peripheriemärkten der Europäischen Union (EU) sein. Jenen südeuropäischen Ländern also, die eine hohe Verschuldung aufweisen und deren Anleihen im Verhältnis zu deutschen Zinspapieren mit einem Zinsaufschlag gehandelt werden.

„Wir erwarten, dass die EZB auf ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung die Verlängerung des aktuellen Kaufprogramms für Anleihen, das ursprünglich im März 2017 auslaufen sollte, bekannt geben wird. Denn so wie bisher kann nicht weiter verfahren werden. Daher muss die EZB ihre Kaufpolitik dringend ändern“, stellt Rasmussen fest. Noch ist allerdings unklar, wie die Pläne für die Zukunft aussehen. Der Experte von Danske Invest erwartet, dass die EZB die Peripheriemärkte auf eine andere Art unterstützen wird.

Zurzeit folgt das Programm folgendem Verteilungsschlüssel: Die Höhe des Bruttoinlandsprodukts (BIP) eines Staates bestimmt, wie viele Anleihen in dem jeweiligen Land aufgekauft werden. Da Deutschland wirtschaftlich gesehen größtes EU-Mitglied ist, wurden in der Vergangenheit vor allem deutsche Anleihen erworben. Gleichzeitig kann die EZB jedoch nur bis zu 33 Prozent einer emittierten Anleihen-Serie erwerben. Zudem darf die Zentralbank keine Anleihen abnehmen, deren Zinssatz unter minus 0,4 Prozent liegt – was dem derzeitigen EZB-Einlagenzinssatz entspricht.

Negative Zinsen erhöhen das Risiko

Da deutsche Staatsanleihen bei einer siebenjährigen Laufzeit aktuell zu einem Zinssatz gehandelt werden, der niedriger als minus 0,4 Prozent ist, muss die EZB verstärkt längere Laufzeiten beim Erwerb deutscher Papiere akzeptieren. Dadurch erhöht sich das Kaufrisiko der Anleihen.

Zur Änderung des Schlüssels für das Kaufprogramm stehen der Notenbank nach Ansicht von Rasmussen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: „Die EZB sollte davon absehen, sich ausschließlich nach dem BIP zu richten. Sie könnte stattdessen die 33 Prozent-Grenze in jeder Bond-Reihe ausweiten und den Kauf von Anleihen mit einem noch niedrigeren Zinssatz als minus 0,4 Prozent zulassen. Auch ein ganz anderer Weg ist möglich: So könnte beispielsweise die Höhe der Verschuldung in den Euro-Ländern bestimmen, wie viele Anleihen in den verschiedenen Staaten gekauft werden.“ Der dänische Investment-Experte erwartet, dass sich das Ergebnis aus diesen verschiedenen Parametern zusammensetzen wird.

Hilfe für die Peripheriemärkte

Passt die EZB ihre Käufe der Verschuldung an, wird dies zu einem verstärkten Fokus auf französische und italienische Staatsanleihen führen, ist sich Rasmussen sicher. Dadurch würden die Renditen für diese Papiere fallen.

„Sollte die EZB verstärkt Anleihen aus den Peripherieländern erwerben und auch weiterhin Flexibilität bei ihrem Kaufprogramm zeigen, würde dies für eine positive Haltung gegenüber den Anleihen anderer südeuropäischer Länder sorgen. Zudem kann diese Maßnahme dazu führen, dass weitere Zinssenkungen für portugiesische und spanische Staatsanleihen vorgenommen werden“, analysiert der Experte.

Mit den daraus entstehenden billigeren Krediten könnte das Wachstum in Südeuropa beschleunigt werden. „Genau diese Wirkung erhofft sich die EZB durch die Unterstützung der südeuropäischen Märkte“, ist Rasmussen überzeugt. „Als privater Investor kann man die Richtung, die die EZB vorgibt, verfolgen und sich in den Windschatten der Zentralbank-Maßnahmen legen.“ Lars Tranberg Rasmussen ist Senior Analyst bei Danske Invest, Dänemark

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Urteil: Versicherer dürfen sich Vergleichsportalen nicht entziehen

Versicherer dürfen sich dem Kfz-Versicherungsvergleich von Check24 nicht entziehen. Das urteilte jetzt das Landgericht Köln (Aktenzeichen 31 O 376/17) und wies dahingehend die Klage der Huk-Coburg gegen das Münchner Vergleichsportal zurück.

mehr ...

Immobilien

Ab auf die Insel: Privatinsel in Irland steht zum Verkauf

Wer schon immer von einer eigenen Insel geträumt hat, könnte sich diesen Traum in Irland erfüllen – das nötige Kapital vorausgesetzt. Die Privatinsel “Horse Island” steht zum Verkauf, mitsamt einem gerämigen Anwesen. Sogar ein Hubschrauberlandeplatz steht zur Verfügung.

mehr ...

Investmentfonds

Was Bella Italia noch retten kann

Italien ist praktisch pleite und braucht eine europäische Lösung. Eine italienische und damit finale Euro-Krise ist aller Voraussicht nach nicht das, was Brüssel will. Die Halver-Kolumne 

mehr ...
18.10.2018

Aufstieg der ETFs

Berater

JDC bietet Webinare zur neuen DIN-Norm in der Finanzberatung

Die neue DIN 77230 “Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte” ersetzt die bisherige DIN SPEC 77222. Die neue Norm nimmt sich, wie ihr SPEC-Vorläufer, die Basisanalyse der Finanzen von Privathaushalten vor. Jung, DMS & Cie. bietet deshalb Webinare für Vertriebspartner an, um auf die neue DIN-Norm zu schulen. 

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...

Recht

Falling down: Wer haftet bei rutschigen Bürgersteigen?

Der Herbst und das liebe Laub. Was im Sonnenschein auf den Bäumen noch schön aussieht, kann am Boden schnell zur Gefahr werden. Wird Laub nicht beseitigt und führt zu Unfälle, kann’s teuer werden. Mal ganz abgesehen von dem drohenden Ärger mit der Justiz. Worauf Mieter und Hausbesitzer jetzt achten sollten.

 

mehr ...