5. Januar 2016, 08:44
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Plückthun AM: Ein Jahr voller Herausforderungen

Auch die Währungsseite war im vergangenen Jahr relativ turbulent. So gab völlig überraschend die Schweizerische Nationalbank Mitte Januar die Koppelung des Schweizer Franken an den Euro auf. Der Franken wertete daraufhin um über 15 Prozent auf – mit den entsprechend negativen Folgen für die nationalen Unternehmen. Im Verlauf des Jahres stabilisierte sich der Schweizer Franken auf einem gut 10 Prozent niedrigeren Niveau.

Euro im Rückwärtsgang

Der Euro war bereits mit einer deutlichen Abwertungstendenz ins neue Jahr 2015 gestartet. Seit die Europäische Zentralbank im August 2014 ein Anleiherückkaufprogramm beschlossen hatte und somit die Märkte mit Liquidität flutete, fiel der Euro im Vergleich zum US-Dollar von 1,40 bis 1,21 zu Beginn des Jahres 2015. Dann wurde eine Ausweitung und Verlängerung dieses Ankaufprogrammes verkündet, wodurch der Euro weiter fiel. Schließlich führte die Fed Zinserhöhung zu einem weiteren Rückgang, sodass der Euro Ende des Jahres 2015 etwa bei 1,08 stand. Viele Marktteilnehmer erwarten einen weiteren Rückgang des Euro im kommenden Jahr. Auch Japan versuchte durch expansive Geldpolitik den Yen zu schwächen, um ihre Exportindustrie anzukurbeln.

China musste handeln

Schließlich mussten auch die Chinesen handeln, die ihre Währung traditionell an den US-Dollar gebunden hatten. Der Yuan wurde somit zu stark und die Exportindustrie litt darunter. Im August wertete China daraufhin den Yuan moderat um etwa drei Prozent ab. Trotzdem gab es erhebliche Marktirritationen. Gegen Ende des Jahres wurde die Bindung an den US-Dollar aufgehoben und der Yuan an einen Währungskorb geknüpft, was zu einer weiteren geringen Abwertung führte. Diese Entwicklungen haben schon eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Abwertungswettlauf, bei dem jedes Land versucht, über eine schwächere Währung Vorteile zu erlangen. Es spricht einiges dafür, dass sich das fortsetzt: Stärkerer US-Dollar und insbesondere schwächerer Yuan.

Rohstoffe: Keine Trendwende in Sicht

Auch bei den Rohstoffen setzte sich der seit Mitte 2011 bestehende Abwärtstrend fort. Seitdem fielen die Preise im Schnitt um 50 Prozent. Der Preisverfall beim Rohöl und Gas (bis zu minus 50 Prozent) fand 2015 die meiste Beachtung. Aber auch Edelmetalle, Zucker und Mais erwischte es heftig. Das hat für die produzierenden Länder zum Teil einschneidende Konsequenzen, während die Konsumenten davon profitierten. Es ist davon auszugehen, dass bei den meisten Rohstoffen der Boden noch nicht ganz gefunden wurde.

Die Hauptgründe dafür sind das schwächere Wachstum in China, das moderate Wirtschaftswachstum in der westlichen Welt, Preiskriege und politische Kalküle beim Rohöl sowie ein steigendes Angebot an Agrargütern durch steigende Flächenproduktivität. Allerdings gibt es viele Unwägbarkeiten, die die Situation maßgeblich verändern können, wie zum Beispiel ein Krieg im Nahen Osten, der das Rohölangebot reduziert oder El Nino, der die Getreideernten schädigen könnte.

Foto: Plückthun Asset Management

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