16. Oktober 2017, 08:42
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Absolute-Return-Strategien profitieren von steigenden Zinsen

Die EZB und die Fed haben das Ende der expansiven Geldpolitik angekündigt. Das sind positive Signale für Absolute-Return-Strategien, die von mehr Volatilität an den Märkten profitieren. Auch die Anleger sind optimistisch gestimmt, die Mittelzuflüsse in die entsprechenden Produkte steigen wieder.

Candriam Fabrice-Cuchet-Kopie in Absolute-Return-Strategien profitieren von steigenden Zinsen

Fabrice Cuchet: “Eine restriktivere Geldpolitik sorgt für größere Performance-Unterschiede auf Einzelwertebene – und damit für bessere Chancen für aktive Strategien.”

Die Candriam Investors Group hat auf ihrer diesjährigen Jahrestagung Stärken und Herausforderungen von Absolute-Return-Strategien diskutiert. Im Fokus der Tagung stand das allmähliche Ende der expansiven Geldpolitik in Europa und Nordamerika, das insbesondere aktive Long-Short- und Global-Macro-Strategien begünstigt.

Seit 2008 hat nach Ansicht von Candriam vor allem die expansive Geldpolitik die Märkte bestimmt. Die Folge seien sehr niedrige oder sogar negative Zinsen gewesen, hoch bewertete Aktienkurse, hohe Mittelzuflüsse in andere Vermögenswerte und der Glaube, dass die Risiken so gering seien wie nie. Mit dem, wenn auch allmählichen, Abbau der expansiven Geldpolitik müssten Investoren ihre Asset-Allokation überdenken.

Restriktive Geldpolitik erhöht Volatilität

“Mit Staatsanleihen können Investoren ihre Investment-Anforderungen nicht mehr erfüllen. Zum einen sind ihre Renditen zu niedrig, zum anderen werden sie mit Zinsen von null ihrer traditionellen Rolle als bestes Diversifikationsinstrument nicht mehr gerecht”, sagt Fabrice Cuchet, Chief Investment Officer of Alternative Investments bei Candriam.

“Die Aussicht, mit dem Anleiheteil eines Portfolios während einer Krise Gewinne zu erzielen, ist zurzeit entsprechend gering. Aber es gibt zwei gute Nachrichten: Erstens waren steigende Zinsen in der Vergangenheit immer günstig für Absolute-Return-Strategien. Zweitens sorgt eine restriktivere Geldpolitik für mehr Volatilität und größere Performance-Unterschiede auf Einzelwertebene – und damit für bessere Chancen für aktive Strategien“, sagt Cuchet.

Steigende Zinsen erhöhen Arbitrage-Chancen

Strategien wie Equity-Long-Short und Equity-Market-Neutral würden davon profitieren, wenn sich nicht mehr alle Wertpapiere ähnlich entwickeln. Nach einem schwierigen Umfeld für überzeugungsgeleitete Ansätze beginne jetzt eine Phase, in der Anleger wieder von unterschiedlichen Geschäftsmodellen profitieren können. Auch steigende Zinsen seien gut für diese Strategien, weil sich Unternehmen, die in Schwierigkeiten geraten sind, dann nicht mehr so leicht refinanzieren könnten.

Für Global-Macro- und Multi-Strategien seien steigende Zinsen ebenfalls günstig, weil die Portfoliomanager bei größeren Unterschieden zwischen Regionen, Ländern und Sektoren Arbitragechancen nutzen könnten, was bei gleichlaufenden Märkten nicht möglich sei.

Das allmähliche Ende der expansiven Geldpolitik bietet Chancen für Absolute-Return-Strategien mit aktiven, überzeugungsgeleiteten Ansätzen. Die Anleger erwarten laut Candriam bereits seit Anfang des Jahres steigende Zinsen. Die Mittelzuflüsse in Absolut-Return-Fonds seien wieder gestiegen. (kl)

Foto: Candriam

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Jede zehnte BU wird online abgeschlossen

Mit wenigen Klicks zur neuen Versicherung statt langwierig Papierformulare auszufüllen ist für viele Bundesbürger eine attraktive Alternative. Derzeit werden aber vor allem vergleichsweise einfache Versicherungen mit einem übersichtlichen Leistungsangebot online abgeschlossen. Nichtsdestotrotz setzt sich der Trend fort und die Anzahl von Online-Abschlüssen wächst weiter.

mehr ...

Immobilien

Eigenbedarfskündigungen als wichtiges Instrument für Eigentümer

Die Möglichkeit, gegebenenfalls in seine eigene, bislang vermietete Immobilie einziehen zu können, hat der Gesetzgeber ausdrücklich vorgesehen. Dazu gibt es das Instrument der Eigenbedarfskündigung. Voraussetzung ist die Tatsache, dass der Eigentümer selbst, ein naher Verwandter oder Haushaltsangehöriger den Wohnraum benötigt und dies im Kündigungsschreiben auch klar benannt wird.

mehr ...

Investmentfonds

DWS: Berichte über eine Schwäche des US-Arbeitsmarkts sind stark übertrieben

Zurzeit richten sich wieder einmal alle Augen auf die amerikanische Zentralbank. Deren Ankündigung, drei Jahre nach Beginn der Zinserhöhungen eine Pause einzulegen, trug im Januar 2019 maßgeblich zur Trendwende an den Märkten bei. Als Anfang Mai die erwartete Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China ausblieb und die Märkte daraufhin mit erneuten Kursverlusten reagierten, waren es wieder die Worte von Zentralbankern, die für Beruhigung sorgten.

mehr ...

Berater

Personalmanagement 2025: So wird die Zukunft

Digitalisierung und Automatisierung verändern die Arbeitswelt grundlegend. Das Human Resource Management (HRM) hat die Aufgabe, Unternehmen bei dieser Entwicklung zu begleiten. Darauf sind viele Personalabteilungen aber noch nicht ausreichend vorbereitet. Im Personalmanagement werden der Studie “People Management 2025” zufolge bis zum Jahr 2025 andere HRM-Funktionen wichtiger sein als das klassische Personalmanagement.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lloyd Fonds-HV: Aktionäre stimmen für weiteren Wachstumsschub

Mit einer Präsenz von rund 78 Prozent des Grundkapitals wurden auf der Hauptversammlung der Lloyd Fonds AG alle Beschlüsse zu den 12 Tagesordnungspunkten mit Zustimmungsquoten über 98 Prozent gefasst.

mehr ...

Recht

BFW: Enteignete Unternehmen bauen nicht

Berlin hatte vor einigen Tagen, wie von uns berichtet, als erstes Bundesland die Enteignung von Wohneigentum angekündigt. Aufgrund akuten Wohnungsmangels ist das Thema in den letzten Wochen ganz oben auf der Agenda. Nun meldet sich der auch BFW Landeverband Berlin/Brandenburg dazu und warnt davor, große private Wohnungsunternehmen zu enteignen.

mehr ...