20. September 2017, 06:51
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Dieselgate – Katalysator für die Elektromobilität?

Mit Diesel angetriebene PKW emittieren Stickoxide, die um ein Vielfaches höher liegen, als von den Herstellern angegeben. Wie der Skandal Dieselgate das Thema Elektromobilität hierzulande befeuern könnte.  Eine Einschätzung von Enrico Schoen, Ökoworld Fondsmanagement

Schoen in Dieselgate – Katalysator für die Elektromobilität?

Enrico Schoen, Ökoworld

Deutsche Großstädte kämpfen seit Jahren mit Grenzüberschreitungen im Bereich der Stickoxide. Das Landesgericht Stuttgart hat nun in einem Urteil das Fahrverbot für Dieselautos in der Innenstadt empfohlen. Die Bundesregierung sowie führende Köpfe der deutschen Automobilindustrie trafen daraufhin zusammen, um eine Lösung aus dem Dilemma zu finden. Das Ergebnis ist ein Minimalkompromiss und packt das Hauptproblem nicht an der Wurzel. Autos mit der Abgasnorm Euro 5 und 6 werden lediglich einem Softwareupdate unterzogen. Besitzer älterer Dieselautos werden Kaufanreize für modernere und effizientere Autos angeboten.

Dennoch kann der Skandal Dieselgate als Beschleunigung des Endes der Verbrennungsmotoren angesehen werden. Aktuell hinkt Deutschland im Thema Elektromobilität im weltweiten Vergleich stark hinterher. Selbst Länder wie China, die in Sachen Umweltschutz bisher wenig vorweisen können, setzen mehr und mehr und mit Erfolg auf alternative Antriebstechnologien.

Förderung in Norwegen

Norwegen hat eine der kreativsten Förderstrukturen für die Elektromobilität entwickelt. Die umfangreiche Förderung war durch die sprudelnden, staatlichen Öl-Einnahmen möglich geworden. Das nordeuropäische Land bietet keine direkten monetären Subventionen bei dem Kauf von E-Autos an. Elektrische Neuwagen sind aber sowohl von der Mehrwertsteuer befreit, als auch von der Neuwagensteuer.

Nach der Anschaffung bietet der Staat weitere attraktive Anreize an. E-Auto Besitzer dürfen in Innenstädten nicht nur die städtischen Ladestationen kostenfrei nutzen, sondern auch bei Bedarf den öffentlichen Nahverkehr  – ohne zu bezahlen. Durch diese flexible Art der Förderung ist Norwegen für viele Länder zum Vorbild in Sachen E-Mobilität geworden. Dennoch steht Norwegen bereits heute vor einer Reformation des Förderkonzepts. Der Grund hierfür liegt in den dauerhaft niedrigen Ölpreisen und dem entsprechenden Versiegen der Finanzierungsquelle.

Seite zwei: Förderung in China – Zulassungsbeschränkungen für Verbrenner

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. Mal Hand auf´s Herz, lässt die aktuelle “Hexenjagd” auf den jahrelang gepuschten Diesel nicht ausschließlich den Schluss zu, das ganz klar die Elektromobilität gefördert werden soll ??

    Kommentar von Nils Fischer — 22. September 2017 @ 11:10

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Google: Die gefragtesten Versicherungsprodukte im ersten Quartal

Deutschen Verbrauchern stehen hunderte Versicherungsprodukte zur Verfügung um die perfekte Absicherung  für sich selbst zusammenzustellen. Welche dieser Produkte aktuell am gefragtesten sind, hat das Online-Marketingunternehmen Mediaworx untersucht.

mehr ...

Immobilien

Scheidung und Hausverkauf: Finanzielle Verluste vermeiden

Lassen sich Paare mit Immobilieneigentum scheiden, stehen sie vor der Frage, was mit dem Haus oder der Wohnung geschieht. Der Immobiliendienstleister McMakler gibt Tipps, welche Schritte Paare unternehmen sollten, um finanzielle Verluste zu vermeiden und zu einer sinnvollen Lösung zu kommen.

mehr ...

Investmentfonds

Die Volatilität ist zurück

Mit der Verunsicherung der Anleger bleibt auch die Volatilität an den Märkten. Doch Auslöser für die Schwankungen ist nicht allein Unsicherheit. Die Volatilität bleibt, aber das ist nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen und Anleger können sich zudem schützen.

mehr ...

Berater

Deutsche Bank: IT-Vorstand Kim Hammonds tritt zurück

Der Vorstandsumbau bei der Deutschen Bank geht weiter: Nach nur gut eineinhalb Jahren in der Topetage verlässt IT-Vorstand Kim Hammonds das größte deutsche Geldhaus, wie das Institut am Mittwochabend in Frankfurt mitteilte.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Immobilienkauf: Notartermin platzt – kein Schadensersatz

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit seinem Urteil vom 13. Oktober 2017 – AZ.: V ZR 11/17 – die Haftung eines potenziellen Verkäufers einer Eigentumswohnung bei einem geplatzten Notartermin nur in Ausnahmefällen bejaht.

Gastbeitrag von Oliver Renner, Rechtsanwälte Wüterich Breucker

mehr ...