USA unter Trump: Zustände wie im alten Rom

Im Rahmen der Trumpschen Politik wird vorauseilender Gehorsam wie im alten Rom wieder hoffähig. Deutschland wird gegenüber Cäsar Trump nicht den Brutus spielen. Inoffiziell mag er auf vielen Wurfscheiben hängen, offiziell heißt es aber: Salve Cäsar!

Die Halver-Kolumne

"Dürfte Draghi aber tatsächlich nicht mehr massiv Anleihen aufkaufen, käme die Euro-Staatsschuldenkrise gewaltig zurück. Neue Schulden der Eurozone wären nicht mehr refinanzierbar. Dann wäre im Übrigen die Gefahr groß, dass die größte Anlageblase der Neuzeit – die Anleiheblase – platzt".
„Der neue US-Präsident hat aus seiner Freude für die „Befreiung“ Großbritanniens aus der EU nie einen Hehl gemacht.“

Das partnerschaftliche Verhältnis der USA zu Europa läuft Gefahr, zu einer Abhängigkeitsbeziehung wie im alten Rom zu werden. Entweder man fügt sich Cäsar Trump oder er senkt den Daumen über seine Vasallen. Hinter seiner Aussage, die Nato sei hinfällig, steht insgeheim die klare Forderung an seine Schutzbefohlenen, deutlich höhere Beiträge in die Nato-Kasse zu zahlen.

Als knallharter Geschäftsmann gilt bei ihm die Devise: Keine Leistung ohne Gegenleistung. Natürlich weiß Trump, dass ein politisch zerstrittener Hühnerhaufen in Europa ohne amerikanischen Beistand einem Fuchs – zum Beispiel einem mit russischem Fell – derzeit wenig entgegenzusetzen hat.

Seinem zentralen Wahlversprechen ordnet Trump alles unter

Trump weiß sehr genau, was er liefern muss: Jobs, Jobs, Jobs. Ansonsten wird seine republikanische Partei bei den Halbzeitwahlen 2018 ihr Waterloo erleben. Gewännen die Demokraten aus Wählerenttäuschung die Mehrheit im Kongress zurück, würde die politische Lichtgestalt Trump gedimmt. Dann kann er ohne demokratische Zustimmung unter anderem nicht jene Staatsverschuldung durchführen, ohne die seine Steuersenkungs- und Infrastrukturoffensiven nur Illusionen blieben. Ohnehin haben die Demokraten noch Rechnungen offen. Sie haben nicht vergessen, dass die Republikaner bei Gesetzesvorhaben von Barack Obama mit beiden Füßen auf der Bremse standen.

Wenn nötig wird Trump für mehr Jobs in Amerika die Tür für Handelsprotektionismus sperrangelweit öffnen. Der angeblich unfaire deutsche Exportüberschuss gegenüber den USA liefert ihm hier eine Steilvorlage.

Das bekommt die klassische deutsche Exportbranche Automobile zu spüren. Ihn stört es, dass vor Häusern in New York und sogar vor seinem Caesars Palace – auch Trump Tower genannt – viele deutsche und wenige amerikanische Autos stehen. Dass dies auch etwas mit deutscher Ingenieurskunst zu tun hat, verschweigt des neuen US-Präsidenten Ignoranz. New Yorker wissen offenbar, was gut ist.

Dennoch, dem Arbeitsplatzaufbau in den USA nutzt es nichts, wenn diese Autos Made in Germany oder Hecho en México sind. Also malt er schon einmal drohend Importzölle auf deutsche Autos von üppigen 35 Prozent an die Wand, wenn sie nicht Made in USA sind.

Seite zwei: Trump ist das Beste, was Theresa May passieren konnte

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