15. Dezember 2017, 07:13
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“EZB stimmt Investoren auf ruhiges Jahresende ein”

Will man die Sitzungen der US-amerikanischen- (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) diese Woche zusammenfassen, reicht ein Wort: “un­spek­ta­ku­lär”. Das trifft auch auf die Ergebnisse zu, die die Märkte so bereits erwartet haben. Cash. hat Reaktionen auf die Entscheidung der EZB zusammengefasst:

Draghi in EZB stimmt Investoren auf ruhiges Jahresende ein

Mario Draghi Präsident der EZB lässt den Leitzins weiterhin unverändert.

Die Entscheidung der EZB, die Leitzinsen unverändert zu lassen, war keine Überraschung. Darüber sind sich die Marktteilnehmer einig. “Für Investoren ergibt sich aus der heutigen EZB-Sitzung wenig Neues”, sagt James Athey, Senior Investment Manager bei Aberdeen Standard Investments.

Er ergänzt: “Die EZB sah sich gezwungen, ihre Konjunkturprognose signifikant nach oben zu korrigieren, aber sie ist nach wie vor in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit eines in naher Zukunft grundlegend steigenden Inflationsdrucks sehr zurückhaltend. All dies stimmt Investoren auf ein ruhiges Jahresende ein. Ein Großteil dieser Einschätzungen ist in den Währungs- und Anleihemärkten bereits eingepreist.”

Keine Überraschungen

“Die heutige Pressekonferenz bot kaum Überraschungspotenzial für die Finanzmärkte. Bereits zum letzten EZB-Treffen im Oktober hatte Mario Draghi die Eckpunkte des Anleihekaufprogramms für das kommende Jahr verkündet”, stimmt Julien-Pierre Nouen, Chef-Wirtschaftsstratege bei Lazard Frères Gestion zu.

“Nun hat er seine ihm mittlerweile gut geläufige Rede wiederholt: Er erklärte sich zuversichtlich, dass die EZB-Maßnahmen greifen würden, und sprach davon, wie notwendig Ausdauer und Geduld seien. Darüber, wie die EZB den Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm ab September kommenden Jahres handhaben will, wurden keine weiteren Details bekanntgegeben.”

Dazu sagt Dr. Daniel Hartmann, Senior Economic Research bei Bantleon: “In den vergangenen Wochen hatten einige prominente EZB-Vertreter (unter anderem Benoît Coeuré) gerade dieses offene Ende der Anleihekäufe in Frage gestellt und für ein Auslaufen des Programms im September 2018 plädiert. Diese Einschätzung wollte Mario Draghi im Rahmen der Pressekonferenz zur EZB-Sitzung nicht bestätigen. Er betonte vielmehr, dass man sich erst vor Kurzem im Konsens auf ein flexibles Auslaufen verständigt habe.”

Wahlen in Italien als Hindernis

Und obwohl sich die Wirtschaft positiv entwickelt habe und die EZB die Wirtschaftsprognosen angehoben habe, habe Draghi einräumen müssen, dass die Entwicklung der Kerninflation enttäuschend sei. Die Anpassung der Inflationsprognose nach oben in 2018 sei laut Draghi allein dem Ölpreis geschuldet.

“Für viel Diskussionsstoff sorgte die erstmals publizierte Inflationsprognose für 2020, die laut EZB im Mittel bei 1,7 Prozent liegen wird. Der Frage, ob dieses Niveau bereits als ausreichende Annäherung an das Inflationsziel angesehen werden kann, wich Draghi aus. Er wies stattdessen darauf hin, dass neben der absoluten Höhe auch der Trend eine Rolle spielt”, sagt Hartmann.

Insgesamt habe Draghi ein positives Fazit gezogen. Der EZB-Rat habe stärkeres Vertrauen, dass sich die Inflation erhole und zum Ziel konvergiere. Doch erwartet die EZB 2018 ein weiteres Hindernis: “Der wahre Elefant im Wohnzimmer dürften die Wahlen in Italien sein. Allein die Ankündigung des Wahltermins durch die Regierung gestern sorgte schon für einen Ausverkauf italienischer Staatsanleihen. Das ist eine ziemlich fiebrige Reaktion”, sagt Athey. (kl)

Foto: Shutterstock

 

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Digital Week by CASH.: 11 Webinare für Ihren digitalen Vertriebserfolg

Vom 28.9. bis 2.10. 2020 veranstaltet Cash. die Digital Week. In 11 Webinaren geht es um die richtige Digital-Strategie, um so die Chance für Makler und Vermittler auf mehr Umsatz zu erhöhen. Melden Sie sich an und nutzen Sie diesen Mehrwert für Ihre vertriebliche Praxis.

mehr ...

Immobilien

Immobilienpreise in Stadionnähe im Vergleich

Ab heute rollt der Ball wieder über den grünen Rasen: Die Bundesliga startet Corona-bedingt verzögert – statt wie geplant schon im August. Immoscout24 hat hierfür die Kauf- und Mietpreise der Wohnungen rund um die Fußball-Stadien von Berlin, Bremen, Hamburg und Leipzig untersucht.

mehr ...

Investmentfonds

Auf die nächste Volatilitätswelle am Anleihemarkt vorbereiten?

Die Anleihenmärkte haben sich in jüngster Zeit positiv entwickelt, wobei sich die Renditen im Juli in Richtung eines Allzeittiefs bewegten und in einigen Fällen sogar historische Tiefststände erreichten. „Dennoch sind wir der Ansicht, dass trotz des unsicheren Marktumfelds weitere Gewinne möglich sind“, sagt Nick Hayes, Head of Total Return & Fixed Income Asset Allocation bei Axa Investment Managers. Die Anleihemärkte dürften weiteren Rückenwind erfahren, da die Zentralbanken beispiellose Stimuli setzen.

mehr ...

Berater

Bundestag beschließt Verlängerung für Anleger-Musterverfahrensgesetz

Der Bundestag hat eine verlängerte Gültigkeit des Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetzes zum Schutz von Aktionären und Anlegern beschlossen. Das Gesetz gilt nun bis zum 31. Dezember 2023.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lutz Kohl wechselt in die Geschäftsführung der HKA 

Mit Wirkung vom 9. September 2020 wurde Lutz Kohl (54) zum Mitglied der Geschäftsführung der HKA Hanseatische Kapitalverwaltung GmbH berufen, der KVG der Immac. Mit seiner Bestellung wird das Führungsteam der HKA um Geschäftsführer Tim Ruttmann planmäßig erweitert.

mehr ...

Recht

Fondsbranche weist BaFin-Kritik zurück

Der deutsche Fondsverband BVI weist die Kritikder BaFin an den Fondsanbietern entschieden zurück, dass die Umsetzung der neuen Liquiditätswerkzeuge (Rücknahmegrenzen, Swing Pricing, Rücknahmefristen)bei ihnen in den Hintergrund gerückt sei, je weiter die Kursturbulenzen im März zurückliegen.

mehr ...