Anzeige
7. Dezember 2017, 09:11
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Fuest kritisiert Pläne zur Währungsunion

Zum besseren Schutz vor Finanzkrisen hat das EU-Parlament in Brüssel Reformpläne zur Währungsunion vorgestellt. Diese stoßen jedoch auf Kritik, unter anderem von Ifo-Präsident Clemens Fuest und CSU Finanzexperte Markus Ferber.

Clemens-Fuest-ifo-institut in Fuest kritisiert Pläne zur Währungsunion

Clemens Fuest: “Besonders schädlich ist der Plan, Länder für Struktur-Reformen finanziell zu belohnen. Diese Reformen müssen Staaten aus eigener Überzeugung umsetzen, wenn sie funktionieren sollen.”

Zum Schutz vor künftigen Finanzkrisen bringt die EU-Kommission eine ganze Reihe von Reformen auf den Weg. Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) soll nach ihrem Willen in einen Europäischen Währungsfonds (EWF) umgewandelt werden.

Zudem solle das Amt eines EU-Finanzministers eingerichtet werden, teilte die Brüsseler Behörde mit. Die EU-Staaten und das Europaparlament müssten den Vorschlägen zustimmen. Bereits vorab gab es erheblichen Gegenwind für die Projekte. Das “Nikolauspaket” von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker dürfte nun jahrelang für sehr kontroverse Debatten sorgen.

Währungsfonds soll von Europaparlament kontrolliert werden

Der künftige EU-Finanzminister soll ähnlich wie die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini mehrere Funktionen auf sich vereinen und gleichzeitig Vizepräsident der EU-Kommission und Eurogruppen-Vorsitzender sein. Der ESM steht derzeit ausschließlich unter der Kontrolle der Eurostaaten. Er kann vor allem Kredite an pleitebedrohte Krisenstaaten vergeben. Die 19 Länder mit der Gemeinschaftswährung müssen dafür aber jeweils zustimmen.

Nach Wunsch der EU-Kommission soll der neue Währungsfonds ins EU-Institutionengefüge eingegliedert werden, womit er sich auch unter der Kontrolle des Europaparlament befände. Der EU-Finanzminister soll unter anderem den neuen Währungsfonds beaufsichtigen und ebenfalls dem EU-Parlament Rechenschaft abgegeben. Zudem könnte er die Umsetzung von Spar- und Reformmaßnahmen in den Staaten koordinieren. Ferner könnte er die Europäische Union bei internationalen Treffen und Konferenzen vertreten.

Der Währungsfonds könnte auch eine noch stärkere Rolle bei Rettungsprogrammen für Krisenstaaten spielen. In der Vergangenheit war neben den europäischen Partnern etwa in der Griechenlandkrise noch der Internationale Währungsfonds (IWF) mit an Bord. Zwischen dem IWF und den Europäern gab es dabei teilweise aber grundlegende Meinungsverschiedenheiten.

EWF als letzte Sicherung für Banken

Der EWF könnte künftig nach Vorstellung der EU-Kommission zusätzlich bei der Bankenabsicherung größere Bedeutung bekommen. Derzeit ist der Einheitliche Abwicklungsmechanismus (SRM) zur Sanierung und Schließung von grenzüberschreitend tätigen, wichtigen Banken zuständig. Im Notfall werden dabei zunächst Eigentümer und Gläubiger der betroffenen Bank zur Kasse gebeten.

Seite zwei: Was Ferber und Fuest kritisieren

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset – Kfz-Policen – Immobilieninvestments – Ruhestandsplanung

Ab dem 13. September im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Lebensversicherung: Deutliche Entlastungen schon 2018

Lange Zeit war unklar, wann und in welchem Maße die Politik die Lebensversicherer bei der Berechnungssystematik zur Zinszusatzreserve (ZZR) entlasten will. Nun liegt jedoch ein konkreter Referentenentwurf vom Bundesfinanzministerium (BMF) vor.

mehr ...

Immobilien

Causa Maaßen: Immobilienbranche kritisiert Abberufung von Gunther Adler

Am Mittwochabend haben die Parteichefs der Regierungsparteien entscheiden, dass Hans-Georg Maaßen seinen Posten als Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz räumen muss und stattdessen als Staatssekretär ins Bundesinnenministerium wechselt. Heute wurde bekannt, dass er den Staatssekretär Gunther Adler (SPD) ablöst, einen ausgewiesenen Wohnungsbauexperten. Warum die Verbände der Immobilienbranche das kritisieren.

mehr ...

Investmentfonds

Heute schon das Konto gecheckt?

Dank Online- und Mobile-Banking ist es so einfach wie nie zuvor, seine Bankgeschäfte im Auge zu behalten. Trotzdem kontrollieren viele Verbraucher zu selten ihren Kontostand, so eine Postbank Umfrage. Wer viel im Internet einkauft und bargeldlos bezahlt, sollte jedoch nicht nachlässig sein. Sonst können unangenehme Folgen drohen.

mehr ...

Berater

Hauptstadtmesse: Viele Fragen, viele Antworten

130 Aussteller, 80 Fachvorträge, Besucherzahlen mindestens auf Vorjahresniveau: Im Berliner Estrel-Hotel ging gestern die 9. Hauptstadtmesse des Maklerpools Fondsfinanz über die Bühne. Besonders die Panels zu Rechtsthemen wie IDD und DSGVO waren gut besucht. 

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer WP-Prüfungsstandard für Vermögensanlagen

Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat einen neuen Standard für die Prüfung von Prospekten für Emissionen nach dem Vermögensanlagengesetz verabschiedet. Die WP-Gutachten sind damit für Anleger tabu.

mehr ...

Recht

Bindet der Mietvertrag auch den Ehepartner?

Wenn nur ein Ehepartner einen Mietvertrag unterschreibt, ist der andere nicht automatisch daran gebunden. Auch dann nicht, wenn sein Name im Mietvertrag genannt ist. Der Vermieter kann also nicht die Ehefrau verklagen, weil ihr Mann, der den Vertrag unterschrieben hat, keine Miete mehr zahlt. Dies entschied laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice) das Landgericht Stuttgart.

mehr ...