Anzeige
Anzeige
17. November 2017, 14:58
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Hans-Werner Sinn: “Es kriselt überall in Europa”

Hans-Werner Sinn, ehemaliger Präsident des Ifo-Instituts warnte davor, dass sich die europäische Währungsunion in eine Transferunion verwandelt. Sinn war als Gastredner auf der 30. Feri-Tagung in Frankfurt eingeladen. Eines der Schwerpunktthemen der Veranstaltung war die Zukunft der Währungsunion.

Hans-werner-sinn in Hans-Werner Sinn: Es kriselt überall in Europa

Hans-Werner Sinn: “In Wirklichkeit steuert Europa aber in eine Transferunion, in der vor allem deutsches Geld in die schwachen Länder fließt.”

“Die Politik hat noch nicht verstanden, was nach dem Brexit für Deutschland auf dem Spiel steht – wir müssen Europa neu gründen”, das hat Prof. Hans-Werner Sinn, Volkswirt und ehemaliger Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung gefordert, im Rahmen der 30. Feri-Tagung in Frankfurt.

Dass Großbritannien aus der Europäischen Union aussteige, komme einer “ökonomischen Atombombe” gleich, was in Deutschland vielfach noch nicht richtig angekommen sei.

Reformen erfolgen nur, wenn es keine Alternative mehr gibt

“Es kriselt überall in Europa”, so Sinn. Die wirtschaftsschwachen EU-Mitgliedsländer würden die notwendigen Reformen nicht umsetzen, weil sie sich auf Transferzahlungen und Mittel aus den Rettungspaketen verlassen würden.

“Reformen folgen erfahrungsgemäß immer nur, wenn es keine Alternative mehr gibt”. sagt Sinn. Er kritisierte auch den “künstlichen und kreditfinanzierten Aufschwung in den Mitgliedsländern”. Die Entwicklung der Bruttoinlandsprodukte bezeichnete er als “keynesianisches Strohfeuer”.

Die “am wenigsten trostlose” Alternative zur aktuellen Situation sei eine “atmende EU”, in der Krisenländer aus dem Euro austreten und ihre Landeswährungen abwerten dürften. “In Wirklichkeit steuert Europa aber in eine Transferunion, in der vor allem deutsches Geld in die schwachen Länder fließt”, so Sinn.

“Stabile Währungsunion kein realistisches Modell”

Dass die Währungsunion im Zeiten von Brexit, EZB-Politik, Euro-Risiken und Populismus noch eine gute Zukunft hat, bezweifelt auch Dr. Heinz-Werner Rapp, Vorstand von Feri und Leiter des Feri Cognitive Finance Institute.

Feri erstellt aktuell eine Studie, die zentrale Überlegungen von Prof. Sinn vertieft und erweitert. “Eine stabile Währungsunion ist angesichts der aktuellen Entwicklungen kein realistisches Modell mehr für die Zukunft”, so Rapp. Die Studie, in der die langfristige Stabilität des Euro kritisch analysiert wird, soll Anfang 2018 erscheinen. (kl)

Foto: Florian Sonntag

Anzeige

1 Kommentar

  1. Also ich sehe für die Zukunft keinen stabilen Euro mehr..und werde den Gedanken nicht los das in der Tat noch mehr Länder aus der EU austreten werden.An eine gute Zukunft der EU glaube ich nicht mehr.

    Kommentar von Ralf Resch — 19. November 2017 @ 08:51

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Reform der Betriebsrente – VV-Fonds – Crowdinvesting – Maklerpools

Ab dem 23. November im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Munich Re übernimmt Mehrheit an britischem Luftfahrt-Versicherer

Die Munich Re kauft einem Zeitungsbericht zufolge zu. Der Rückversicherer wolle sich die Mehrheit am Londoner Luftfahrt-Spezialversicherer Global Aerospace sichern, schrieb die “Süddeutsche Zeitung” in ihrer Mittwochausgabe. Nick Brown, Chef von Global Aerospace, habe die geplanten Veränderungen im Eigentümerkreis bestätigt.

mehr ...

Immobilien

IVD begrüßt anstehende Klärung zur Mietpreisbremse

Das Berliner Landgericht hat entschieden, dem Bundesverfassungsgericht einen Fall zur Mietpreisbremse zur Klärung vorzulegen. Der Immobilienverband Deutschland begrüßt diese Entscheidung und begründet, warum die Preisbremse den Wohnungsmarkt nicht entlastet.

mehr ...

Investmentfonds

Federal Reserve erhöht Leitzins

Wenig überraschend hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Geldpolitik weiter normalisiert und den Leitzins angehoben. Die Märkte haben diesen Schritt bereits erwartet, abzulesen am Wert des US-Dollars, der in den vergangenen Tagen gegenüber dem Euro angestiegen ist.

mehr ...

Berater

Insurtech: Gründungsboom ungebrochen

Die Zahl der im deutschen Versicherungsmarkt aktiven Insurtechs hat sich in den letzten 18 Monaten mehr als verdoppelt. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Der größte Teil der Start-ups konzentriert sich demnach immer noch auf den Vertrieb.

mehr ...

Sachwertanlagen

Magellan-Pleite: Insolvenzverwalter zahlt 100 Millionen Euro aus

Rund 8.000 Gläubiger des insolventen Container-Anbieters Magellan Maritime Services – hauptsächlich Kapitalanleger – haben in dieser Woche eine Abschlagszahlung in Höhe von insgesamt rund 100 Millionen Euro erhalten.

mehr ...

Recht

BaFin warnt vor weiterem Pseudo-Finanzdienstleister

Die Finanzaufsicht BaFin weist erneut auf ein Unternehmen hin, das über keine Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz (KWG) verfügt. In diesem Fall hatte der Finanzdienstleister dreist das Gegenteil behauptet.

mehr ...