16. März 2017, 06:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

J.P. Morgan sieht große Chancen für Value-Aktien

Bei den europäischen Investoren stehen defensive Aktien und Value-Titel stets unterschiedlich in der Gunst. Aktuell findet J.P. Morgan Asset Management, dass Value-Papiere eindeutig aussichtsreicher sind.

K Karsten-Stroh 2-Kopie in J.P. Morgan sieht große Chancen für Value-Aktien

Karsten Stroh sieht einen langen Zyklus für Value-Aktien voraus.

Laut den Experten von J.P. Morgan Asset Management sprechen verschiedene Gründe dafür, dass die aktuelle Rally der Value-Titel den Beginn einer nachhaltigen Erholung kennzeichnet. “Der aktuelle Aufschwung der Substanzwerte erscheint bei Betrachtung in einem längerfristigen Zusammenhang noch bescheiden”, betont Karsten Stroh, Produktexperte für Europäische Aktien bei J.P. Morgan Asset Management. Seit Sommer 2016 stehen günstig bewertete, sogenannte Substanzaktien plötzlich wieder in der Anlegergunst, nachdem das Umfeld für diese Titel in den letzten zehn Jahren sehr schwierig war.

Der Experte betont, dass Zyklen, in denen sich “Value” überdurchschnittlich entwickelte historisch rund 28 Monate andauerten, wobei die längste Value-Rally 80 Monate hielt. “Der aktuelle Zyklus ist mit bislang sechs Monaten noch sehr jung. Das legt nahe, dass diese jüngste Value-Renaissance nur der Beginn einer nachhaltigen Rally sein könnte, insbesondere im Kontext einer zehn Jahre währenden Baisse gegenüber den Growth-Titeln“, so der Experte. Diese habe wiederum zu einer deutlichen Ausweitung der Spanne der relativen Bewertung zwischen dem MSCI Europe Value Index und dem MSCI Europe Growth Index geführt, das heisst die Substanzwerte handeln derzeit mit einem deutlichen Abschlag. “Auch wenn sich die relative Bewertung des Value-Index mittlerweile wieder vom weitesten Ende der Bewertungsspanne, die im Sommer 2016 zu beobachten war, entfernt hat – werden Substanzaktien noch immer mit einem Abschlag gegenüber Wachstumstiteln gehandelt, dessen Ausprägung so groß ist wie zuletzt während der Eurokrise”, erläutert Stroh.

Markterwartungen für Value-Sektoren zu pessimistisch

Auch die relativen Sektorbewertungen weisen laut dem Experten auf interessante Perspektiven für den Value-Anlagestil hin. Derzeit zeigt sich der Markt bei einer Reihe von Sektoren eher pessimistisch, was das langfristige Ertragswachstum angeht und projiziert enttäuschende Gewinntrends ungerechtfertigterweise in die Zukunft: So wird beispielsweise für die nächsten zehn Jahre ein Ergebnisrückgang von vier Prozent jährlich für die Automobilindustrie, von zwei Prozent für die Versicherungsbranche und von einem Prozent pro Jahr für den Bankensektor impliziert. “Diese Sektoren sollten in den nächsten Monaten durch das insgesamt positive globale Wachstum Rückenwind erhalten“, so Stroh. Zudem müsse auch der makroökonomische Regimewechsel berücksichtigt werden, der sich derzeit abzeichnet. “In den letzten fünf Jahren haben sich angesichts fallender Zinssätze und sinkender Inflationsraten anleiheähnliche Aktien überdurchschnittlich entwickelt. Diese sind nun extrem teuer und es zeichnet sich eine Rotation von diesen Werten zu Sektoren ab, die dem Value-Stil zuzuordnen sind.”

Seite zwei: Steigende Inflation gibt Value-Ansatz Rückenwind

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Universa baut Fondspalette aus und bringt neue Kfz-Versicherung

Die Universa Versicherungen, Nürnberg, stockt die Fondspalette auf und bietet jetzt fünf iShare-ETFs von Blackrock Asset Management an. Neben einem weltweiten und deutschen Aktienindex werden somit nun auch ETFs angeboten, die einen Aktienindex in Europa und in Schwellenländern sowie einen Index aus Unternehmensanleihen in der Eurozone nachbilden.

mehr ...

Immobilien

Deutsche wollen smarter wohnen

Das Smart Home gilt seit einigen Jahren als der Standard von morgen. Eine Deloitte-Studie zeigt: Das Interesse an diesen Anwendungen ist groß, der Datenschutz bleibt jedoch ein wichtiges Thema. Immerhin 13 Prozent der Haushalte verfügen bereits über einen intelligenten Lautsprecher. Bei der Art der bevorzugten Smart-Home-Lösungen gibt es zudem Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

mehr ...

Investmentfonds

BaFin präzisiert Vorschriften der MiFID II

Die Finanzaufsicht BaFin hat die Neufassung ihres Rundschreibens “MaComp” veröffentlicht und präzisiert darin unter anderem die Grundsätze zur “Zielmarktbestimmung” und diverse weitere neue Vorschriften. Zwei Punkte allerdings fehlen noch.

mehr ...

Berater

Neue Kooperationspartner der BCA AG

Der Oberurseler Maklerpool BCA präsentiert mit der xbAV Beratungssoftware GmbH sowie Honorar Konzept GmbH zwei Unternehmen, die ihre Services den BCA-Partnern zur Verfügung stellen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...