Kryptowährungen: Wertsteigerung führt zu mehr Betrugsfällen

Das Martktvolumen von Kryptowährungen ist in den letzten Monaten stark gestiegen. Das macht es auch für Kriminelle leichter, größere Summen zu erlangen. Hinzu kommt die wachsende Gier und die höhere Zahl unerfahrener Nutzer.

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Werden Kryptowährungen gestohlen, liegt das meistens daran, dass Nutzer ihre Konten schlecht gesichert haben.

Der steigende Wert vieler Kryptowährungen führt auch dazu, dass Verbrechen lohnenswerter sind. So wurden in Japan für die ersten sieben Monate in 2017 33 Betrugsfälle gemeldet, bei denen Tokens verschiedener Währungen gestohlen worden. Der Schaden beläuft sich auf knapp 711 Millionen US-Dollar. Das geht aus einer Meldung des Kryptowährungsportals „Coindesk“ hervor.

Uneinig seien sich die japanischen Medien darüber, welche der beiden Währungen –Bitcoin oder Ripple– am stärksten betroffen sind. Eindeutig ist jedoch, dass fast ausschließlich schlecht gesicherte Konten gehackt wurden.

ICO-Angebote: Hoher Anteil von Phishing-Versuchen

Doch nicht nur Diebstähle nahmen zu. Auch Investoren in Initial Coin Offerings (ICOs) werden in einem von zehn Fällen betrogen, meistens indem ihnen nur vorgespielt wird, sich an einem ICO zu beteiligen.

ICOs sind eine Art Crowdfunding, bei dem Investoren als Gegenleistung digitale Tokens erhalten. Diese sind ein Anrecht darauf, an dem Geschäftserfolg der Idee beteiligt zu werden, die durch das Initial Coin Offering finanziert wird.

Finanziert werden beispielsweise Software Start-ups oder neue Kryptowährungen. Die Investitionssummen erreichen umgerechnet teilweise mehrere hundert Millionen US-Dollar und liegen damit weit über denen klassischer Crowdfunding-Projekte.

Betrüger nutzen ICO-Hype aus

ICO-Interessenten wurden in 2017 bisher um 225 Millionen Dollar betrogen. Das meldet Bloomberg mit Berufung auf Chainalysis, ein Unternehmen, das Transaktionen analysiert und Anti-Geldwäsche-Software anbietet.

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Quelle: Bloomberg 2017; eigene Darstellung

Allein bei Verbrechen im Zusammenhang mit der Kryptowährung Ethereum seien 30.000 ICO-Investoren betrogen worden und hätten dabei im Schnitt jeweils 7.500 US-Dollar verloren. Das häufigste und erfolgreichste Verbrechen waren Phishing-Versuche, wobei Internetnutzer  unter anderem über E-Mails oder Twitter-Nachrichten dazu verleitet werden, Geld an Betreiber von Internetseiten zu schicken, die nur vorgeben, Geld für ICOs zu sammeln. Auch Schwachstellen von Systemen konnten Kriminelle oft nutzen.

„Das ist eine große Summe, für die kurze Zeit. Kryptowährungs-Betrüger sind verglichen mit anderen Kriminellen sehr erfolgreich“, sagt Jonathan Levin, Mitgründer von Chainalysis. (kl)

Foto: Shutterstock

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