25. Juli 2017, 11:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Bitcoin ist für fast jeden Investor zu riskant”

Der Hype um Kryptowährungen wie Bitcoin ist aufgrund kürzlich erzielter Kurssteigerungen enorm. Dennoch rät die Münchner Privatbank Merck Finck Anlegern von Investments in Bitcoins derzeit ab.

Bitcoin in Bitcoin ist für fast jeden Investor zu riskant

Virtuelle Währungen eignen sich lediglich als Spekulationsobjekt.

„Die virtuelle Währung ist für fast jeden Investor einfach zu riskant”, betont Georg Kaaserer, Finanzanalyst bei Merck Finck Privatbankiers. Für Bitcoins gebe es – anders als bei konventionellen Währungen – keinerlei Garantien von Regierungen und Zentralbanken. Zwar sei das Potenzial der zugrundeliegenden Technologie beträchtlich, zugleich bliebe die Kursentwicklung von Bitcoins aber äußerst volatil. So sei der Kurs beispielsweise im Mai 2017 innerhalb eines Tages zunächst um zwölf Prozent gestiegen und dann um fast 30 Prozent gefallen.”

Bitcoin ist Spekulationsobjekt

Allein seit Anfang 2016 ist der Bitcoin-Kurs von knapp 450 US-Dollar auf knapp unter 3.000 US-Dollar im Juni 2017 gestiegen. Aktuell liegt der Kurs bei über 2.000 US-Dollar. Die Geschichte von Bitcoin ist durch regelmäßig wiederkehrende starke Schwankungen geprägt. So wurden 15 US-Dollar pro Bitcoin zum Jahresende 2012 gezahlt, im April 2013 waren es schon 266 US-Dollar. Danach fiel der Kurs binnen einer Woche um über 80 Prozent, um kurze Zeit später in nur einem Monat von etwa 200 auf bis über 1.100 US-Dollar zu steigen. Wegen dieser sehr schwankungsanfälligen Kursentwicklung warnte die Deutsche Bundesbank im Mai dieses Jahres mit Blick auf den jüngsten Bitcoin-Höhenflug Anleger vor Geldanlagen in die Kryptowährung. Der Bitcoin “ist kein geeignetes Medium, um Werte aufzubewahren”, so Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele. Er sei vielmehr “ein Spekulationsobjekt”, dessen Wert sich rapide verändere.

Nicht reguliert und garantiert

Nicht reguliert und durch niemanden garantiert, gehört der gesamte Bitcoin-Vorrat einer Gemeinde von meist anonymen Nutzern und trägt genau den Wert, den der Markt durch Angebot und Nachfrage ermittelt: knapp unter 3.000 US-Dollar pro Münze Mitte Juni 2017 oder 0,005 US-Dollar im Jahr seiner Entstehung 2009.

Viele weitere Risiken

Abgesehen von der extrem hohen Volatilität gibt es eine Reihe weiterer Risiken, die bis zu einem vollständigen Verlust eines Bitcoin-Investments führen können. Dazu zählen die potenziell unsichere digitale Brieftasche (“wallet”), der Verlust des Passwortes zu dieser Geldbörse, ein Verbot der Bitcoin-Nutzung im eigenen Land und die Übernahme der Marktführerschaft durch eine der vielen anderen Kryptowährungen. Immer wieder mal droht eine Spaltung des Bitcoin-Systems in mehrere Währungen, denn die Weiterentwicklung funktioniert auf demokratischer Basis.

Extrem hohe Volatilität

“Auch wenn wir zum jetzigen Zeitpunkt Bitcoin wegen der extrem hohen Volatilität und den weiteren verbundenen Risiken für die Wertaufbewahrung nicht empfehlen, sollten interessierte Kunden gleichwohl die Entwicklungen in der Welt der Kryptowährungen beobachten. Diese und die mit ihnen verbundenen Technologien, wie etwa die Blockchain, haben das Potenzial, unser Geld- und Bankensystem langfristig zu beeinflussen”, sagt Kaaserer.

Seite zwei: Handhabung und Akzeptanz der Kryptowährung regional unterschiedlich

Weiter lesen: 1 2

1 Kommentar

  1. Die Realität ist eine andere!
    http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/5257913/Erste-Zulassung-fuer-BitcoinDerivate-in-New-York

    Kommentar von Radagast — 25. Juli 2017 @ 11:29

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Nach Bundestag stimmt auch Bundesrat für die Grundrente

Nach dem Bundestag hat am Freitag auch der Bundesrat der Grundrente zugestimmt, durch die kleine Renten von rund 1,3 Millionen Menschen aufgebessert werden sollen.

mehr ...

Immobilien

Trotz Corona ins Eigenheim: Was Immobilieninteressenten jetzt beachten sollten

Das eigene Zuhause ist wichtiger denn je: Selten zuvor waren die Menschen so viel zuhause wie jetzt in der Corona-Krise. Die eigenen vier Wände sind für viele zum Schutzraum geworden. Hier verbringen sie Zeit mit der Familie, arbeiten im Home-Office oder bringen ihren Kindern Mathe und Deutsch bei. „Die Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen des Alltags hat in vielen Menschen den Wunsch nach Wohneigentum gestärkt“, sagt Roland Hustert, Geschäftsführer der LBS Immobilien NordWest.

mehr ...

Investmentfonds

Aktienmärkte: Hohe Volatilität dank überzogener Bewertungen

Das derzeit zu beobachtende Hin und Her an den Aktienmärkten führt Axel Botte, Marktstratege beim französischen Vermögensverwalter Ostrum Asset Management, auf zwei Faktoren zurück: das Ende des ersten Halbjahres und die hohen Bewertungen.

mehr ...

Berater

Soli-Umfrage: Mehrheit der Deutschen erwägt Soli-Ersparnis in Altersvorsorge zu investieren

Willkommener Geldsegen für eine finanziell selbstbestimmte Zukunft: Die Deutschen begrüßen die „Soli-Abschaffung“ und erwägen die Ersparnis für die eigene Altersvorsorge einzusetzen. Das geht aus einer von Swiss Life Select in Auftrag gegebenen repräsentativen YouGov-Studie mit 2.048 Personen hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Immer weniger Deutsche wollen reich werden

Nur noch eine knappe Mehrheit der Deutschen findet es erstrebenswert, reich zu sein. Gleichzeitig werden die Chancen auf ein hohes Vermögen immer schlechter eingeschätzt – auch wegen Corona. Das ergab eine repräsentative Umfrage der GfK für die “4. Reichtumsstudie” des Private-Equity-Spezialisten RWB Group.

mehr ...

Recht

Wirecard-Skandal – Wirtschaftsprüfer im Auge des Sturms

Der Bilanzskandal um den mittlerweile insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard hat Anleger Milliarden gekostet. Mittlerweile steht auch der zuständige Wirtschaftsprüfer EY im Fokus. Der Prozessfinanzierer Foris AG arbeitet mit führenden Bank- und Kapitalrechtskanzleien an gemeinsamen Lösungen.

mehr ...