10. Oktober 2017, 08:55
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Neue Fondssteuer ab 2018: Das ist zu beachten

Ab 2018 gilt für Altbestände im Depot die Abgeltungssteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer. Trotzdem sollte man alte Fondsanteile keinesfalls verkaufen. Gastbeitrag von Thomas Buckard, Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen

Neue Fondssteuer ab 2018: Das ist zu beachten

Neue Fondsbesteuerung ab 2018: Nicht vorschnell handeln

Die Einführung der 25-prozentigen Abgeltungssteuer sorgte 2009 für viel Wirbel und wurde Anlegern mit einem Bonbon schmackhaft gemacht: Wer noch vor dem 1. Januar 2009 seine Papiere erwarb, für den galt das alte Steuerrecht: Nach Ablauf der zwölfmonatigen Spekulationsfrist blieben alle Wertzuwächse dauerhaft steuerfrei.

Den Realisten unter uns war klar, dass Herr Schäuble sich das nicht unendlich anschauen würde. Mit der Investmentfonds-Steuerreform erledigte er neben der europäischen Harmonisierung auch gleich das bisherige Steuerprivileg. Dennoch lohnt es sich, Fondsanteile weiterhin zu halten.

Ausschließlich Gewinne nach 2017 betroffen

Die Neuregelung betrifft nämlich nur Gewinne, die nach dem 31. Dezember 2017 entstehen. Alle bis dahin auflaufenden Gewinne sind und bleiben steuerfrei. Statt der historischen Anschaffungskurse werden die Anteilspreise vom 30. Dezember 2017 als neuer Einstandskurs gewertet.

Ausschließlich Zuwächse, die darüber hinausgehen, werden besteuert.

Fonds profitieren von Teilfreistellung

Als Ausgleich dafür, dass Dividenden im Fonds direkt besteuert werden, profitieren die Fonds von einer Teilfreistellung der Erträge. Bei Fonds mit einem Aktienanteil von mindestens 25 Prozent bleiben 15 Prozent von der Kapitalertragssteuer befreit.

Bei Fonds, die mindestens die Hälfte in Aktien investieren, sogar 30 Prozent der Gewinne und Erträge. Das ist ein erheblicher Vorteil gegenüber der Direktanlage in Aktien und Renten. Auch in Zukunft können Fondskosten als Werbungskosten von den ordentlichen Erträgen abgezogen werden – ein weiteres Privileg gegenüber den Direktanlegern.

De facto sind Gewinne aus Altbeständen steuerfrei

Besitzer von Altbeständen (und nur diese!) erhalten einen persönlichen Freibetrag in Höhe von 100.000 Euro ohne zeitliche Befristung. Diesen verrechnet das Finanzamt mit den versteuerten Gewinnen.

Somit bleiben de facto Gewinne aus Altbeständen bis zu diesem Betrag weiterhin steuerfrei. Dieser Freibetrag gilt für jeden Steuerpflichtigen, der Altbestände besitzt. Das heißt auch demjenigen Anleger stehen diese Freibeträge zu, der solche Altbestände vererbt oder geschenkt bekommen hat. Das bietet reichlich Gestaltungsspielraum.

Trennen Sie sich bitte nicht von Ihren Altbeständen, sondern schöpfen lieber erst einmal die Freibeträge aus. Überprüfen Sie mögliche Übertragungen innerhalb der Familie und lesen Sie aufmerksam die Fondsprospekte, damit Sie wissen, welcher Aktienanteil hier festgeschrieben ist – mehr als 25 oder 50 Prozent Aktien sollten es sein.

Thomas Buckard ist Vorstand der Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen AG, Wuppertal.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Wie die Versicherer das Nadelöhr erweitern

Makler stoßen beim Gespräch mit dem Kunden immer wieder auf einen hatnäckigen Vorbehalt gegenüber der BU: das Verhalten der Versicherer im Leistungsfall oder vielmehr die Angst vor der Nichtleistung.

Gastbeitrag von Markus Kruse, Assekurata Solutions GmbH, und Christian Schwalb, BU-Expertenservice GmbH

mehr ...

Immobilien

Scheidung und Hausverkauf: Finanzielle Verluste vermeiden

Lassen sich Paare mit Immobilieneigentum scheiden, stehen sie vor der Frage, was mit dem Haus oder der Wohnung geschieht. Der Immobiliendienstleister McMakler gibt Tipps, welche Schritte Paare unternehmen sollten, um finanzielle Verluste zu vermeiden und zu einer sinnvollen Lösung zu kommen.

mehr ...

Investmentfonds

Die Volatilität ist zurück

Mit der Verunsicherung der Anleger bleibt auch die Volatilität an den Märkten. Doch Auslöser für die Schwankungen ist nicht allein Unsicherheit. Die Volatilität bleibt, aber das ist nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen und Anleger können sich zudem schützen.

mehr ...

Berater

“Provisionsdeckel führt in die falsche Richtung”

Die jüngsten Vorschläge der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für einen Provisionsdeckel beim Vertrieb von Lebensversicherungsprodukten sorgen für reichlich Unmut in der Branche und wird von Seiten der Anbieter und des Vertriebs als weiterer unnötiger staatlicher Eingriff in die private Wirtschaft verurteilt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Immobilienkauf: Notartermin platzt – kein Schadensersatz

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit seinem Urteil vom 13. Oktober 2017 – AZ.: V ZR 11/17 – die Haftung eines potenziellen Verkäufers einer Eigentumswohnung bei einem geplatzten Notartermin nur in Ausnahmefällen bejaht.

Gastbeitrag von Oliver Renner, Rechtsanwälte Wüterich Breucker

mehr ...