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29. November 2017, 10:24
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Risikofaktoren im Generika-Segment überwiegen

Immer wieder werden Generika als preiswerte Alternative für herkömmliche Medikamente genannt und auch darauf verwiesen, dass diese eine lukrative Anlage für Investoren darstellen. Dennoch stellt sich die Frage: Sind Generika ein Segen für die Gesundheitsausgaben aber ein Fluch für Investoren?

DJE-Maximilian-Benedikt-Koehn-Kopie in Risikofaktoren im Generika-Segment überwiegen

Maximilian Benedikt Köhn, DJE: “Wir bevorzugen weiterhin innovative Pharma- und Biotech-Unternehmen.”

Vergleicht man die globalen Gesundheitsausgaben, zeigt sich, dass die USA das Land mit den höchsten Ausgaben weltweit ist. Der Anteil der Ausgaben, die in den USA für Gesundheit anfallen, entspricht mehr als 17 Prozent des Bruttoinlandsproduktes des Landes. Dabei spielen Medikamentenausgaben zwar eine wichtige, aber im Vergleich zu anderen Gesundheitsausgaben eher eine untergeordnete Rolle. Nur 12 Prozent der gesamten US-Gesundheitsausgaben wurden 2016 für Medikamente aufgewendet.

Damit liegen die Kosten in den USA unter dem EU-Durchschnitt von knapp 16 Prozent. Eine der wichtigsten Maßnahmen, die Medikamentenkosten und damit die Gesundheitsausgaben zu reduzieren, ist der Einsatz von Generika. Biologisch sind die Nachahmer äquivalent zu den Originalen und können diese daher medizinisch ersetzen. Sie unterscheiden sich allerdings in einem wesentlichen Punkt von den jeweiligen Erstanbieterpräparaten: Sie sind wesentlich preiswerter, teilweise mit Preisnachlässen von bis zu 90 Prozent. Der Hauptgrund sind entfallende Forschungsausgaben. Von der ersten Idee bis zum marktreifen und zugelassenen Medikament können diese mehrere Milliarden US-Dollar betragen.

Generikaanteil an der Arzneimittelversorgung steigt

Der Generikaanteil an der gesamten Arzneimittelversorgung stieg in den vergangenen Jahren stetig an. Aktuell liegt er in Deutschland bei 77 Prozent, 2006 lag er bei knapp 60 und 1996 waren es ca. 38 Prozent. Ein ähnliches Bild ist auch in den USA zu finden. Dort liegt der Generikaanteil bereits bei über 88 Prozent, 2006 waren es knapp 63 und 1996 ca. 43 Prozent. Obwohl die Generika somit den Großteil der Arzneimittelversorgung ausmachen, halten sich die Kosten hierfür in Grenzen. So wurden 2016 in den USA gerade einmal 21 Prozent der gesamten 420 Milliarden US-Dollar an Medikamentenausgaben für Generika verwendet oder umgedreht entfielen 79 Prozent auf patentgeschützte Arzneimittel.

Fallende Preise bei Generika

Dennoch leiden seit fast zwei Jahren die Aktienkurse der weltweiten Generikahersteller gegenüber dem Gesamtmarkt besonders stark. Einer der Hauptgründe ist die Preisentwicklung der Generika. Laut Aussagen des Government Accountability Office, dem Rechnungshof der USA, sind die Preise für generische Medikamente im Zeitraum zwischen 2010 und 2015 um über 60 Prozent in den USA gefallen. Dieser Trend könnte zudem weiter andauern. Zusätzlich will der neue Chef der US-Arzneimittelaufsicht (FDA), Dr. Scott Gottlieb, den Wettbewerb für Generika intensivieren: Durch geringere Eintrittsbarrieren und schnellere Genehmigungsverfahren sollen Medikamentenpreise noch weiter gesenkt werden. Denn im Gegensatz zu innovativen Pharma- und Biotechunternehmen produzieren Generikahersteller die gleichen Wirkstoffe wie Erstanbieter und haben somit keinen wesentlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Herstellern. Dies führt letztendlich zu einem Preiswettbewerb.

Seite zwei: Hausgemachte Probleme der Branche

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