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21. Februar 2017, 07:01
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Trump-Rhetorik stärkt den Privatkapitalismus

Das große Verdienst der Trump-Rhetorik für die Aktienmärkte ist, dass er für den Aufstieg des Privatkapitalismus steht – mit weniger Steuern, weniger Regulierung und mehr Investitionen.

Gastkommentar von Didier Saint-Georges, Carmignac

Carmignac Didier Saint-Georges in Trump-Rhetorik stärkt den Privatkapitalismus

Didier Saint-Georges analysiert die Auswirkung von Trump auf die Aktienmärkte.

Die Wirkung dieser Haltung, dass die „tierischen Instinkte“ der amerikanischen Wirtschaftsakteure geweckt werden sollen, darf nicht unterschätzt werden. Besonders aussagekräftig ist diesbezüglich ein Index: Seit dem 9. November ist der Index des Optimismus von Kleinunternehmen (NFIB-Index) von 95, einem Wert, auf dem der Index seit zwei Jahren stagnierte, buchstäblich abgehoben und liegt nun bei 105, dem höchsten Wert seit 2004.

Wie der NFIB-Index verzeichnet auch der Index, der das Vertrauen der Verbraucher abbildet, einen starken Anstieg. Daher scheint es plausibel, dass der Trump-Effekt eine Fortsetzung, ja sogar eine Beschleunigung der Erholung der amerikanischen Wirtschaft mit sich bringt, die seit einem Jahr zu beobachten ist.

Dies ist eine enorme Erleichterung für die Aktienmärkte, die allmählich befürchteten, die allgemeine Konsumbereitschaft würde demnächst wieder abnehmen und die Margen der Unternehmen sinken. Kurzfristig kommt genau dies auf den Märkten zum Ausdruck – mit ihrer üblichen Euphorie, indem sie zyklische Titel in Höhen treiben, die seit 2014 nicht mehr erreicht wurden.

Rückkehr zu einer primitiven Form des Merkantilismus

In dieser aktuellen Welle des Enthusiasmus wird der Art des Wirtschaftsprogramms von Donald Trump wenig Beachtung geschenkt. Doch eines Tages müssen wir uns darüber Gedanken machen, denn die “Trumponomics” sind in Wahrheit nichts anderes als eine Rückkehr zu einer primitiven Form des Merkantilismus, die nach Jahrzehnten des Wirtschaftsliberalismus schwerwiegende Folgen nach sich ziehen wird. Wir in Europa haben bereits unsere eigene Erfahrung mit dem Merkantilismus gemacht, der im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert in den absoluten Monarchien in Frankreich, England oder Holland dominierte. Es handelte sich im Wesentlichen um starke Staaten, die alles daran setzten, den Reichtum ihrer jeweiligen Nation zu vermehren, indem sie die Wirtschaftstätigkeit innerhalb ihrer Grenzen maximal förderten. Mit anderen Worten: Diese Staaten zielten darauf ab, Handelsüberschüsse zu erzielen, in dem sie ihre Industrie durch Zollgrenzen schützten und die politischen Machtverhältnisse – damals zu den Kolonien – ausnutzten, um ihre Exporte zu fördern. Genau so lautet das Programm des neuen starken Manns in Washington.

Wer sein Handeln in wirtschaftlicher Hinsicht als inkohärent oder unvorhersehbar einschätzt, begeht einen schweren Fehler. Das neue Programm in den USA stellt eine Rückkehr zum merkantilistischen Credo dar. Das erklärte Ziel lautet, das Handelsdefizit abzubauen. Hierfür sollen die Machtverhältnisse gegenüber den wichtigsten Handelspartnern mit Exportüberschüssen gnadenlos ausgespielt werden. Betroffen sind China, das die „Hauptschuld“ für das Defizit trägt. Außerdem Mexiko, das in der Reihe der Schuldigen nur an dritter Stelle steht, wenngleich im Machtgefüge in einer ungünstigen Position. Schließlich die Europäische Union, die in der Reihe der Schuldigen an zweiter Stelle steht und deren Auseinanderbrechen Donald Trump vermutlich anstrebt, um die Machtverhältnisse zu seinen Gunsten verschieben zu können.

Seite zwei: An den Aktienmärkten könnte es ein böses Erwachen geben

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