Anzeige
28. April 2017, 10:23
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Für Trump steht jetzt die harte Arbeit erst an

In den ersten 100 Tagen haben sich die US-Aktienmärkte gut entwickelt. Allerdings gab es für den neuen Präsidenten Donald Trump auch viele Vorschusslorbeeren. Jetzt muss der unkonventionelle Staatschef liefern. Gastkommentar von Stephen Mitchell, Jupiter Asset Management

AJupiter AM Stephen Mitchell-Kopie in Für Trump steht jetzt die harte Arbeit erst an

Stephen Mitchell von Jupiter AM analysiert die Politik von Donald Trump.

Die Erholung an den weltweiten Aktienmärkten nach der Wahl Donald Trumps basierte auf den – bisher größtenteils unerfüllten – Erwartungen, dass unter seiner Präsidentschaft eine neue Ära der niedrigen Steuern, Deregulierung der Märkte und Infrastrukturinvestitionen eingeläutet werde. Diese Maßnahmen, so war die Annahme, würden die US-Konjunktur in Schwung bringen und sich auf die gesamte Weltwirtschaft auswirken. Fest steht, dass im Anschluss an Trumps Wahl die Stimmung der US-Anleger umschlug, was zu einem positiveren Marktklima und dem sogenannten “Trump Bump” beitrug. Doch aus weltwirtschaftlicher Sicht spielte dem 45. US-Präsidenten auch relativ viel Glück in die Hände.

Trump Bump – Trump im Glück

Die Wahl Trumps korrelierte zeitlich exakt mit den ersten positiven Auswirkungen eines neuen Anreizpakets an den globalen Märkten. Dieses wurde bereits Anfang 2016 von den chinesischen Behörden geschnürt, um eine von Antikorruptionsmaßnahmen gebremste Wirtschaft in Schwung zu bringen. Diese Anreizmaßnahmen trugen dazu bei, das Wachstum sowohl in China als auch weltweit zu stützen. Darüber hinaus wurden somit die Ängste zerschlagen, dass ein Abschwung in der Volksrepublik das weltweite BIP-Wachstum verlangsamen könnte. Gleichzeitig gaben diese Maßnahmen Trump einen willkommenen Rückenwind.

Auch die leichte Erholung der Ölpreise gab der US-Konjunktur just zu dem Zeitpunkt Aufwind, als Trump das Oval Office bezog. Nachdem sich der Ölpreis während der ersten Monate des Jahres 2016 kontinuierlich um die 30 USD je Barrel bewegt hatte, hat sich der Preis nun stabil auf etwa 50 US-Dollar je Barrel eingependelt. Bei diesem Preis wird das Betreiben von Bohrinseln für eine größere Anzahl an US-Ölschieferproduzenten rentabel, was sich in einer Erholung der Industrieproduktion zeigte. Somit profitierte Trump in den ersten Tagen seiner Amtszeit gleich von zwei Seiten von vorteilhaften Rückenwinden.

Abgesehen davon wurde bei Trumps Besuchen in Florida und Texas in jüngster Vergangenheit offensichtlich, dass der Präsident und seine Politik auf wahre Anhänger in der Geschäftswelt zählen können. Diese Unterstützung resultierte in mehr Zuversicht unter kleinen Unternehmen und einem besseren Konsumklima. Der Rückgang der Arbeitslosenquote im Monat vor seiner Wahl von 4,8 Prozent im Oktober auf 4,5 Prozent im März scheint für eine stabile Situation bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze und den Einstellungen zu sprechen. Trump hat sich außerdem – wie würde man es von einem Geschäftsmann auch anders erwarten – um die Gunst der nationalen Großkonzerne bemüht und einen Business Advisory Council, also ein Beratergremium, eingerichtet. Dieses Gremium bietet siebzehn Topmanagern von Unternehmen wie Pepsico, JP Morgan und Boeing eine Plattform, über die sie politische Maßnahmen beeinflussen und unternehmensfreundlich mitgestalten können. Die Gewissheit, dass der Präsident stets ein offenes Ohr für die Anliegen dieser US-Industriegiganten hat und die Konzerne ihm beratend zur Seite stehen, stärkt das Vertrauen – der Präsident scheint ihre Anliegen ernst zu nehmen.

Trump Slump

Doch der “Trump Bump” scheint nun erste Anzeichen von Schwäche zu zeigen. Dies liegt daran, dass die drei Säulen, die den Aufschwung am Aktienmarkt trugen, immer weiter bröckeln. Zudem hinterfragt manch einer die Lücke zwischen den Erwartungen und der Fähigkeit des neuen Präsidenten, seine Versprechungen zu verwirklichen. Seit das Scheitern seiner neuen Gesundheitsreform Zweifel weckte, ob Trump fähig ist, andere Maßnahmen durchzusetzen, wird nun auch vom „Trump Slump“ gemunkelt.

Seite zwei: Die Steuerreform dürfte Vorteile bringen

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Risiko-LV: Kunden gewinnen, Abschlussquoten steigern

Risiko-Lebensversicherungen machen laut Branchenzahlen mehr als ein Fünftel des Neugeschäftes der deutschen Lebensversicherer aus. Was Anbieter tun können um sich im Wettbewerb erfolgreich aufzustellen, hat das Marktforschungsinstitut Heute und Morgen untersucht.

mehr ...

Immobilien

Ab auf die Insel: Privatinsel in Irland steht zum Verkauf

Wer schon immer von einer eigenen Insel geträumt hat, könnte sich diesen Traum in Irland erfüllen – das nötige Kapital vorausgesetzt. Die Privatinsel “Horse Island” steht zum Verkauf, mitsamt einem gerämigen Anwesen. Sogar ein Hubschrauberlandeplatz steht zur Verfügung.

mehr ...

Investmentfonds

Alzheimer-Forschung: Was der aktuelle Stand für Investoren bedeutet

Alzheimer betrifft allein in den USA und Europa 15 Millionen Menschen, Tendenz steigend. Bis heute wurde kein Wirkstoff gefunden, mit dem sich Alzheimer verlangsamen lässt. Die Ursachen sind ungeklärt, verschiedene Thesen werden aktuell diskutiert. Der hohe Bedarf an Behandlungsmethoden birgt ein großes Potenzial für Investoren. Gastbeitrag von Mina Marmor, Sectoral Asset Management

mehr ...

Berater

JDC bietet Webinare zur neuen DIN-Norm in der Finanzberatung

Die neue DIN 77230 “Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte” ersetzt die bisherige DIN SPEC 77222. Die neue Norm nimmt sich, wie ihr SPEC-Vorläufer, die Basisanalyse der Finanzen von Privathaushalten vor. Jung, DMS & Cie. bietet deshalb Webinare für Vertriebspartner an, um auf die neue DIN-Norm zu schulen. 

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...

Recht

Falling down: Wer haftet bei rutschigen Bürgersteigen?

Der Herbst und das liebe Laub. Was im Sonnenschein auf den Bäumen noch schön aussieht, kann am Boden schnell zur Gefahr werden. Wird Laub nicht beseitigt und führt zu Unfälle, kann’s teuer werden. Mal ganz abgesehen von dem drohenden Ärger mit der Justiz. Worauf Mieter und Hausbesitzer jetzt achten sollten.

 

mehr ...