Anzeige
12. Juni 2017, 10:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Wer sich grüner aufstellt, hat im Wettbewerb Vorteile”

Alexander Mozer, Leiter des Fondsmanagements von Ökoworld, sprach mit Cash. über den Stellenwert von Nachhaltigkeit in den aufstrebenden Ländern, aktuelle Investmentchancen und über die Herausforderung, während der Trump-Ära aussichtsreiche US-Titel zu finden.

Mozer-750 in Wer sich grüner aufstellt, hat im Wettbewerb Vorteile

Alexander Mozer, Ökoworld: “Viele, vor allem chinesische Produzenten, die notwendige Umweltanforderungen nicht berücksichtigt haben, mussten Insolvenz anmelden.”

Herr Mozer, Sie sind unlängst aus China zurückgekehrt. Wie weit ist das Thema nachhaltiges Wirtschaften in den Unternehmen bereits verankert?

Mozer: Das Fondsmanagement der Ökoworld Lux S.A. setzt in den wachsenden Ländern auf die Entwicklung 2.0. d.h. weg vom Rohstoffexport und der verlängerten Werkbank – hin zu technologischer Entwicklung und einer aufstrebenden Mittelschicht mit der Entwicklung spezifischer Bedürfnisse. Es geht teils um die Befriedigung von Bedürfnissen, die nach unserem europäischen Standard selbstverständlich sind. Denken wir an Wasser und Toilettenspülung rund um die Uhr, eine Schule um die Ecke, ein erreichbarer Zahnarzt, ein neues Hüftgelenk, eine asphaltierte Straße – eine vorhandene Infrastruktur. Diese Entwicklung mitzugehen ist eine besondere Herausforderung und ein spannender Weg. Der Druck vieler Unternehmen der Industriestaaten, hinsichtlich ökologischer Aspekte, führt zunehmend zu einem Umdenken der Zulieferer. Wer sich beispielsweise als produzierendes Unternehmen in den Schwellenländern mit dem Thema Umweltmanagement grüner aufstellt, der hat im Wettbewerb Vorteile bei der Auftragsvergabe und den erzielbaren Margen. Ein Beispiel hierfür ist  das thailändische Unternehmen KCE Electronics. Seitdem geschlossene Wasserkreisläufe in der Leiterplattenproduktion installiert wurden und das verunreinigte Brauchwasser nicht mehr in die Flüsse fließt, wurden sowohl  neue Auftraggeber gewonnen als auch Verträge zu besseren Konditionen abgeschlossen. Viele, vor allem chinesische Produzenten, die solche notwendigen Umweltanforderungen nicht berücksichtigt hatten, mussten hingegen Insolvenz anmelden.

Wie groß ist das China-Exposure im Ökoworld Growing Markets 2.0 und können Sie ein, zwei Beispiele für aussichtsreiche Firmen nennen?

Die Ländergewichtung China schwankt aktuell zwischen 16 und 17 Prozent. Besonders gut gefallen uns derzeit Bildungsunternehmen wie TAL Education oder New Oriental Education. Das Streben nach einem guten Schulabschluss ist für viele Chinesen von zentraler Bedeutung für die Zukunft ihrer Kinder. Nur so lässt sich die Chance auf einen der begehrten Studienplätze aufrechterhalten. Entsprechend gut sind die Kurse der oben genannten Unternehmen gebucht. Die Wachstumsraten in Umsätzen und Ergebnissen sind immens. Beide Unternehmen notieren aktuell auf einem Allzeit-Hoch.

Neben China ist Indien ein weiteres wichtiges Schwellenland. Wie ist die Entwicklung dort?

Der Subkontinent bildet in der Tat ebenfalls einen großen Posten in unseren Portfolios. Die sehr rigorosen Maßnahmen von Premier Modi, der Wirtschaft die wichtigsten Geldscheine zu entziehen, hat ihr kurzfristig eher geschadet und auch viele Menschen in Probleme gestürzt. Aber die Bekämpfung der Schattenwirtschaft und die Generierung von Steuereinnahmen sind mit Sicherheit zwei sehr wichtige Themen in Indien. Als die Maßnahme bekannt wurde, reagierten die Märkte extrem nervös, gefolgt von diversen Broker-Studien, wie verheerend die Folgen sein könnten. Nach drei Monaten wurde das dann aber wieder ausgeblendet und die Börsen sind auf ihren Wachstumspfad zurückgekehrt. Wir haben in Indien mit unseren Investments einen kühlen Kopf bewahrt und haben eine mögliche Nachfragedelle in Kauf genommen, wohl wissend, dass die Wachstumsstory weiterhin intakt ist. Man muss hier immer im Hinterkopf behalten, dass die Aufgabe Modis in Indien kein Sprint sondern ein Marathon ist.

Seite zwei: “America first” als Herausforderung im Portfoliomanagement

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Die Hitliste der Autoknacker: Alle 30 Minuten ein Auto

Autodiebe haben im vergangenen Jahr rechnerisch etwa alle 30 Minuten einen kaskoversicherten Pkw gestohlen. Nach dem neuen Kfz-Diebstahlreport des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kamen im Laufe des Jahres 2017 insgesamt 17.493 Pkw ihren rechtmäßigen Besitzern abhanden.

 

mehr ...

Immobilien

Immobilienverband: Mieten in kleineren Städten ziehen kräftig an

Nach Einschätzung des Immobilienverbands IVD ziehen auch die Mieten in kleineren Städten deutlich an. Dort kostet Wohnen zwar noch deutlich weniger – jedoch steigen die Mieten auch dort aktuell rasant an.

mehr ...

Investmentfonds

Italien sieht kein Risiko durch höhere Schulden

Italiens Finanzminister Giovanni Tria verteidigt den italienischen Haushaltsplan für der EU-Kommission. Tria ist bewusst, dass die Pläne den Stabilitätskriterien widersprechen, ändern wolle er sie deshalb trotzdem nicht. Seine Entscheidung begründet er heute in Brüssel.

mehr ...

Berater

Bankenverband: Stresstest hat Stärken und Schwächen

Der Bankenverband BdB dämpft die Erwartungen an den diesjährigen Banken-Krisentest der europäischen Aufseher. So seien Stresstests keine Wunderwaffe, wie der BdB am Montag in Frankfurt erklärte.

mehr ...

Sachwertanlagen

Kein Prospekt: BaFin untersagt Holz-Investment

Die Finanzaufsicht BaFin hat das öffentliche Angebot der Vermögensanlage mit der Bezeichnung „Teakinvestment“ über den Kauf, die Pflege sowie die Verwertung von Teakbäumen in Costa Rica und Ecuador in Deutschland untersagt.

mehr ...

Recht

Einmal Teilzeit und zurück? So funktioniert die Brückenteilzeit

Der Bundestag hat das neue Gesetz zum Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit verabschiedet. Arbeitnehmer in Unternehmen ab 45 Angestellten können ab 2019 die so genannte Brückenteilzeit wählen. Arbeitsrechtsexperten der Arag haben das Gesetz unter die Lupe genommen.

mehr ...