25. April 2018, 14:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutlicher Konjunkturabschwung in 2019

Spätestens ab der zweiten Jahreshälfte 2018 wird die Weltwirtschaft langsamer wachsen, davon ist das Feri Institut überzeugt. Obwohl Deutschland eine Sonderstellung habe, komme es auch hier zum Abschwung. Warum sich die Konjunktur abkühlen wird:

Welt-konjunktur-boerse-aktienmarkt-finanz-krise-wachstum-shutterstock 154612226 in Deutlicher Konjunkturabschwung in 2019

Die globale Konjunktur wird ihren Höhepunkt spätestens in ein paar Monaten überschreiten.

Das Wachstum der Weltwirtschaft hat seinen Höhepunkt erreicht und wird spätestens ab der zweiten Jahreshälfte sinken. Wenn die Notenbanken weniger expansiv handeln, würden strukturelle Probleme wieder deutlich wie die hohe Verschuldung und die nur langsam steigende Produktivität.

“Wir glauben, dass die verschlechterten Stimmungsindikatoren, die aktuell zu sehen sind, genau dies widerspiegeln und deshalb nicht nur eine temporäre Erscheinung sein werden”, sagte Axel D. Angermann, Chef-Volkswirt der Feri Gruppe, gestern auf dem 31. FERI-Konjunktursymposium in Bad Homburg.

Auf der Veranstaltung stellten Feri-Experten gegenüber zahlreichen Vertretern aus verschiedenen Bereichen der deutschen Wirtschaft ihre Analysen und Prognosen zur Entwicklung der Weltwirtschaft vor.

Abschwung beginnt in den USA

Ausgangspunkt der Abkühlung seien die USA. Zwar würden die Steuerreform und höhere Staatsausgaben der Wirtschaft einen Impuls geben, doch würden sich gleichzeitig die Anzeichen mehren, dass die Konjunktur in der letzten Phase des Aufschwungs sei.

Steigende Löhne und höhere Importpreise aufgrund der protektionistischen Politik würden die Inflationsrate über drei Prozent treiben. Daher werde die amerikanische Zentralbank Federal Reserve (Fed) die Geldpolitik stärker als bisher angekündigt straffen.

China und USA werden Handelskrieg vermeiden

Steigende Zinsen, eine eventuell inverse Zinsstrukturkurve, Protektionismus und die eingetrübte Stimmung würden den privaten Verbrauch und Investitionen dämpfen und so einen Konjunkturabschwung auslösen. “Wir rechnen damit, dass das Wachstum der US-Wirtschaft im Jahr 2019 auf weniger als zwei Prozent sinken wird”, so Angermann.

Sowohl China als auch die USA werden einen Handelskrieg nach Ansicht von Feri vermeiden. Für China sei die USA der mit Abstand bedeutendste Absatzmarkt, daher habe es eine schlechte Verhandlungsposition und müsse Zugeständnisse machen. Doch auch die USA werde die Konfrontation vermeiden, da sie von Importen abhängig sei.

Der Welthandel werde in den kommenden Jahren zwar geschwächt, aber nicht grundsätzlich beeinträchtigt. Langfristig leide hingegen die Globalisiserung.

Konjunkturrückgang auch in Deutschland

Das treffe auch Deutschland. Hier laufe der Aufschwung bereits länger als imRest der Währungsunion und das gesamtwirtschaftliche Produktionspotenzial sei zunehmend ausgelastet. Doch werde der negative außenwirtschaftliche Impuls durch eine starke Binnennachfrage abgefedert.

Im laufenden Aufschwung tragen die Bauwirtschaft, der Einzelhandel und viele Dienstleistungsbranchen wesentlich zur gesamtwirtschaftlichen Expansion bei, und dies kann sich angesichts der positiven Lage auf dem Arbeitsmarkt und steigender Löhne noch eine Weile fortsetzen. Das Wachstum werde sich im kommenden Jahr abschwächen, ein Konjunktureinbruch sei aber nicht zu erwarten. (kl)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Streit um die Grundrente geht in die nächste Runde

Im Streit um die Grundrente unterstützt Thüringens CDU-Vorsitzender Mike Mohring einen Vorschlag von Christdemokraten für eine nur teilweise Bedürftigkeitsprüfung.

mehr ...

Immobilien

Vorsicht beim Kauf zwangsversteigerter Häuser

Im angespannten Immobilienmarkt bieten Zwangsversteigerungen die Möglichkeit, ein Haus unterhalb des Marktwertes zu erwerben. Die besonderen rechtlichen Rahmenbedingungen bergen jedoch erhebliche Risiken.

mehr ...

Investmentfonds

E-Autos: Neue Hürden verhindern Verbreitung

Die Deutschen sind in Sachen Elektromobilität sehr optimistisch. Warum es nach wie vor ein Nischenthema ist, hängt an vielen Detailfragen. Die oft noch geringe Reichweite ist nur ein Aspekt. Woran es besonders hakt, ist bislang kaum in der öffentlichen Diskussion kaum aufgetaucht.

mehr ...

Berater

Gehalt: So viel verdient Deutschland

Mit welchem Beruf zählen Fach- und Führungskräfte in Deutschland zu den Top-Verdienern und wie groß sind die regionalen Unterschiede beim Lohnniveau? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der Step Stone Gehaltsreport 2019 mit einem Überblick über die durchschnittlichen Bruttojahresgehälter.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lars Schnidrig rückt zum CEO von Corestate auf

Der Aufsichtsrat der Corestate Capital Holding S.A., zu der unter anderem der Asset Manager Hannover Leasing gehört, hat Lars Schnidrig für vier Jahre zum neuen Chief Executive Officer (CEO) und Vorsitzenden des Vorstands berufen. Er hat ein ambitioniertes Ziel.

mehr ...
22.03.2019

RWB Group wird 20

Recht

BFH kippt den Bauherrenerlass

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat eine uralte steuerliche Restriktion für geschlossene Fonds kassiert. Darauf weist die Beratungsgesellschaft Baker Tilly jetzt hin. Es gibt Vorteile für die heutigen Fonds, aber auch eine Fußangel.

mehr ...