24. April 2018, 07:41
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Tiefgehende Verunsicherung”

Die Börsen schwanken trotz der stabilen Weltwirtschaft. Die Märkte sind fragil und würden sich lediglich kurzfristig erholen können. Die Volatilität lasse sich aber nicht durch wirtschaftliche Probleme erklären, so Baitinger vom Feri Institut. Er sieht andere Gründe:

Bulle-baer-fonds-aktien-auf-ab-boerse-volatilitaet-shutterstock 531227905 in Tiefgehende Verunsicherung

Obwohl die wirtschaftliche Situation für Bullenmärkte spricht, sind Anleger verunsichert.

Die Weltwirtschaft ist stabil, gemessen an den Konjunkturdaten, dennoch schwanken die Märkte seit Monaten. Auf den starken Jahresstart folgten mehrere Abwärtsphasen, bevor sich die Börsen zuletzt wieder erholten.

“Dieses flatterhafte Marktverhalten ist Ausdruck einer tiefergehenden Verunsicherung”, sagt Dr. Eduard Baitinger, Head of Asset Allocation bei Feri. Während die Inflations- und Zinsängste mittlerweile eingepreist sein dürften, sorgten sich die Marktteilnehmer davor, dass sich die weltpolitische Lage verschärfe.

Konjunkturoptimismus flaut ab

“Der Konjunkturoptimismus hat seinen Höhepunkt überschritten, an den Märkten setzt sich eine realistischere Sicht auf die globalen Verhältnisse durch”, so Baitinger.

Die Markt-Volatilität werde in Zeiten eines drohenden internationalen Handelskriegs und angesichts der Situation in Syrien zwar viel stärker als bisher vom täglichen Nachrichtenfluss befeuert, die Schlussfolgerung, dass politische Börsen in der Regel nur kurze Beine haben, sei jedoch nur die halbe Wahrheit.

“Tatsächlich befinden wir uns mitten in einer massiven Veränderung der existierenden geopolitischen Koordinatensysteme”, sagt Baitinger. Und das könnte sich sehr wohl dauerhaft negativ auf die Realwirtschaft und die Kapitalmärkte auswirken.

Risiken werden stärker eingepreist

“Die Aktienmärkte haben damit begonnen, diese gestiegenen Risiken stärker als bisher einzupreisen”. Sie seien vielfach fragil und Trends würden erodieren. “Kurzfristige Erholungen sind zwar möglich, dürften aber wohl nur von vorübergehender Natur sein”, so Baitinger.

Auch das angespannte Verhältnis zwischen Russland und dem Westen wirke sich weit über kurzfristige Börsenschwankungen hinaus auf die Märkte aus: “Die Entspannungspolitik der vergangenen Jahre hat für eine regelmäßige Friedensdividende als positive Triebkraft für Realwirtschaften und Finanzmärkte gesorgt. Das scheint nun vorbei”, so Baitinger.

Vielmehr müssten Investoren auch hier mit dauerhaft erhöhten strukturellen Risikoprämien rechnen. (kl)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Fünf Millionen Bescheide zur Mütterrente bislang erteilt

Stephan Fasshauer, Direktor der Deutschen Rentenversicherung, befasste sich in seinem Bericht auf der in Bochum tagenden Vertreterversammlung mit der Umsetzung der neuen Mütterrente.

mehr ...

Immobilien

Lange Zinsbindung und höhere Beleihung bei Immobilienfinanzierungen

Die durchschnittliche Darlehenssumme für Immobilienfinanzierungen stagniert im Mai – auf Rekordniveau: Wie im Vormonat beträgt sie eine knappe viertel Million Euro (248.000 Euro). Die Standardrate, die für eine Finanzierung von 150.000 Euro und 80 Prozent Beleihungsauslauf mit zwei Prozent Tilgung und 10 Jahren Zinsbindung errechnet wird, beträgt 448 Euro. Das sind 22 Euro mehr als im April. Damit liegt sie unter dem Mittelwert von 2018 und entspricht in etwa der durchschnittlichen Rate in 2017.

mehr ...

Investmentfonds

VanEck listet den ersten eSports ETF an der Deutschen Börse

VanEck gab heute das Listing des VanEck Vectors Video Gaming and eSports UCITS ETF an der Deutschen Börse bekannt. Damit bietet der Asset Manager den ersten ETF in diesem innovativen Geschäftsfeld über Xetra an.

mehr ...

Berater

Kaum ein Unternehmen verzichtet auf die Automatisierung von Prozessen

Mehr als 90 Prozent der befragten deutschen Unternehmen automatisieren wichtige Geschäftsprozesse. So lautet das zentrale Ergebnis einer globalen Studie zur Nutzung von Automatisierungstechnologien, die UiPath in Auftrag gegeben hat.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Sehr positive Resonanz der Gläubiger auf den Vergleichsvorschlag der Insolvenzverwalter

Die Gläubiger in den Insolvenzverfahren der deutschen P&R Gesellschaften haben sehr positiv auf den Vergleichsvorschlag der Insolvenzverwalter reagiert. Bislang haben schon über 95 Prozent der Gläubiger bzw. deren anwaltliche Vertreter ihre Zustimmung zum Vergleich über die Forderungsfeststellung erklärt. Insgesamt wurden in den vier Insolvenzverfahren über 80.000 Schreiben an rund 54.000 Gläubiger verschickt.

mehr ...

Recht

Rendite statt Leerstand

Viele Unternehmen halten große Freiflächen oder Nachverdichtungsflächen vor, um auf dem Gelände weiter expandieren zu können. Ob und wann der zusätzliche Raumbedarf eintritt, steht oft in den Sternen. Viele Raumreserven liegen dauerhaft brach. Hinzu kommt: Die fortschreitende Geschäftsentwicklung ändert auch den Raumbedarf. Es werden also Konzepte gebraucht, die solche Zustände vermeiden.

mehr ...