27. November 2018, 11:46
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Einkommenssteuer: Verteilung von Reich nach Arm?

Die Einkommensteuer soll in Deutschland für mehr Einkommensgerechtigkeit sorgen: Wer viel verdient, muss auch viel zahlen. Aber funktioniert die Einkommenssteuer? Verteilt sie Einkommen von Reich nach Arm? Das hat eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) untersucht.

Beznoska-Martin IW in Einkommenssteuer: Verteilung von Reich nach Arm?

Martin Beznoska: “Insgesamt ist die Steuerlast stärker gestiegen als die Einkommen.”

Die Einkommensteuer ist die wichtigste Steuer des deutschen Staats. Zusammen mit dem Solidaritätszuschlag macht sie etwa 40 Prozent aller Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden aus. Zugleich ist die Einkommensteuer das wichtigste Instrument zur Umverteilung. Ob das funktioniert, hat eine Studie des IW untersucht.

Mit dem Einkommen steigt der Steuersatz und damit auch der Anteil am Einkommenssteueraufkommen. Laut den Ergebnissen des IW trägt das reichste Zehntel der Bevölkerung mehr als 50 Prozent der Einkommensteuer.

Zehn Prozent tragen 50 Prozent

2,3 Prozent aller steuerpflichtigen Personen würden über 25.000 Euro im Jahr zahlen und damit insgesamt rund ein Viertel zu den Einnahmen aus der Einkommensteuer beitragen. Mit einem Einkommen von einer Million Euro müsste ein Single inklusive Solidaritätszuschlag 457.000 Euro Steuern zahlen.

“Die Einkommensteuer wirkt also genau so, wie es vorgesehen ist”, sagt IW-Experte Martin Beznoska. “Den Löwenanteil tragen Reiche.” In den vergangenen Jahren habe sich die Wirkung der Steuer immer weiter verstärkt: Das durchschnittliche Einkommen ist gestiegen, allerdings gab es keine Entlastungen. “Insgesamt ist deshalb die Steuerlast stärker gestiegen als die Einkommen”, sagt Beznoska.

Knapp ein Drittel zahlt keine Einkommenssteuer

Auf der anderen Seite zahlen rund 20 Millionen Erwachsene, beziehungsweise 30 Prozent, keine Einkommenssteuer, weil sie zu wenig verdienen oder steuerfreie Einkünfte beziehen. Mit über sieben Millionen sind Rentner die größte Gruppe. Auch Auszubildende, Studenten, geringfügig Beschäftigte und Arbeitslose leisten keinen Beitrag zur Einkommensteuer. Für die Studie hat der Wissenschaftler aktuelle Mikrodaten des Sozio-ökonomischen Panels ausgewertet.

Foto: IW

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Ruhestand: Wohin mit den Rücklagen?

Einer aktuellen Umfrage der Postbank zufolge haben sich 62 Prozent der deutschen Rentner ein finanzielles Polster für den Lebensabend aufgebaut. Wie legt man diesen Vorrat im Alter am besten an und wie verbraucht man ihn sinnvoll?

mehr ...

Immobilien

Baubranche: Boom setzt sich fort – Genehmigungen stagnieren

Im deutschen Bauhauptgewerbe geht die gute Konjunktur weiter. Trotz eines leichten Rückgangs im Vergleich zum Januar registrierten die Betriebe im Februar den höchsten jemals gemessenen Neuauftragswert für diesen Monat.

mehr ...

Investmentfonds

EY: Dax-Konzerne verdienen insgesamt weniger

Die Konjunkturabkühlung hinterlässt Spuren in den Bilanzen der deutschen Börsenschwergewichte. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY.

mehr ...

Berater

“Kaiser ohne Kleider”: Kritik an Scholz nach geplatzter Fusion

Für Olaf Scholz (SPD) ist es eine mehr als unangenehme Nachricht: Die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank ist geplatzt – ein Projekt, für das sich der Finanzminister ungewöhnlich weit aus dem Fenster gelehnt hatte.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin untersagt Direktinvestments in Paraguay

Die Finanzaufsicht BaFin hat drei Angebote von Vermögensanlagen in Deutschland über den Kauf, die Pflege sowie die Verwertung von Edelholzbäumen untersagt. Anbieter ist die NoblewoodGroup.

mehr ...

Recht

WhatsApp-Party-Einladung kann teuer werden

Bereits zum zweiten Mal hatte ein Jugendlicher per WhatsApp zu einer großen Grillparty aufgerufen. Leider spielte die Polizei da nicht mit und unterband die Veranstaltung auf einem Grillplatz im Landkreis Heilbronn. Zudem kündigte die Beamten an, den finanziellen Aufwand für ihren aufwändigen Einsatz dieses Mal in Rechnung zu stellen. Für die Eltern dürfte der Spaß teuer werden, denn die Privathaftpflicht zahlt nicht.

mehr ...