4. Juli 2018, 13:28
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Fuest kritisiert Ergebnisse des EU-Gipfels

“Entscheidende Aspekte der Reform der Eurozone wurden vergangene Woche beim Gipfel ausgeblendet”, sagt Ifo-Präsident Clemens Fuest und warnt davor, dass die Balance aus Risikoteilung und Marktdisziplin nicht mehr stimmt. Besorgniserregend sei auch der Stand der Brexit-Verhandlungen:

Clemens-Fuest-ifo-institut in Fuest kritisiert Ergebnisse des EU-Gipfels

Clemens Fuest: “Ein Brexit ohne Einigung wird allen Beteiligten schweren Schaden zufügen. So lange die Probleme der Eurozone und des Brexit ungelöst sind, fehlt der EU die politische Energie, sich den globalen Herausforderungen zu stellen und entsprechend zu handeln.”

Der Ifo-Präsident Clemens Fuest hat die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels kritisiert. “Entscheidende Aspekte der Reform der Eurozone wurden vergangene Woche beim Gipfel ausgeblendet”, sagte er am Mittwoch in München zum Auftakt des Munich Economic Summit.

“Schuldenschnitt nicht glaubwürdig”

“Der wichtigste Schritt wäre ein Abbau des Engagements der jeweiligen Banken in ihren heimischen Staatsanleihen gewesen. Es ist deutlich geworden, dass die Mitgliedstaaten in diesem Punkt besonders uneinig sind. Aber solange die Banken in großem Umfang Staatsanleihen halten, ist die Ankündigung einfach nicht glaubwürdig, bei überschuldeten Staaten einen Schuldenschnitt vorzusehen”, so Fuest.

Er warnte vor Schritten in nur eine Richtung: “Zur Überwindung der Eurokrise wäre eine Balance aus Risikoteilung und Marktdisziplin notwendig. Einseitige Schritte in Richtung Risikoteilung können Anreize zu solider Finanz- und Wirtschaftspolitik untergraben.”

Fuest fügte hinzu: “Wichtig sind außerdem Verlässlichkeit und Vertrauen unter den Mitgliedstaaten. Erforderlich wäre ein klares Bekenntnis aller Mitgliedstaaten zu den tragenden Prinzipien der Eurozone – insbesondere zur Unabhängigkeit der Geldpolitik, soliden Staatsfinanzen und einem stabilen Finanzsektor.“

“Keine Spielräume in der nächsten Krise”

Fuest mahnte: “Auch in der nationalen Wirtschaftspolitik müssen die Staaten sich stärker anstrengen. Einige Mitgliedstaaten nutzen den aktuellen Aufschwung nicht hinreichend, um Strukturreformen voranzutreiben und Staatsschulden abzubauen.

Es besteht die Gefahr, dass sie in der nächsten Krise keine finanziellen Spielräume für Stabilisierungspolitik haben. Obendrein dürfte auch die Europäische Zentralbank im nächsten Abschwung kaum Spielraum zur Senkung der Zinsen haben, weil sie trotz der wirtschaftlichen Erholung voraussichtlich noch lange niedrig bleiben werden.”

Fuest beklagte, bei den Verhandlungen über den Brexit gebe es kaum Fortschritte, obwohl der Austrittstermin März 2019 näher komme.

“Ein Brexit ohne Einigung wird allen Beteiligten schweren Schaden zufügen. So lange die Probleme der Eurozone und des Brexit ungelöst sind, fehlt der EU die politische Energie, sich den globalen Herausforderungen zu stellen und entsprechend zu handeln. Zu diesen globalen Herausforderungen gehören der Handelskonflikt mit den USA, die Migration, die internationale Sicherheitspolitik und die Behauptung der Interessen Europas in einer immer stärker von China und den USA dominierten Welt”, warnte Fuest.

Foto: Ifo Institut

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Versicherer kommen Kunden in der Krise entgegen

Gegen eine Pandemie sind nur sehr wenige Unternehmen versichert. Privatbürger haben zwar ihre Krankenversicherung, aber keinen Schutz gegen Einkommensverluste. In dieser Lage wollen führende Unternehmen der Branche großzügig sein.

mehr ...

Immobilien

DIC Asset senkt wegen Corona-Krise Gewinnprognose – Dividende bleibt

03Die Immobiliengesellschaft Dic Asset rechnet im laufenden Jahr wegen der Auswirkungen der Corona-Krise nicht mehr mit einer Gewinnsteigerung im Vergleich zu 2019. Die branchenübliche Kennziffer FFO (Funds from Operations) werde 2020 zwischen 94 und 96 Millionen Euro liegen, teilte das Unternehmen am späten Freitagabend in Frankfurt mit. Bisher hatte DIC Asset mit 104 bis 106 Millionen Euro gerechnet. Im Vorjahr waren hier 95,0 Millionen Euro erzielt worden.

mehr ...

Investmentfonds

Corona-Lockdown: Wie der Exit gelingen kann

Die Corona-Krise trifft alle: Um die Verbreitung des Virus zu bremsen, hat Deutschland sich umfassende Beschränkungen auferlegt. Sie tragen dazu bei, dass viele Menschen und Firmen um ihre ökonomische Zukunft fürchten. Die Politik muss deshalb zweierlei schaffen: Einerseits die Gesundheit der Bürger so weit wie möglich schützen und sie andererseits vor noch größeren volkswirtschaftlichen Schäden bewahren, die letztlich zu gesellschaftlichen werden. In diesem Kontext werden Wege aus dem Lockdown debattiert – das IW hat einen entsprechenden Exit-Plan entwickelt. Ein Beitrag von Professor Dr. Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums, und Dr. Hubertus Bardt, Geschäftsführer und Leiter Wissenschaft.

mehr ...

Berater

DIN-Norm 77230: Prüfungen jetzt online möglich

Wegen der Coronakrise bietet das Defino Institut für Finanznorm Prüfungen für die Zertifizierung zum “Spezialisten für die private Finanzanalyse – DIN 77230” ab sofort auch im Online-Verfahren an.

mehr ...

Sachwertanlagen

BVT schließt institutionellen US-Fonds und investiert erneut in Boston

Die BVT Unternehmensgruppe, München, hat über ihre Kapitalverwaltungsgesellschaft Derigo für den von ihr verwalteten geschlossenen Spezialfonds BVT Residential USA 12 die dritte Investition vorgenommen. Ein Nachfolge-Spezialfonds ist geplant.

mehr ...

Recht

Homeoffice: Der richtige Versicherungsschutz für Laptop und Co.   

Um in der Heimarbeit effektiv und produktiv arbeiten zu können, bedarf es der richtigen Grundausstattung. Hier stehen Arbeitgeber in der Pflicht, ihren Mitarbeitern alle notwendigen Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen. Welcher Mitarbeiter benötigt neben Laptop oder PC noch ein Headset oder gar einen Multifunktionsdrucker? Welche Software wird benötigt, um einen reibungslosen Kommunikationsfluss zu schaffen? Ein Überprüfen der bisherigen Arbeitsprozesse schafft hierbei Klarheit über die bereits vorhandenen Grundvoraussetzungen sowie fehlendes Equipment.

mehr ...