28. Februar 2018, 08:27
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Italien ist noch unentschieden

In diesem Fall könnte entweder eine Übergangsregierung wie die derzeitige gebildet werden oder es könnten zwei sehr unterschiedliche Parteien einen Mittelweg finden.

Sieg der Mitte-Rechts-Parteien

Theoretisch könnte sich die Mitte-Linksbewegung mit der Rechten zusammenschließen, oder, noch radikaler, die Fünf-Sterne-Bewegung könnte Unterstützung bei den rechtsextremen Parteien finden.

Es ist schwierig zu sagen, ob diese Ergebnisse realistische Möglichkeiten darstellen, da die Wähler auf beiden Seiten mit keiner dieser beiden Optionen übermäßig zufrieden sein dürften.

Ein weiteres Szenario, das von den meisten unterschätzt worden sein dürfte, ist ein glatter Sieg der Mitte-Rechts-Parteien. In den Umfragen sind sie nur noch wenige Prozentpunkte davon entfernt, die absolute Mehrheit der Sitze zu erreichen.

Rückkehr Berlusconis

Die kombinierte Anziehungskraft des ehemaligen Premierministers Silvio Berlusconi und der Partei der immigrationsfeindlichen Lega Nord könnte sie angesichts der Zahl der noch unentschlossenen Wähler, vor allem im Süden des Landes, an die Spitze bringen.

Darüber hinaus könnte der enge Wettbewerb innerhalb der rechten Koalition die größte Überraschung bei diesen Wahlen sein. Berlusconis Partei und Salvinis fremdenfeindliche Lega sind in den Umfragen gleichauf, und sollte sich bei der Wahl letztere als die größte Partei der Koalition herausstellen, könnte sich Italien als das größte, moderne westliche Land erweisen, das einen rechtsextremen Premierminister wählt.

Auch wenn es nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse zu einer gewissen Volatilität kommen könnte, insbesondere im Falle eines Triumphes der Lega Nord, so ist es doch am wahrscheinlichsten, dass es in diesem Wahlgang wirklich nicht viel geben sollte, worüber man sich übermäßig freuen könnte.

Auswirkungen auf die Märkte

Unser Basiszenario geht von einer Regierung der Großen Koalition ohne eine große Persönlichkeit im Fahrersitz aus, die die gleiche grundsätzliche politische Haltung der letzten Jahre beibehält und die Wahrscheinlichkeit von verfassungsmäßigen, sinnvollen Wirtschafts- oder Arbeitsreformen verringert.

Damit hätten die Wahlen nur geringe kurzfristige Auswirkungen auf die Kreditmärkte, aber möglicherweise könnte sich hierdurch langfristig die Produktivität von Italien verschlechtern.

Luca Beldi ist Portfoliomanager bei Twentyfour Asset Management

Foto: Vontobel

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1 Kommentar

  1. In Italien ist wie auch bald in Deutschland eine solide Politik nicht langfristig vorstellbar. Das liegt einerseits an der Korruption andererseit an der Befriedigung der die Parteien stützenden Lobbys. Deswegen ist hier wie dort keine Politik für die Mehrheit der Bevölkerung zu erwarten. Deswegen werden Splitterparteien mit teilweise radikalen Aussagen zwangsläufig stärker. Eine blinde “Wir lassen alles so, wie es ist” Politik, befördert diese Entwicklung. Die bestimmenden 30% der Bevölkerung mit der Hoheit über die Medien, wird jede Änderung und damit Chance auf Verbesserungen für die Zukunft, Wortreich zu verhindern wissen. Fatalistisch ausgedrückt, Sie graben schon die Gräber für Ihre Kinder. Pfründesicherung vor bessere Zukunft, allerdings betrifft dies auch bald in vielen Bereichen die eigenen Kinder und Enkel. Fluchtinseln sind ja auch schon von Plastik umhüllt- nicht immer in rosa. Man hört ja jetzt schon im Bundestag “Wir werden Sie jagen”. Prallt aber ungerührt an der sehr dicken Haut der führenden Politiker ab.

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 28. Februar 2018 @ 08:49

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