5. Oktober 2018, 08:15
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Schmerzensgeld für eine rosige Zukunft

Zu guter Letzt sind die politischen Risiken zu nennen. In der Türkei herrscht ein autokratischer Präsident, der unbequeme Journalisten oder Universitätsprofessoren verhaften lässt und die Unabhängigkeit der Zentralbank öffentlich in Frage stellt.

In Brasilien erlebt der rechte Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro ein Umfragehoch. Mit seinen Parolen gegen Minderheiten lässt Bolsonaro sogar einen Donald Trump versöhnlich wirken. Zudem verherrlicht er die 1985 beendete Militärdiktatur.

Und in Argentinien ist nach Ausgabe einer deutlich überzeichneten 100-jährigen Anleihe im Sommer 2017 ein weiterer Währungsverfall eingetreten, angeheizt durch Spekulationen über Finanzierungsprobleme und einer ausufernden Inflation. Die Zentralbank sah sich deshalb im August gezwungen, den Leitzins von 45 Prozent auf 60 Prozent zu erhöhen.

Einbrüche in Kauf nehmen

Was können Anleger tun, die von den durchaus vorhandenen und positiven Langfristprognosen der Schwellenländer profitieren möchten? Zum einen sollten sie akzeptieren, dass in Schwellenländern andere Regeln gelten.

Kurzfristige und scharfe Einbrüche an den Märkten müssen in Kauf genommen werden und können bei entsprechendem Anlagehorizont zum Nachkaufen genutzt werden.

Eine andere Möglichkeit von den Wachstumsperspektiven zu profitieren ist, in westliche global agierende Unternehmen zu investieren, die ihre Umsätze zu großen Teilen in den Schwellenländern erwirtschaften.

Erst Schmerzen, dann Geld

Ein gut gemanagter und weltweit anlegender Schwellenländerfonds kombiniert mit einer langen Haltedauer erscheint mir für den Großteil der Anleger jedoch am besten geeignet.

In der Zwischenzeit sollten sich Anleger sich ein Zitat von André Kostolany in Erinnerung rufen, wonach an der Börse erst die Schmerzen kämen und dann das Geld.

Tim Bröning ist seit 2009 in der Geschäftsleitung der Fonds Finanz Maklerservice GmbH und verantwortlich für den Bereich Unternehmensentwicklung und Finanzen sowie für die Sparte Investment.

Foto: Fonds Finanz

 

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