16. November 2018, 16:56
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Der Weg zur Planwirtschaft

Die expansive Geldpolitik lähmt Innovationen und lässt Blasen entstehen, die platzen werden. Die größte Gefahr ist, dass gescheiterte Unternehmen verstaatlicht werden. Davor warnte gestern auf dem Faros Institutional Investors Forum Professor Gunther Schnabl. Gibt es einen Ausweg aus diesem Szenario?

Gunther-schnabl-faros-DSC00400 in Der Weg zur Planwirtschaft

Professor Dr. Gunther Schnabl: “Und dann wird alles verstaatlicht und wir sind mitten in der Planwirtschaft.”

“Wir bewegen uns in eine Planwirtschaft”, warnte Dr. Gunther Schnabl gestern auf dem Faros Institutional Investors Forum. Schnabl ist Professor für Wirtschaftspolitik und Internationale Wirtschaftsbeziehungen und Leiter des Instituts für Wirtschaftspolitik der Universität Leipzig.

Verantwortlich für die Entwicklung sei die expansive Geldpolitik der Zentralbanken. “Für mich gibt es nur eine Lösung. Wir müssen aussteigen, sofort, glaubhaft und irreversibel.” Schnabl gründet seine Argumentation auf der Theorie Friedrich August von Hayeks.

Niedrige Zinsen bremsen Produktivität

Verkürzt lässt sie sich wie folgt zusammenfassen: Zinsen geben Allokationssignale. Sind die Zinsen niedrig, fließt Kapital auch in unproduktive Unternehmen und in Investitionsprojekte mit niedrigen Renditen. Damit gebe es weniger Ressourcen für produktivere Unternehmen und gleichzeitig würden die Anreize sinken, effizienter zu wirtschaften, was zu weniger Innovationen führe.

Das wiederum wirke sich auf die Löhne aus. Würden Unternehmen nicht effizienter, könnten ihre Produktionskosten nicht sinken und ihre Produktionsgewinne nicht wachsen. Das verhindere, dass die Reallöhne insgesamt steigen. Erhöhten sich die Löhne für eine Gruppe, müssten sie an anderer Stelle sinken. Es komme zu Verteilungskonflikten.

Diese würden durch die finanzielle Regression und den Cantillon-Effekt verstärkt. Finanzielle Regression bedeutet, dass Geldvermögen entwertet werden, wenn der nominale Zinssatz unter der Inflation liegt, der reale Zins also negativ ist.

Seite zwei: Die EZB verteilt Vermögen von Arm zu Reich + Schnabl fordert sofortiges Ende der lockeren Geldpolitik

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Einnahmen der Rentenversicherung trotz Corona gestiegen

Die Deutsche Rentenversicherung kommt nach eigenen Angaben finanziell bisher gut durch die Corona-Krise. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres seien die Beitragseinnahmen weiter leicht gestiegen, teilte ein Sprecher mit.

mehr ...

Immobilien

CDU-Generalsekretär dringt auf Verlängerung des Baukindergelds

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat sich für eine weitere Verlängerung des Baukindergeldes um neun Monate bis Ende 2021 ausgesprochen.

mehr ...

Investmentfonds

Nordamerika führend bei grünen Startups

Startups, deren Geschäftsmodell die Dekarbonisierung der Wirtschaft im Fokus haben, haben im Zeitraum von 2013 bis 2019 insgesamt 60 Milliarden US-Dollar von Investoren eingesammelt.

mehr ...

Berater

Bonner Spitzentreffen: “Regulierungen ad acta legen”

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), die Vorstände des Arbeitskreises Vertretervereinigungen der Deutschen Assekuranz (AVV) und die Vorstände der Vertretervereinigungen haben auf ihrem diesjährigen Spitzentreffen die Bonner Erklärung verabschiedet. Das Motto: “Gestärkt aus der Krise”.

mehr ...

Sachwertanlagen

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...