16. Mai 2018, 07:29
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

US-Staatsanleihen: Anleger sollten sich noch nicht von Rendite locken lassen

Die Rendite von US-Staatsanleihen scheint verlockend hoch. Doch Anleger sollten sich nicht allein davon zum Kauf verleiten lassen. Franz Wenzel von Axa IM erklärt, was dagegen spricht und rät Anlegern zur Vorsicht. Besonders bei langlaufenden Staatsanleihen sollten Investoren abwarten.

Jerome-powell-fed-ap-100930003 in US-Staatsanleihen: Anleger sollten sich noch nicht von Rendite locken lassen

Jerome Powell, Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve hat für 2018 weitere Zinsschritte angekündigt.

“Sollte der US-Forderung nach einer weiteren deutlichen Absenkung des chinesischen Außenhandelsüberschusses erneut Nachdruck verliehen werden, würde die schwächelnde Konjunktur weiter belastet. Investoren sind also gut beraten, sich auf eine höhere Volatilität einzustellen”, sagt Franz Wenzel, Anlagestratege für institutionelle Kunden bei Axa Investment Managers.

Verantwortlich dafür seien steigende (US-)Zinsen und hohe Aktienmarktbewertungen. Der US-Dollar bleibe eine Fluchtwährung. Trotz oder vielmehr gerade wegen der politischen Unwägbarkeiten habe der Dollar in den vergangenen Wochen deutlich an Wert gewonnen.

Positive Erwartungen für Europa

Für Europa sind Experten zuversichtlich: “Trotz der mageren Wertentwicklung seit Jahresbeginn bleiben wir davon überzeugt, dass die europäischen Börsen das Jahr 2018 positiv beschließen werden”, so Wenzel.

“Die zurückliegende Berichtssaison hat gezeigt, dass sich die Unternehmensgewinne vielversprechend darstellen.” Die Konjunktur sei nicht auf eine stabile Regierung angewiesen, das hätten die vergangenen Jahre schon vielerorts gezeigt.

Mit Blick auf die Entwicklungen auf globalem politischen Parkett stellen sich laut Franz Wenzel gleich zwei virulente Fragen für die Finanzmärkte.

Fragen an die Finanzmärkte

Kann die europäische Bankenreform weiter vorangetrieben werden, um die Konjunktur zu fördern? Und: Inwieweit strahlt eine instabile italienische politische Lage möglicherweise auch in Richtung Europa aus? Die europäische Reformfähigkeit und Glaubwürdigkeit seien hier aus seiner Sicht einmal mehr gefragt.

Unterdessen seien die Ölpreise für die Sorte Brent so hoch wie seit über dreieinhalb Jahren nicht mehr. Die Diskussion um das Iranatomabkommen und die Krise im Nahen Osten hätten den Ölpreis in den vergangenen zwölf Monaten von zunächst 50 US-Dollar auf heute etwa 75 US-Dollar ansteigen lassen.

“Wir unterstellen, dass ein dauerhafter Anstieg von etwa zehn US-Dollar etwa 0,1 Prozent Wachstum kostet”, sagt Wenzel. Sollte der Ölpreis auf heutigem Niveau bleiben, könne das nach dieser Faustregel etwa 0,2 Prozent Wachstum kosten und die Inflation um etwa 0,3 bis 0,4 Prozent anheben.

Weitere Zinserhöhungen abzusehen

Die Renditen von zehnjährigen Staatsanleihen nähern sich derweil der Drei-Prozent-Marke. Doch sollten Investoren vorsichtig bei langlaufenden US-Anleihen sein, angesichts der guten Konjunktur und weiter zu erwartender Zinserhöhungen seitens der US-Notenbank.

Allein für 2018 werden noch drei Zinserhöhungen unterstellt, gefolgt von drei weiteren Zinsschritten für 2019. Die Erhöhungen werden auch am langen Ende der Zinskurve nicht spurlos vorübergehen, so Wenzel.

“Wir wären nicht überrascht, wenn sich die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf Sicht von zwei Jahren in Richtung der Vier-Prozent-Marke bewegen würden.” Unabhängig bleibe die Währungssicherung wichtig für alle ausländischen Investoren.

Foto: The Yomiuri Shimbun via AP Images

 

Ihre Meinung



 

Versicherungen

OVB will Expansion und Wachstum vorantreiben

Die OVB Holding AG präsentierte ihren Aktionären auf der Hauptversammlung eine gute vertriebliche Entwicklung und einen planmäßigen Ergebnisverlauf. »Bei der Strategieumsetzung erreichten wir im Jahr 2018 wichtige strategische Fortschritte. Unser Ziel ist es, neue Ertragschancen zu erschließen und unsere Marktposition in Europa weiter auszubauen«, sagt Mario Freis, Vorstandsvorsitzender der OVB Holding AG.

mehr ...

Immobilien

Die Versprechen der Angela M. auf dem Deutschen Mietertag

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel versicherte den 550 Delegierten der örtlichen Mietervereine auf dem Deutschen Mietertag in Köln, bezahlbares Wohnen stehe ganz oben auf der Tagesordnung der Bundesregierung. Ordnungsrechtliche Maßnahmen gegen überhöhte Mieten seien notwendig, „weil wir der Probleme sonst nicht Herr werden.“

mehr ...

Investmentfonds

DWS: Berichte über eine Schwäche des US-Arbeitsmarkts sind stark übertrieben

Zurzeit richten sich wieder einmal alle Augen auf die amerikanische Zentralbank. Deren Ankündigung, drei Jahre nach Beginn der Zinserhöhungen eine Pause einzulegen, trug im Januar 2019 maßgeblich zur Trendwende an den Märkten bei. Als Anfang Mai die erwartete Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China ausblieb und die Märkte daraufhin mit erneuten Kursverlusten reagierten, waren es wieder die Worte von Zentralbankern, die für Beruhigung sorgten.

mehr ...

Berater

Urlaub: So kommen Sie sicher ans Ziel

Wenn die Deutschen verreisen, ist das Auto ihr liebstes Verkehrsmittel. 2018 fuhren 41,7 Prozent damit in den Urlaub. Wenn das Urlaubsziel nicht gerade um die Ecke liegt und Kinder an Bord sind, kann die Anfahrt schnell zur Nervenprobe werden. Wie Sie sicher ankommen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lloyd Fonds-HV: Aktionäre stimmen für weiteren Wachstumsschub

Mit einer Präsenz von rund 78 Prozent des Grundkapitals wurden auf der Hauptversammlung der Lloyd Fonds AG alle Beschlüsse zu den 12 Tagesordnungspunkten mit Zustimmungsquoten über 98 Prozent gefasst.

mehr ...

Recht

BFW: Enteignete Unternehmen bauen nicht

Berlin hatte vor einigen Tagen, wie von uns berichtet, als erstes Bundesland die Enteignung von Wohneigentum angekündigt. Aufgrund akuten Wohnungsmangels ist das Thema in den letzten Wochen ganz oben auf der Agenda. Nun meldet sich der auch BFW Landeverband Berlin/Brandenburg dazu und warnt davor, große private Wohnungsunternehmen zu enteignen.

mehr ...