Zweijährige US-Staatsanleihen erreichen Zehnjahres-Hoch

US-Anleihen haben diese Woche ein neues Rendite-Hoch erreicht. Das hat mindestens zwei Ursachen. Damit gibt es für US-Anleger wieder eine sichere Alternative zu den Aktienmärkten, die kein Verzicht auf Renditen bedeutet. Für deutsche Anleger sind US-Anleihen aber keine lohnende Anlage.

Federal Reserve Chairman Jerome Powell speaks during a press conference in Washington, DC on March 21, 2018. The Federal Reserve Board (FRB) decided to raise the policy interest rate by 0.25 percent. The rate of interest will rise since December 2017 for the first time in three months. ( The Yomiuri Shimbun via AP Images ) |
Die Fed setzt unter Präsident Jerome Powell ihren Kurs fort, gegen den Willen von US-Präsident Donald Trump. Auf ihrer September-Sitzung beschloss sie weitere Zinsschritte.

US-Staatsanleihen konnten in den vergangenen zwei Tagen im Handelsverlauf zulegen. Die Rendite zweijähriger Staatsanleihen stieg zwischenzeitlich auf ein Zehn-Jahreshoch von 2,89 Prozent. Nach einer langen Phase der Stagnation steigen die Renditen steigen bereits seit 2013 wieder an. Schwung bekam die Entwicklung am Mittwoch und Donnerstag aus zwei Gründen.

Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen seit 1989. Quelle: CNBC, 19.10.18

Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen seit 1989. Quelle: CNBC, 19.10.18Am Mittwoch wurde das Protokoll der September-Sitzung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) veröffentlicht, daraus geht hervor, dass die Zentralbank ihren Kurs nicht verändern und den Leitzins weiterhin schrittweise erhöhen wird. Damit könnte der nächste Zinsschritt bereits im Dezember folgen.

Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen des letzten Monats. Quelle: Bloomberg.com, 19.10.18
Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen des letzten Monats. Quelle: Bloomberg.com, 19.10.18

Momentan liegt der Leitzins zwischen zwei und 2,25 Prozent. Für 2019 hat die Notenbank vier weitere Erhöhungen signalisiert. Das Protokoll deutet, im Gegensatz zur August-Sitzung, auf weniger Diskussionen über Rezessionsgefahren hin, einige Teilnehmer würden gar eine dynamischere US-Konjunktur erwarten.

Angst vor Abschwung

Mit ihrer Politik stellt sich die Fed gegen US-Präsident Donald Trump, der sie wiederholt scharf kritisierte und befürchtet, dass höhere Zinsen die Konjunktur abwürgen könnten.

Ein zweiter Grund sind die zunehmenden Sorgen vor einem Abschwung der US-Wirtschaft und der Aktienmärkte. Dadurch steigt die weltweite Nachfrage nach weniger riskanten Anlagen wie Staatsanleihen.

Für Anleger aus dem Euroraum sind US-Anleihen allerdings weniger rentabel. Sie müssen das Wechselkursrisiko bedenken. Ein im Vergleich zum Euro teurer US-Dollar wird ihre reale Rendite in Euro mindern. Die weiterhin lockere Politik der Europäischen Zentralbank und der straffere Kurs der Fed machen es wahrscheinlich, dass der Dollar-Kurs weiter steigt. (kl)

Foto:The Yomiuri Shimbun via AP Images

 

Weitere Artikel
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments