5. August 2019, 12:07
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

34f-Eckpunktepapier: Dem Reflex widerstehen

Ein weiterer Punkt ist nicht zu unterschätzen: Wenn die Planungen umgesetzt werden, ist vielleicht endlich Ruhe. Denn auch die Verbraucherschützer sind mit an Bord.

Deren bisherige Kritik basiert zwar in der Regel auf Vorurteilen und ist überwiegend nicht gerechtfertigt oder zumindest übertrieben, aber sie belastet das Image der Branche durchaus. Nun heißt es in einer Mitteilung des Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) zu dem Thema: „Das Eckpunktepapier ist ein wichtiges Signal für eine bessere Finanzaufsicht“.

Zwar kritisiert der VZBV das „unterschiedliche Schutzniveau von Verbrauchern“ im Vergleich mit Banken und Sparkassen, ist aber ansonsten offenbar zufrieden mit dem Vorschlag. Dass die Einzelkämpfer künftig auf Basis von „Selbsterklärungen“ beaufsichtigt und von der BaFin nur unregelmäßig kontrolliert werden, scheint die Verbraucherschützer nicht zu stören, solange ihre ideologische Forderung nach BaFin-Aufsicht erfüllt ist.

Thema für lange Zeit vom Tisch

Das ist auch für den weiteren politischen Prozess nicht unwichtig. Wenn die Koalition hält und das Vorhaben wie geplant noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt wird, ist das Thema wohl für lange Zeit vom Tisch. Andernfalls kommt es wahrscheinlich in einer anderen politischen Konstellation wieder aufs Tapet. Wenn diese dann zum Beispiel Grün-rot-rot heißt, dürfte es wohl nicht mehr so glimpflich ausgehen.

Wird die Sache wie geplant abgeschlossen, wäre damit am Ende noch ein weiterer Punkt verbunden, der vielleicht etwas mehr als nur Kosmetik ist: Auf dem Briefpapier und im Impressum des Vermittlers steht dann als Aufsichtsbehörde nicht mehr das örtliche Gewerbeamt oder die IHK. Sondern: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Ich bin kein Finanzanlagenvermittler. Aber mir würde das gefallen. Und den Kunden vielleicht auch.

Stefan Löwer ist Geschäftsführer der G.U.B. Analyse Finanzresearch GmbH und betreut das Cash.-Ressort Sachwertanlagen. G.U.B. Analyse gehört wie Cash. zu der Cash.Medien AG.

Foto: Florian Sonntag

 

 

Weiter lesen: 1 2 3

3 Kommentare

  1. § 34f und § 34h GewO
    Man hat den Eindruck aus den Medien, dass eine Aufsicht bisher nicht stattfindet und durch die geplante BaFin-Aufsicht alles besser wird.
    Es findet schon derzeit eine kostenpflichtige und qualitative Aufsicht statt. Was soll durch die “Reform” bei gleichen Kosten besser werden?
    Diese Diskussion findet derzeit nicht statt. Der von Banken, Finanzvertrieben und Haftungsdächern unabhängige Finanzanlagevermittler und Honorar-Finanzanlageberater wird vernichtet. Warum wohl? Er stört!
    Prof. Heinrich Bockholt, Koblenz

    Kommentar von Bockholt, Heinrich Prof. — 14. August 2019 @ 20:13

  2. Ich habe nur die Befürchtung das die BAFIN, wenn auch nicht sofort, die 34fler schnell mit anderen Aufsichtspflichten gem. EU Vermittlerrichtlinie gleichschaltet werden. Und unabhängige Anlagenvermittler gezwungen werden, sich unter ein Banken rechtliches Haftungsdach zu stellen und deren “geprüften” Produkte zu vermitteln. Ich glaube mit der Gesetzgebung werden nur wieder unsere System relevanten Banken in Ihrem Vertreib gestärkt. Und ob das für einen Anleger besser ist, als ein “deregulierter” Vermittler nach aktuellen Maßstäben??

    Kommentar von Christian Lay — 14. August 2019 @ 14:24

  3. Leider ist es so, dass unsere Branche regelmäßig in die Opferrolle verfällt, wenn sich etwas ändert. Einerseits erwartet man Respekt und Anerkennung, würde jedoch liebend gerne vollkommen unreguliert weitermachen und akzeptieren, dass wie früher, jeder, der will diesen Beruf ausüben kann.
    Wo ist das Problem, wenn bisherige 34f Vermittler von der BAFIN beaufsichtigt werden? Warum sollte es hinderlich sein, dass 34d Vermittler weiterhin der Aufsicht der Gewerbeämter (zusätzlich)unterliegen. Unter Imagegesichtspunkten ist die BAFIN-Aufsicht wertvoller, als diejenige durch die Gewerbeämter. Das die FinVermV in das WPHG übergeht ebenfalls.
    Wichtiger als ständig zu jammern, wäre es für die Branche sich an die Vorgaben zu halten und die Energie nicht ständig dafür zu verschwenden, wie man Schlupflöcher finden kann um im alten Zustand zu verharren.
    Der jetzt wohl weitestgehende Abschluss der Regulierungsaktion ist eher ein Chance und sollte genutzt werden.

    Kommentar von Bernhard Stern — 6. August 2019 @ 22:13

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Versicherer kommen Kunden in der Krise entgegen

Gegen eine Pandemie sind nur sehr wenige Unternehmen versichert. Privatbürger haben zwar ihre Krankenversicherung, aber keinen Schutz gegen Einkommensverluste. In dieser Lage wollen führende Unternehmen der Branche großzügig sein.

mehr ...

Immobilien

DIC Asset senkt wegen Corona-Krise Gewinnprognose – Dividende bleibt

03Die Immobiliengesellschaft Dic Asset rechnet im laufenden Jahr wegen der Auswirkungen der Corona-Krise nicht mehr mit einer Gewinnsteigerung im Vergleich zu 2019. Die branchenübliche Kennziffer FFO (Funds from Operations) werde 2020 zwischen 94 und 96 Millionen Euro liegen, teilte das Unternehmen am späten Freitagabend in Frankfurt mit. Bisher hatte DIC Asset mit 104 bis 106 Millionen Euro gerechnet. Im Vorjahr waren hier 95,0 Millionen Euro erzielt worden.

mehr ...

Investmentfonds

Corona-Lockdown: Wie der Exit gelingen kann

Die Corona-Krise trifft alle: Um die Verbreitung des Virus zu bremsen, hat Deutschland sich umfassende Beschränkungen auferlegt. Sie tragen dazu bei, dass viele Menschen und Firmen um ihre ökonomische Zukunft fürchten. Die Politik muss deshalb zweierlei schaffen: Einerseits die Gesundheit der Bürger so weit wie möglich schützen und sie andererseits vor noch größeren volkswirtschaftlichen Schäden bewahren, die letztlich zu gesellschaftlichen werden. In diesem Kontext werden Wege aus dem Lockdown debattiert – das IW hat einen entsprechenden Exit-Plan entwickelt. Ein Beitrag von Professor Dr. Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums, und Dr. Hubertus Bardt, Geschäftsführer und Leiter Wissenschaft.

mehr ...

Berater

DIN-Norm 77230: Prüfungen jetzt online möglich

Wegen der Coronakrise bietet das Defino Institut für Finanznorm Prüfungen für die Zertifizierung zum “Spezialisten für die private Finanzanalyse – DIN 77230” ab sofort auch im Online-Verfahren an.

mehr ...

Sachwertanlagen

BVT schließt institutionellen US-Fonds und investiert erneut in Boston

Die BVT Unternehmensgruppe, München, hat über ihre Kapitalverwaltungsgesellschaft Derigo für den von ihr verwalteten geschlossenen Spezialfonds BVT Residential USA 12 die dritte Investition vorgenommen. Ein Nachfolge-Spezialfonds ist geplant.

mehr ...

Recht

Homeoffice: Der richtige Versicherungsschutz für Laptop und Co.   

Um in der Heimarbeit effektiv und produktiv arbeiten zu können, bedarf es der richtigen Grundausstattung. Hier stehen Arbeitgeber in der Pflicht, ihren Mitarbeitern alle notwendigen Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen. Welcher Mitarbeiter benötigt neben Laptop oder PC noch ein Headset oder gar einen Multifunktionsdrucker? Welche Software wird benötigt, um einen reibungslosen Kommunikationsfluss zu schaffen? Ein Überprüfen der bisherigen Arbeitsprozesse schafft hierbei Klarheit über die bereits vorhandenen Grundvoraussetzungen sowie fehlendes Equipment.

mehr ...