24. Mai 2019, 14:25
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BaFin: Banken-Fusionen über Grenzen hinweg nicht unproblematisch

BaFin-Chef Felix Hufeld hat Politik und Banken vor einer blinden Begeisterung für grenzüberschreitende Fusionen zwischen Kreditinstituten gewarnt.

Bild Dir P Hufeld 1 in BaFin: Banken-Fusionen über Grenzen hinweg nicht unproblematisch

Felix Hufeld, BaFin: “Wir sind die etwas sauertöpfischen Spielverderber, die sagen, dass es unterhalb einer Industriepolitik noch gan viel Gestrüpp gibt.”

“Man sollte die Komplexitäten, die mit einem Cross-Border-Merger einhergehen, nicht unterschätzen”, sagt der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) am Freitag bei einer Fachkonferenz der “Börsen-Zeitung” in Frankfurt. Man könne zwar von “europäischen Champions” schwärmen, aber das sei nicht die Intention der Aufsichtsbehörde. “Wir sind die etwas sauertöpfischen Spielverderber, die sagen, dass es unterhalb einer Industriepolitik noch ganz viel Gestrüpp gibt”, sagte Hufeld.

Äußerungen der Bundesregierung sorgen für Aufsehen

Rund um die Fusionsgespräche zwischen Deutscher Bank und Commerzbank hatten Äußerungen aus der Bundesregierung für Aufsehen gesorgt. So warben Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und sein Staatssekretär, der ehemalige Goldman-Sachs-Deutschlandchef Jörg Kukies, seit Sommer 2018 ungewöhnlich lautstark für starke deutsche Banken. Zudem arbeitet Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) an einem Konzept zur Industriepolitik, bei dem es auch um die Schaffung “nationaler wie europäischer Champions” geht.

Nachdem Deutsche Bank und Commerzbank ihre Fusionsidee Ende April beerdigt haben, sind mögliche Zusammenschlüsse mit anderen Instituten nicht vom Tisch. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hatte Ende April gesagt, sein Institut wolle bei einer Konsolidierung unter Europas Kreditinstituten in den kommenden Jahren “nicht nur zusehen, sondern auch Akteur sein”.

Interesse an der Commerzbank?

An der Commerzbank sollen Medienberichten zufolge die niederländische Großbank Ing und die italienische HVB-Mutter Unicredit Interesse gezeigt haben. Commerzbank-Chef Martin Zielke sagte jedoch jüngst, es habe von der Ing keine konkreten Angebote zu Verhandlungen über einen Zusammenschluss gegeben. Die Unicredit wies Behauptungen zurück, denen zufolge sie Investmentbanken für eine mögliche Übernahme der Commerzbank beauftragt habe.

Zweifel am Nutzen grenzüberschreitender Fusionen

Auch in der Branche gibt es Zweifel, ob Fusionen zwischen Instituten aus verschiedenen europäischen Ländern besonders gewinnbringend wären. Der Chef der französischen Bank Credit Agricole, Philippe Brassac, warnte vor Kurzem davor, dass grenzüberschreitende Übernahmen in der Branche “unglaublich schwierig und unglaublich kompliziert” seien. Der Chef der Pariser Konkurrentin BNP Paribas, Jean-Laurent Bonnafé, hatte Spekulationen über ein Interesse an der Commerzbank bereits im Herbst eine deutliche Absage erteilt. (dpa-AFX)

Foto: Bernd Roselieb

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Startschuss für BARMER eCare im November

Im November startet die BARMER den Aufbau ihrer elektronischen Patientenakte (ePA) mit Namen BARMER eCare. Dabei wird sie von IBM unterstützt, das IT-Unternehmen hat heute den Zuschlag dafür erhalten. Von der elektronischen Patientenakte der BARMER werden die rund 9,1 Millionen Versicherten der Kasse ab dem 1. Januar 2021 profitieren.

mehr ...

Immobilien

Wohnungsnot gibt es nicht!

In Berichten über die Situation auf den Wohnungsmärkten in den deutschen Städten wird diese immer wieder als Wohnungsnot bezeichnet. Jedoch stellt sich heute die Lage deutlich anders und differenzierter da. Ein Beitrag von Dr. Günter Vornholz, Prof. für Immobilienökonomie an der EBZ Business School in Boch.

mehr ...

Investmentfonds

Die Folgen der Einhornplage

In den vergangenen Monaten haben sich sogenannte Value-Aktien im Vergleich zu Growth-Titeln dramatisch schwach entwickelt. Die Gründe und wie es weitergeht.

mehr ...

Berater

Nur wenige Banken erhöhen die Gebühren

Trotz schwächelnder Gewinne setzt im Augenblick nur eine Minderheit der Kreditinstitute in Deutschland auf Gebührenerhöhungen. Bei einer Umfrage unter 120 Geldhäusern gaben 16 Prozent an, in diesem Jahr an der Gebührenschraube zu drehen. Das geht aus einer Untersuchung des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia schließt zwei Fonds und bringt einen neuen

Die Patrizia AG hat über ihre Tochtergesellschaft Patrizia GrundInvest ihren mittlerweile elften Publikumsfonds aufgelegt. Zwei andere alternative Investmentfonds (AIFs) für Privatanleger wurden hingegen voll platziert und damit geschlossen.

mehr ...

Recht

Schimmelbildung und Streit mit dem Vermieter vermeiden

Schimmel in Innenräumen ist ein häufiger Streitgegenstand in Mietrechtsangelegenheiten, und auch in Bauschadengutachten nimmt der Schimmelpilzbefall eine immer größere Bedeutung ein. Wie sich das verhindern lässt.

mehr ...